Rhea Powers - Wir sind göttliche Energie, die sich in der Form manifestiert |
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Frage: Du sprichst in Deinen Büchern über unsere spirituelle Dimension und unsere Aufgabe auf diesem Planeten. Könntest Du uns diese Ansichten erläutern? Rhea: Wir sind Manifestationen des Einen. Wer wir sind, geht über unsere Geschichte in diesem Leben weit hinaus. Wir haben ein Ego oder eine Persönlichkeit, und wir haben unsere wahre Natur. Unser Ego oder unsere Persönlichkeit besteht aus Strukturen, die wir in der Vergangenheit erschaffen haben, um zu überleben. Die meisten von uns identifizieren sich mit diesen Strukturen, anstatt in unserer wahren Identität - göttliche Energie, die sich in der Form manifestiert - zu ruhen. Man könnte sagen, wir identifizieren uns eher mit unserem Ego als mit unserer Seele. Frage: In Deiner therapeutischen Arbeit mit Patienten wendest Du die „Clearing“-Methode an. Könntest Du diese Methode und andere, die Du benutzt, erklären? Rhea: Die „Clearing“-Methode, die sowohl ich, als auch meine Schüler, benutzen, wird ausführlich in meinem Buch „Heimkehren ins Licht“ beschrieben. Es handelt sich, kurz gesagt, um einen Prozess, durch den Energien, die sich aus verschiedenen Gründen an jemanden geheftet haben, befreit werden. Diese Energien können verlorene Seelen genannt werden. Sie bewohnten einst ihren eigenen physischen Körper, und als dieser Körper starb, hefteten sie sich an jemand anderen, anstatt weiter ins Licht zu gehen und die Evolution ihrer Seele fortzusetzen. Diese gebundenen Seelen bereiten dem „Gastgeber“ Probleme. Diese Energien zu befreien und in die Lage zu versetzen, zur Quelle aller Energie zurückzukehren, dient sowohl dem Klienten als auch demjenigen, der befreit wird. In unseren Gruppen und Trainings benutzen wir auch Rückführungen in vergangene Leben, Meditation, Bewegung, Energiearbeit und verschiedene andere Arten von Prozessen. Obwohl wir verschiedene Techniken lehren, geht es nie um die Technik selbst. Alles, was wir in unseren Trainings tun, hat zum Ziel, die Erfahrung dessen, wer wir sind, vom Ego-Selbst weg- und zur Erkenntnis hinzuführen, dass wir in Form manifest gewordenes Sein sind. Frage: Was betrachtest Du als Dein Haupziel Deiner täglichen Arbeit mit Patienten? Rhea: Wie oben aufgezeigt, ist das Hauptthema, mit dem jeder von uns konfrontiert ist, unsere Identifikation mit unserer Geschichte - sei es in diesem Leben oder in früheren Leben. Wir haben vergessen, wer wir sind. Wir denken, wir seien unsere Geschichte, unsere Körper, unsere Bildung, unsere Einstellungen, unser Geschlecht, unsere Nationalität, unsere Rasse. Obwohl all diese Dinge die Erfahrung unserer Realität beeinflussen, machen sie nur einen kleinen Teil unserer Totalität aus. Wenn es in unserer Vergangenheit traumatische Erfahrungen gab und/oder wir unsere Gefühle unterdrückten, ist die Identifizierung mit unserer Geschichte noch stärker. In diesem Fall muss man sich mit der Geschichte befassen, damit die Energie, die die Identifizierung mit der Geschichte aufrechterhält, befreit wird. Das ist die Art von Arbeit, die im Allgemeinen auf individueller Basis und weniger in unseren Gruppen gemacht wird. Frage: Denkst Du daß wir als Menschen einem besonderen Hindernis gegenüberstehen? Rhea: Das, was uns alle am meisten behindert, ist unser eigener Innerer Kritiker, oder was die Psychologen Super-Ego nennen. Das ist die Stimme in unserem Kopf, die uns (den ganzen Tag lang) sagt, was und was nicht wir denken, tun, fühlen oder sagen sollten. Frage: Du schriebst vor vielen Jahren „Erde im Wandel“. Du sprachst über Erdbeben, Überflutungen ... Wenn Du dieses Buch heute schreiben würdest, was würdest Du sagen? Rhea: Die Veränderungen, die in dem Buch „Erde im Wandel“ erörtert wurden, vollziehen sich derzeit auf unserem Planeten. Viele Menschen spüren ein Gefühl von Dringlichkeit, endlich „in die Gänge zu kommen“, aber sie wissen nicht, wie sie das tun sollten, oder was das genau bedeutet. Viele jener Menschen, die ursprünglich auf diesen Planeten gekommen sind, um ihr Licht und ihre Weisheit in den Dienst der Bewusstseinsveränderung zu stellen, die kommen mus, damit dieser Planet überlebt, sind frustriert und von dem ungeheuren Ausmaß dieser Aufgabe überwältigt. Dennoch, jedes Mal, wenn einer von uns sich unserer wahren Natur öffnet, wann immer wir uns von den Strukturen des Egos/der Persönlichkeit lösen, wann immer wir unsere Identifikation mit unserer Geschichte loslassen und uns unserem Sein öffnen, prägen wir das kollektive Bewusstsein. Wenn das geschieht, werden wir alle ein wenig wacher. Je mehr wir zur Wahrheit erwachen, desto mehr können wir bewirken. Wenn wir unsere Fähigkeit, anderen bei ihrem Erwachen zu helfen, entdecken, können wir eine noch größere Wirkung auf die im Zusammenhang mit der Erde benötigte Veränderung im kollektiven Bewusstsein erzielen. Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen. Das ist das einzige, wofür wir verantwortlich sind. Wir können damit beginnen, indem wir uns fragen: „Wie kann ich meine wahre Natur in diesem Moment leben?“ Frage: Wie können wir erkennen, dass wir mit unserem wahren Selbst verbunden sind? Gefühle, Wahrnehmung, Denken ...? Wie können wir diese Verbindung halten? Rhea: Der Wechsel von der Identifizierung mit unserer Persönlichkeit zur Identifizierung mit unserer wahren Natur ist eine andauernde spirituelle Praxis. Dennoch haben wir alle schon Momente erlebt, in denen wir das berührten, was das Tiefste und Wahrste in uns ist. Wir erlebten Momente, in denen wir uns vom Universum gehalten fühlten, in denen wir die Vollkommenheit der Wirklichkeit erkannten, in denen wir zufrieden mit uns selbst und dem Leben sind. Das sind die Momente, in denen wir in Verbindung mit unserer wahren Natur sind. Frage: Wie können wir das tägliche Leben in den Städten mit der Arbeit, die Du vorschlägst und der Dringlichkeit, diese durchzuführen, in Einklang bringen? Rhea: Meiner Erfahrung nach geht es in diesem Leben darum, unsere Erkenntnisse in die Welt zu bringen. Die meisten von uns, die sich auf einem spirituellen Weg befinden, hatten vergangene Leben, in denen sie in Isolation lebten, sei es in einem Tempel, Kloster oder in einer Höhle im Himalaya. In jenen Leben widmeten wir uns ausschließlich der Vertiefung unserer Beziehung zum Göttlichen. Dieses Mal geht es darum, unser Bewusstsein in den Alltag der Welt zu bringen. Es geht darum, unsere Erkenntnis zu leben. Es geht darum, den Himmel auf die Erde zu bringen. Frage: Was ist Deine Interpretation des Gesetzes vom Karma? Rhea: Karma ist selbst geschaffen. Nach vielen Jahren als Past-Life-Therapeutin ist mir klar, dass wir unser eigenes Karma aus der uns angeborenen Integrität heraus kreieren. Unsere Seele entwickelt sich durch Erfahrungen in der Form. Das ist mit ein Grund, warum wir wählen, uns auf der Erde zu inkarnieren. Wir haben die Erfahrung jedes unserer Leben selbst gewählt. Während wir in der Geschichte des Lebens sind, vergessen wir jedoch, dass wir diese Erfahrung wählen. Während wir in einem Körper sind, entscheiden wir auf der Ebene unserer Persönlichkeit und der Anhaftung an die Geschichten, die wir erleben. Diese Entscheidungen kreieren unser Karma. Frage: Möchtest du noch etwas hinzufügen? Rhea: Wir sollten sanft mit uns umgehen. Ganz gleich wo wir auf unserer Reise zum Erwachen sind, da ist immer noch mehr. Da ist immer noch mehr zu verstehen, zu integrieren, und in unserem tägliches Leben zu verwirklichen. Es ist ein natürlicher Prozess. Unsere Seele will sich ihrer Natur gemäß entwickeln und ausdehnen. In gewisser Hinsicht gibt es für uns nichts zu tun. Und - das ist das Paradoxe daran - wir müssen bereit sein, in jedem Augenblick neu zu sein, loszulassen, wer wir glaubten zu sein, was wir meinten zu wissen, und unseren Seelen erlauben, sich zu entfalten. Wo auch immer wir sind, wir gehen immer nach Hause.
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