Interview mit Pierre Franckh
   
 

Dem Bestseller-Autor Pierre Franckh gelang der Einstieg in die FOCUS-Bestsellerliste der Ratgeber gleich mit drei Büchern – „Erfolgreich wünschen“ und „Wünsch es dir einfach – aber richtig“ und „Wünsch es dir einfach – aber mit Leichtigkeit“.

Frage:
Im Vorwort zu Ihrem neuen Buch "Einfach glücklich sein" (Goldmann/Arkana) schreiben Sie, dass Glück in Ihrem Leben – bis zu einem bestimmten Zeitpunkt – eher flüchtig und rar war. Das ist schwer vorstellbar – hatten Sie nicht als Schauspieler all das erreicht, was glücklich macht?

Pierre Franckh:
Ich befand mich zwar auf dem Höhepunkt meiner Karriere, hatte die schönsten Frauen an meiner Seite, besaß genügend Geld und ging über jeden roten Teppich dieser Welt. Und dennoch war ich nicht glücklich. Nicht erfüllt. Nicht beseelt. Merkwürdig. All das, was ich besaß, konnte mir nicht dieses Gefühl vermitteln?! Hatte ich nicht ein ganzes Leben auf diesen Zustand hingearbeitet? Was nützte mir all der Wohlstand, wenn ich nicht glücklich war? Was nützte mir alle Berühmtheit, wenn ich nicht aus der Tiefe meines Herzens zufrieden war?
Wenn also all das, was ich bisher erreicht hatte, mich nicht zu meinem Glück geführt hatte, was war dann Glück überhaupt? Und wie konnte man es erlangen? Diese Fragen und die gefühlsmäßige innere Leere waren der Antrieb, mich intensiv mit der Frage nach dem dauerhaften Glück auseinanderzusetzen.

Frage:
In „Einfach glücklich sein!“ berichten Sie von Ihrem totalen Rückzug von der Außenwelt, von vier Monaten, die sie ganz allein mit sich und ihren Fragen nach Liebe und Glück verbrachten. Wie haben Sie diese Zeit erlebt und wie hat sich Ihr Leben dadurch verändert?

Pierre Franckh:
Während meines Rückzuges verbannte ich Fernseher und Radio, kaufte genügend zu essen ein und ging in Klausur. Für mehrere Monate befasste ich mich ausschließlich mit zwei Fragen. Wie schaffe ich es je eine wahrhaft tiefe Liebesbeziehung zu führen? Und wie schaffe ich es glücklich zu werden?
In den ersten Tagen wanderten die Gedanken von einem Ort zu anderen und schienen nicht einzufangen zu sein.
Ich dachte an Rechnungen, die ich begleichen müsste, an Freunde die sich Sorgen um mich machten. An die Zukunft  meines Berufes, an vergangene Erlebnisse mit Frauen,  ich dachte daran, dass es doch ein Blödsinn Sie sich in der Wohnung einzuschließen, ich dachte daran an alles mögliche, nur nicht an meine wirklich dringlichen Fragen. Die ersten Tage befahl nicht ich über meine Gedanken, sondern die Gedanken befahlen über mich.
Aber dann, nach einer Woche wurde ich ruhiger und begann mit dieser ungewohnten Stille vertraut zu werden. Ich begann mich immer mehr zu spüren, fand einen festen Rhythmus, und die anfängliche Unruhe wich einer tiefen beseelten Ruhe, die sich mit jedem Tag mehr in meinem Körper ausbreitete.
In der tiefen Gewissheit, dass ich auf dem richtigen Weg war meine eigenen Wahrheiten zu finden, schaltete ich nun sogar den Strom aus, und verbrachte die Abende bei Kerzenlicht.
Im vollkommenen Fehlen von Geräuschen und Bewegungen trat ich in eine wundervolle Stille ein, die mich mit mir selbst in Kontakt treten ließ. Obwohl ich nichts tat, nichts forcierte, nichts erzwang, formte sich die Antworten wie von selbst und nahmen immer mehr Gestalt an. Alle Probleme der Vergangenheit rückten in weite Ferne, obwohl ich sie wahrnahm, waren sie dennoch nicht mehr vorhanden. 
Dafür trat etwas anderes ein, ein Gefühl tiefer Befreiung. Ein fast euphorischer Zustand des Urvertrauens, dass alles richtig ist, so wie es ist. Dass ich „nur“ zu „sein“ brauche und nichts „machen“ oder erzwingen muss. 

Frage:
„Glück ist nichts, was man sich verdienen muss“, heißt es in „Einfach glücklich sein!“. Viel eher sei Leistung auf dem Weg zum Glück eher störend. Gleichzeitig schreiben Sie aber, dass wahres Glück niemals von Außen zufällig in unser Leben tritt. Was genau können wir also selbst für unser Glück tun?

Pierre Franckh:
Glück ist nicht ein großes gewaltiges Gebäude, das erst errichtet werden muss. Glück ist die Ansammlung von vielen, vielen kleinen Momenten.
Wenn wir jetzt in diesem Moment glücklich sein wollen, gibt es nur eins was wir tun sollten:
Wir sollten beginnen unser Augenmerk auf die Dinge zu lenken, die uns ein angenehmes Gefühl schenken. Dies bedeutet nichts anderes als diesen Augenblick, den wir jetzt gerade erleben, einfach nur zu genießen. Die ganze Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was für eine Fülle der jetzige Augenblick bietet. Und natürlich dankbar zu sein. Dankbarkeit lenkt unser Bewusstsein darauf, was wir bereits haben – denn das ist eine ganze Menge. Wir sind im Grunde genommen bereits gesegnet, wir wollen es nur nicht wahrhaben. Ständig vergleichen wir uns mit anderen und wollen eigentlich das haben, was die anderen besitzen. Diese innere Haltung bewirkt andauernde Unzufriedenheit. Wir bewerten uns selbst und andere, die dann in unserer Scala besser abschneiden als wir. Schon befinden wir uns in einer selbstgemachten negativen Gedanken –und Gefühlsschleife. Kein Wunder, dass man dann subjektiv das Gefühl hat, dass Leben wäre gegen einen. Um da wieder auszusteigen braucht es sicherlich ein Umdenken. Das Annehmen von „dem, was im Moment ist“ und das zu lieben. Wenn ich anfange mein Dasein bedingungslos zu lieben, dann betrachte ich meinen Seins zustand bewusst und kann ihn verändern – wenn ich es wirklich will.

Frage:
Ihr Buch handelt nicht nur vom Glück, sondern vor allem auch von der Liebe, die immanent mit dem Glück verbunden ist. Sie schreiben von der Liebe zu sich selbst, zum Partner und zu Freunden, vor allem aber immer wieder vom liebenden Blick. Was ist damit gemeint?

Pierre Franckh:
„Alles was man mit den Augen der Liebe betrachtet, ist schön“ sagt Morgenstern. Wir sollten wieder lernen, alles um uns herum mit Mitgefühl, Respekt und Liebe zu betrachten. Dann verschwinden Neid, Missgunst und andere negativen Gefühle aus unserem Leben. Gerade im alltäglichen Leben ist es sehr wichtig, die positiven Gedanken überwiegen zu lassen.  

Frage:
Verluste, Enttäuschungen und Verletzungen sind für die meisten Menschen Ausdrücke des tiefsten Unglücks. Sie aber interpretieren gerade das Scheitern und Verlieren als Chance für das Glück. Wie funktioniert das?

Pierre Franckh:
Gerade das Gefühl des Scheiterns in meinem Leben, hat mich immer wieder Punkte beleuchten lassen, die mir zu einer ungeheuren Tiefe verholfen haben. Scheitern bedeutet also oft, dass wir vielleicht gar nicht unseren eigenen Weg gehen. Mittendrin in der Enttäuschung wollen natürlich diese ganzen Dinge nicht wahrhaben. Wir leiden, bauen Widerstände auf und kämpfen – wenn wir diese Situation aber annehmen, dann erkennen wir früher oder später, wie sehr wir daraus Kraft geschöpft haben und wie viel wir über uns selbst gelernt haben. 
Durch das Scheitern erkennen wir also oftmals, dass wir vielleicht wichtige Wesenszüge, die uns zu Eigen sind, vernachlässigen. Oder Dinge anstreben, die vielleicht gar nicht so erstrebenswert sind.
In solchen Zeitenliegt auch immer die Kraft des Sammelns und der Erkenntnis.

Frage:
Ihr Buch fordert vom Leser die eigene Einstellung zum Leben und zu sich selbst zu ändern und zum „Glück als innere Haltung“ zu kommen. Das ist sicher ein langer und nicht immer einfacher Prozess. Gibt es auch kleine Tricks für den Alltag – eine Art Schnellkurs zum Glücklichsein?

Pierre Franckh:
Glück ist eine Entscheidung! Sie können sich hier und jetzt entscheiden, glücklich zu sein! Es hält sie niemand davon ab. Vielleicht haben sie im gegenwärtigen Leben ein paar Probleme, aber jetzt in diesem Augenblick, wo sie diese Zeilen lesen, können sie sich entscheiden, glücklich zu sein mit ihrem gegenwärtigen Leben.
Glücklich und dankbar, dass es Lernaufgaben für sie bereithält, die sie bewältigen dürfen. Wenn sie ihre Situation annehmen wie sie ist, dann reißen sie die Mauer ein, die zwischen ihnen und ihrer Umwelt besteht. Öffnen sie ihr Herz und freuen sie sich des Lebens. Es ist ein großartiges Geschenk! Vielleicht haben sie in der Vergangenheit ein paar Dinge gemacht, die ihnen nicht so gut taten – das ist Vergangenheit. Vielleicht haben sie zugelassen, dass andere Menschen Dinge getan haben, die ihnen nicht gut taten – auch das ist Vergangenheit.
Lassen sie ihre Vergangenheit nicht ihre Zukunft bestimmen.
Sie können auch aufhören, andere Menschen verändern zu wollen, damit sie selbst glücklich sind. Verändern sie erstmal sich selbst, damit sie glücklich sind.
Das Gefühl des glücklich seins, können nur wir selbst in uns bewirken. Um glücklich zu sein brauchen wir nichts. Wir meinen oft, dass wir etwas bräuchten und hetzen materiellen Dingen hinterher, die uns aber nur kurzzeitige Befriedigung bringen – aber kein dauerhaftes Glücksgefühl.

Frage:
In ihrem Buch plädieren Sie dafür, das Geschenk des Augenblicks zu nutzen und schreiben über die vielen kleinen Schritte, die zum großen, dauerhaften Glück führen. Was sind und waren Ihre ganz persönlichen Glücksmomente?

Pierre Franckh:
Das Glücksempfinden ist bei jedem Menschen natürlich ganz individuell unterschiedlich. Es ist auch sehr abhängig von der gesellschaftlichen Gruppe in die wir hineingeboren worden sind und den Traditionen, die uns vorgelebt werden. Für mich ist Glück eine Summe vieler Faktoren – der wichtigste ist sicherlich, dass ich eine erfüllte Partnerschaft führe und eine gesunde Tochter habe. Für mich ist die Familie das wichtigste – alles andere ordnet sich dem unter. Nur wenn die Basis stimmt, habe ich Kraft für meine Berufung – das Schreiben und Seminar-Leiter sein.


 

zurück zum Inhaltsverzeichnis


zum Programm des Rainbow-Spirit-Festivals


zum
online-Shop

 



Pierre Franckh stand bereits als Kind auf der Bühne, und gab sein Film-debüt in Helmut Käutners "Lausbubengeschichten".

Seit 1958 spielte er in vielen
Kinofilmen und über 200 Fernsehproduktionen mit. Seit 1996 widmet er sich jedoch verstärkt seiner Autorentätigkeit und hat im Jahre 2000 mit dem Kinofilm "Und das ist erst der Anfang"
(Senator Film) als Autor und Regisseur sein erfolgreiches Debüt gegeben.
Als Autor beschäftigt sich Pierre Franckh seit langem mit Themen der Psychologie,
Beziehungsarbeit und Erotik.

Daraus entstanden die
Bestseller
»Glücksregeln für die Liebe« und
»Erfolgreich wünschen«

Buchtitel aufrufen »»»


Mehr Infos:
www.pierrefranckh.de

Termine auf dem Festival:
Mo. 16.30 Uhr Auditorium
Di. Tagesworkshop ab 10.00 Uhr

  zum Programm des Rainbow-Spirit-Festivals