Leben in der Fülle

Ein Beitrag vonJürgen Ryzek

Wende Deinen Kopf nach rechts oder nach links, nach oben oder unten. Laß Deinen Blick sich verlieren in der Unendlichkeit der Himmel, oder bohre in bis in das Innerste der Erde. Schau nach vorn oder schau zurück. Was nimmst Du wahr? Welcher Geist weht in Deinen Gedanken?

Wir suchen den Nutzen in allem. Wir wollen noch den letzten Tropfen Süße aus allem herauspressen. Wir wollen, daß nichts verloren geht und daß alles optimal verwertet wird. Wir wollen Dinge zusammenhalten, und wir wollen neue sammeln. Wir hören nicht auf, uns anzufüllen mit Gedanken und mit Dingen. Lange schon sind wir wie ein übervolles Gefäß. Und wir verhalten uns, als wollten wir dieses Gefäß immer weiter aufgießen, und geraten in Streß, weil alles überläuft und uns zwischen den Fingern zerrinnt. Obwohl wir seit so vielen Jahren die innere Substanz von allem suchen und die wahre Stärke der Dinge spüren wollen, ist es so schwer, an den Kern zu kommen und uns endlich Befriedigung zu verschaffen. Bräuchten wir die vielen Dinge, wenn wir die Essenz in nur einem einzigen fänden? Aber im Bewußtsein unseres Zeitalters - und damit im Bewußtsein eines jeden von uns - spielen eben die vordergründigen, die materiellen und eindimensionalen Aspekte von Einkommen, Geld, Besitz, Vermögen und Sicherheit eine so machtvolle Rolle. Ist es nicht trotzdem so, daß viele von uns seit einigen Jahren vermehrt danach streben, diesen schmalen Kanal der Wahrnehmung zu verlassen und in weitere Dimensionen hinter den Dingen und wieder hinter diesen Dingen und so fort vorzudringen?

Wie könnte denn ein Weg in die Dimensionen von Geld jenseits der Vordergründigkeit aussehen? Wie könnten wir ein umfassendes Verständnis für alles mit Geld und Besitz Zusammenhängende gewinnen? Gotthold Ephraim Lessing hat uns dafür vor langer Zeit ein schönes Bild gegeben mit dem Kristall, der aus verschiedenen Perspektiven in verschiedenen Farben leuchtet.

In unserem westlichen Denken haben wir uns seit Sokrates angewöhnt, in klaren Begriffen zu kommunizieren, je genauer definiert, um so besser. Eine sehr gute Idee, weil sie Mißverständnisse vermeidet, sie hat aber den Nachteil, daß wir mit dieser exakten Definition nur eine einzige Farbe des ganzen Kristalls wahrnehmen. Sie hat uns deshalb genau auf den Weg gebracht, dessen mangelnde Aussicht und Weitsicht wir heute beklagen, nämlich die Verengung unserer Sichtweise auf einen Ausschnitt aus dem Ganzen. Mit diesem westlichen Tunnelblick betrachtet ist Geld ein Mittel mit gesellschaftlich definiertem Wert und Wechselkurs sowie einer staatlich gegebenen Allgemeinverbindlichkeit, das wir gegen Objekte unserer Begierde eintauschen können.

Geld ist aber unendlich viel mehr, wenn wir begreifen, daß unsere Kommunikation sich von alters her und noch heute archetypischer Bilder bedient. Hinter dem äußeren Schein eines jeden archetypischen Bildes verbirgt sich ein wesenhaftes Sein, das jenseits von Manifestationen existiert und zugleich in jeder erkennbar ist. Archetypische Bilder sind durch eine gemeinsame inhaltliche Struktur ver-bunden, die gemäß den jeweiligen äußeren Bedingun-gen in Erschei-nung tritt. Jeder weiß, daß Bildersprachen verschiedene Perspektiven anbieten, die alle gemeinsam erst die Einheit des gesamten Bildes, das All-Eine in der Vielheit der Erscheinungen ausmachen. Welche Früchte eine solche Übersicht hervorbringt, zeigt etwa die Gemeinsamkeit und Synergie der chinesischen Schriftzeichen und der chinesischen Heilkunde mit ihrem bildhaften, ganzheitlichen Charakter.

Daß wir im Westen nicht in Bildern, sondern in intellektuellen Begriffen kommunizieren, macht, daß wir «immer schon wissen». Es ist, weil wir nicht denken, was wir sehen, sondern sehen, was wir denken, weshalb wir den ganzen Kristall mit allen seinen Farben nicht wahrnehmen. Jedoch könnten wir einen bildhaften Effekt erzielen, indem wir unsere analytische Begrifflichkeit in Netzwerken zusammenfassen, die gemeinsam ein Bild erzeugen. Nichts anderes machen ja auch die neuronalen Netzwerke unseres Leibes. Dann sähen wir immer häufiger die Ganzheit, und wir sähen die Vielfalt im All-Einen zusammenfließen. Wir könnten gleichartige Dinge als miteinander verbunden erkennen, wir sähen, daß Dinge sich trotz verschiedener äußerer Gestalt entsprechen, wir würden Übereinstimmungen feststellen.

Denken in Analogien (lat.-gr. analogia = Gleichartigkeit, Entsprechung, Übereinstimmung) läßt solche archetypischen Bilder vor unserem geistigen Auge entstehen. «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis», sagt Goethe, nämlich für die im Vergänglichen erkennbare umfassendere Wirklichkeit. Finden wir also Analogien für das Gleichnis «Geld» und «Besitz», dann erschließen sich uns neue, zusammengehörige Facetten, und wir erschließen uns ein tieferes Verständnis für Geld, unseren Umgang und unsere Probleme damit.

Verständnis ist abhängig vom Bewußtsein des Wahrnehmenden. Bewußtsein wiederum, so die Physikerin und Heilerin Barbara Ann Brennan [Licht-Arbeit 1989], hat eine Grundstruktur und zeigt sich in materieller Form in den feinstofflicher Leibern, die als Ganzheit unsere Aura  bilden. Die Frequenzen dieser Leiber sind heute bereits zum Teil auch technisch messbar. Schauen wir uns einmal die Bewußtseinssphären unserer verschiedenen Leiber an - beginnend mit dem derzeit verbreiteten höchsten Bewusstsein, dem des Mentalleibes - und greifen dabei die Grundstruktur der Archetypen, die für «Geld» und «Besitz» stehen, heraus.

Im Mentalleib verwandeln wir mentale und praktische Aktivitäten in einen gesicherten Bestand, z. B. in intellektuelles Wissen und individuelle Fertigkeiten. Wir sichern unsere Tätigkeiten, sortieren sie, halten sie für wichtig oder weniger wichtig und machen sie verfügbar für uns und für andere. Durch Selektion schaffen wir uns eine eigenständige mentale Identität. Der äußere Rahmen für diese Sphäre des Bewußtseins ist die Gesellschaft. Im Abgleich mit dem gesellschaftlichen Umfeld findet die bewusste persönliche Abgrenzung und die Erschaffung einer bewussten Identität statt. Hier definieren wir unseren eigenen Wert. Das allerdings macht nur Sinn und ist konstruktiv, wenn dieser Wert der Gesellschaft zur Verfügung gestellt wird, wenn der eigene Wert auch für die Gesellschaft wertvoll ist. Im mentalen Bewusstsein gibt es im optimalen Fall keine Trennung zwischen Ich und Nicht-Ich. Kompetenz und Wissen werden so zum Dienst an Individuum und Gesellschaft. Auf materieller Ebene sind Geld, Besitz, Wohlstand und Armut Ausdruck dieses mentalen Bewusstseins. Kennen wir keinen Dienst, dann gerät die Energie aus den Fugen und wir haben mit einem ständigen Auf und Ab im Materiellen zu kämpfen. Das dienende Bewusstsein des Mentalleibs hat hingegen zur Folge, dass wir unseren inneren Wert auch in materielle Werte umsetzen können.

In der Sphäre des Astralleibes, häufig auch Emotionalleib genannt, geht es um jede Art der Einvernahme von Gefühlen und Äußerung von Emotionen (lat. ex movere = heraus bewegen). Im Astralleib findet ein Geben und Nehmen statt, der Weg von Gefühlen herein und hinaus, ein Austausch zwischen Außen und Innen. Wir fühlen das, was wir von unserem persönlichen Gegenüber empfangen, und wir äußern unser eigenes Gefühl dazu, was unser Gegenüber seinerseits als unsere Emotion versteht. Dabei nehmen wir wahr, was wir fühlen, klären, was es für uns bedeutet, bewerten es intuitiv - das heißt im Gefühl, nicht im Verstand -, steuern es intuitiv an unseren Bedürfnissen aus und integrieren es in unsere Persönlichkeit. Fühlen bedeutet, in einem Meer von Schwingungen zu schwimmen, hier sind wir wie die Welle im Ozean, wir besitzen eine eigene Gestalt und sind doch nicht getrennt. Wir erleben den Austausch zwischen uns und den anderen sehr direkt. Dieser Austausch von Gefühlen findet in der materiellen Sphäre seinen Ausdruck immer in Geld und Besitz. Geld verdienen oder zusammenraffen, ausgeben oder verschleudern entspricht deshalb dem Austausch von Gefühlen. Im Astralleib folgen daraus etwa Neid oder Gier oder umgekehrt die Abwertung von Besitz.

Im Ätherleib empfinden wir unsere energetische Verbundenheit mit dem Meer der niedrigsten feinstofflichen Energie, es gibt keine Abgrenzung der physikalischen Wirklichkeit außerhalb und von derjenigen innerhalb unseres Leibes. In dieser Bewußtseinssphäre interpretieren wir unsere Mitwelt als selbstverständliche Erweiterung unseres Ich, wir erheben persönlichen Anspruch auf diese äußere Wirklichkeit, auf unsere direkt Umgebung, auf unsere Mitwelt und unseren Umraum. Gleichwohl bildet diese äußere die Quelle für unsere innere energetische Wirklichkeit. Sie ist die Matrix für unsere physischen Körper. Ob wir allerdings die volle Resonanz mit der Umgebungsenergie zulassen, hängt von den höheren feinstofflichen Leibern ab. Gefühle, Glaubenssätze und Denkmuster steuern den Ätherleib, denn die höhere Energie hat immer Recht und überformt bei Unstimmigkeiten die niedrigere. Der Ätherleib ist die Ebene, von der die organischen Funktionen gesteuert werden. Auch auf der funktionellen Ebene des Ätherleibes gibt es den Austausch und eine Schwelle zwischen Annehmen und Ablehnen, und diese Schwelle äußert sich im Materiellen in unserer Haltung zu Geld und Besitz.

Auf der letzten und gröbsten Ebene unseres Seins schließlich geht es im physischen Körper, auf der organischen Ebene, um die Nahrungsaufnahme aus der natürlichen Mitwelt und die Transformation und Adaption dieser Stoffe. Die von der Bauchspeicheldrüse (Pancreas) abgesonderten Enzyme spielen bei der Verarbeitung und Verdauung der Nahrung eine entscheidende Rolle, sie dienen im Dünndarm, der für die Selektion und Aufnahme der aufbereiteten Nahrungsbestandteile zuständig ist, für die ersten chemischen Stoffwechselvorgänge, den Wechsel der Stoffe zwischen innen und außen. Der Stoffwechsel formt die zugeführten chemischen Bausteine der Nahrung in Energie um, die wiederum für den stofflichen Neuaufbau nötig ist. Nicht geeignete Stoffe nimmt der Körper entweder erst gar nicht auf oder durch Erbrechen wieder von sich.

All die sehr unterschiedlichen Vorgänge des Austausches in den fein- und grobstofflichen Leibern sind Ausdruck einer Kombination der beiden archetypischer Energien JUNGFRAU und STIER. Die folgende Beschreibung fasst die Kombination beider Archetypen abstrakt. Alle konkret manifestierten Erscheinungen gehören dann zum Spektrum «Geld» und «Besitz».

1. Es werden stoffliche, energetische, gefühlsmäßige, soziale, intellektuelle und geistige Einflüsse gefiltert und geklärt.

2. Die Einflüsse werden umgewandelt, ihnen wird eine für das energetische System «Mensch» verständliche Form gegeben.

3. Die Form wird von anderen, vom energetischen System «Mensch» als nicht geeignet eingestuften Formen abgegrenzt, Brauchbares von Unbrauchbarem geschieden, dem System einverleibt und verwertet.

4. Das energetische System «Mensch» tritt in Austausch mit seiner Mitwelt und stellt dafür seine gefilterten, geklärten und geläuterten Inhalte zur Verfügung.

Wenn wir einmal den bisherigen Weg vom physischen Körper bis zum Mentalleib zurückverfolgen, dann sehen wir jetzt die materiellen Begriffe «Geld» und «Besitz» als nur eine einzelne Facette im prachtvollen Regenbogen, der in den unendlich vielen unterschiedlichen Perspektiven des einen unveränderten Kristalls sichtbar wird. Tatsächlich strahlen die Farben durch alle verschiedenen Sphären des Bewußtseins. Der Regenbogen bzw. die Kombination der Archetypen zeigt sich hier als Selektion und Identität, Selbstwertgefühl und Steuerung, die Kontrolle im Milz-Pankreas- sowie Dünndarm-Meridian , schließlich als die Organe Milz, Pankreas und Dünndarm sowie die Aufbereitung für den stofflichen Neuaufbau. Betrachten wir jeden einzelnen dieser Begriffe für sich, so können wir Rückschlüsse auf die jeweils anderen ziehen und - wie gezeigt wurde - auf unseren Umgang mit Geld und Besitz.

In Wirklichkeit ist natürlich die Kombination von Archetypen unendlich viel facettenreicher als hier dargestellt und zeigt sich in allen stofflichen, energetischen, gefühlsmäßigen, sozialen, intellektuellen und geistigen Phänomenen mit der oben beschriebenen Struktur.

Die geschilderten Facetten gehören unterschiedlichen Bewußtseinssphären an, wir können sie jedoch über einen genau zu lokalisierenden Zugang in unserem Organismus beeinflussen, nämlich über das 3. Chakra oder Manipura-Chakra. Die hier eingehenden Energien integriert der Organismus entweder gemäß seinem aktuellen Bewußtseinszustand, oder er läßt sie nicht zu. Eine ungehindert Energieaufnahme über dieses Chakra läßt die Integration sämtlicher Erscheinungsformen des Archetyps vermuten. Ungleichgewichte oder Blockaden hingegen legen es nahe, allen Facetten des Archetyps nähere Aufmerksamkeit zu schenken. Das Chakra spiegelt einen Teil des Energiestatus des Organismus, und die Praxis zeigt, daß dieser Teil in allen Sphären seinen Niederschlag findet. Umgekehrt lassen Defizite und Blockaden in den stofflichen Sphären Rückschlüsse auf die energetische Versorgung des Organismus zu. Der Körper sendet unaufhörlich Botschaften: Wo Rauch ist, ist auch Feuer.

In ihrer optimalen Form, das heißt ohne Blockaden, steht die Gesamtheit der Archetypen für die Fülle auf jeder Ebene des Bewußtseins. Fülle ist die Präsenz des vollständigen Seins noch in der unscheinbarsten Erscheinung. Nehmen wir das in uns und außer uns wahr und beschränken es nicht durch eine beengte Geisteshaltung und mangelnden Glauben, dann werden wir uns der Fülle, die wir selbst sind, bewußt. Bewußtheit der Fülle ruft Manifestationen der Fülle in uns und außer uns hervor.

Ein solches Bewußtsein ist alltagstauglich und steht gerade dank seiner erweiterten Perspektive mit beiden Beinen in der Realität. Ein solches Bewußtsein kann sich darauf verlassen, daß es die Grundstrukturen des Begriffs in allen Erscheinungsformen dieser Welt rational wiedererkennt und sich zugleich der Einheit dieser Erscheinungsformen bewußt wird, so wie auch eine Diagnose der Bauchspeicheldrüse letztlich erst im Verbund des Gesamtorganismus wirklich verstehbar wird und wir Menschen erst im Verbund des Gesamtorganismus Erde.

Gegenwärtig erleben wir einen kollektiven Sprung vom Bewußtsein des Mentalleibs (Manipura-Chakra) in das des Kausalleibs (Anahata-Chakra), wo es um die Transzendierung der Bewußtseinsinhalte des dritten Chakras in die Weltsicht des vierten geht. Dabei wird auch unser Umgang mit Geld und Besitz transzendiert werden und der hier beschriebene Archetyp eine neue Ausdrucksform erhalten. Wir sehen schon jetzt, wie die diesbezüglichen alten Einstellungen in der Gesellschaft ad absurdum geführt werden. Es wird deutlich, wie ungeeignet sie für den Fortbestand und die Entwicklung der Gemeinschaft sind. Die alten Werte werden zur Zeit zerstört, damit ein neues Bewußtsein entstehen kann. Wir können das Gefäß unseres Bewußtseins nur dann mit neuem Geist füllen, wenn wir es zuvor entleert und gereinigt haben.

Der Autor:

Jürgen Ryzek führt nach einer 20-jährigen Karriere als Business-Berater heute eine „Praxis für Lebensenergie“ in Eurasburg a. d. Loisach. Er ist Master ChiResonanz Berater, Lebensberater nach Tepperwein, Lebens-Energie-Berater nach Körbler (LEB)®, zertifizierter Seminarleiter „Neue Homöopathie nach Erich Körbler“ ®, Astrologe, Coach und Trainer. Besonders hilfreich ist seine individuelle schriftliche Darstellung von Potenzialen der Persönlichkeit, zu bestellen als ChiPotenzial. Kontakt: Jürgen Ryzek,praxis@lebensenergie24.de und www.lebensenergie24.de