Interview mit Thomas Mariam Sura über das Rainbow-Spirit-Festival |
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Von der Vision zur Wirklichkeit Mariam Sura: Früher sind wir selber als Aussteller auf Esoterik-Messen gegangen, haben uns dabei aber nicht wohl gefühlt, weil es uns zu kommerziell und kein wirklicher Rahmen für Spiritualität war. Das war der Samen dafür, selbst etwas, das Festival zu starten. Mit einem schönen äußeren Rahmen, wie es das Kongress-Zentrum in Baden-Baden ist, und mit Raum für einen "Spirit", wie wir ihn in Poona und den Communes erlebt haben, für das Gemeinsame, für Singen und Tanzen, für spirituelle Lehrer und Konzerte, Raum für Begegnung und Austausch. Frage:Wie hat es sich entwickelt, dass so unterschiedliche Menschen als Highlights, als Protagonisten zum Festival kommen? Wer darf kommen? Wer soll kommen? Mariam Sura: Als das Festival noch unbekannt war, haben wir die Leute gezielt gefragt und eingeladen, um dem Festival erst einmal ein Profil zu geben. Später sind die Highlights auf uns zu gekommen und unser Kriterium war, ob sie aus unserer Sicht dazu gepasst und ob sie unserem Anspruch an ein bestimmtes spirituelles Niveau entsprochen haben. Frage: Habt Ihr das Gefühl, dass ihr die "Macher" des Festivals seid oder ist es etwas, das passiert, wobei Ihr „nur“ eine bestimmte Rolle spielt? Mariam Sura: Das Festival ist ein Geschehen, arrangiert sich in gewisser Weise von alleine. Frage: Ihr habt durch die Organisation vielfach persönlich Kontakt zu den Highlights, den vielen spirituellen Meistern und Lehrern, die zum Festival kommen. Was hat sich daraus für Euch, für Eure Spiritualität ergeben? Mariam Sura: Es hat sich eine innere Weitung bei uns eingestellt, auch in dem Sinne, dass ein Teil der anfänglichen Ehrfurcht, verloren gegangen ist. Heute bewegen wir uns mit den Highlights auf einer Ebene des gegenseitigen Respekts und der Wertschätzung und verkehren auch so mit einander. Wir sind Freunde in einer Herz-zu-Herz-Begegnung und es haben sich sehr viele dauerhafte Freundschaften daraus entwickelt, welche zeigen, wir schwingen gleich und haben uns gegenseitig etwas zu geben. Der Rahmen, den wir bieten, was durch uns passiert, ist ja auch für die Lehrer und Meister ein großes Geschenk. Wir begegnen uns auf einer Ebene. Es hat mittlerweile die Qualität von Freunden, die sich beim Festival treffen, die vielleicht verschiedene Standpunkte vertreten, unterschiedliche Interessen haben, wo es aber keinen wirklichen Unterschied gibt. Es ist eine Ebene von starker Würdigung und Dankbarkeit entstanden, ganz natürlich, nicht hierarchisch, die allen gut tut – auf jeden Fall mit jenen Highlights, die sich in einer wunderbaren Einfachheit geben. Mit den Vertretern, die eine Art Hofstaat um sich herum kultivieren, die auf einem Podest stehen, entsteht nicht solch ein persönlicher Kontakt, weil diese gar nicht daran interessiert sind, sich auszutauschen. Was für uns völlig in Ordnung ist und passt. Frage: Ihr schreibt auf Eurer Webseite, dass das Zeitalter der Gurus vorbei ist. Meinst Du das eben Gesagte damit? Mariam Sura:Ja, was unsere Lehrer schon immer gesagt haben, z.B. Osho vor 25 Jahren, dass er nur Freund sein will. Dies auf die Erde zu holen, hier in diesen Moment, heißt selbst in die Verantwortlichkeit zu gehen. Wenn alles eins ist, wenn alles erleuchtet ist, dann bin ich das genauso wie du. Ob du dich Lehrer nennst oder ich mich Veranstalter, in der Rolle, die wir wahrnehmen, da gibt es keinen Unterschied. Jedes einzelne Puzzle-Stück ist für das Gesamte von absoluter Bedeutung. Dieses Bewusstsein an sich heran zu lassen und auch demjenigen gegenüber, der sich als Erwachter zu erkennen gibt oder erkannt wird, auf dieser Ebene zu begegnen ist ganz alleine die eigene Verantwortung. Wenn ich, wie ich es beispielsweise früher gemacht habe, alle Verantwortlichkeit und auch alle Schönheit auf einen Lehrer projiziere, so ist es in dem Moment, wo mir dies bewusst wird, meine Verantwortung, diese Schönheit wieder zu mir zurückzunehmen, in mir zu integrieren und zu sehen: Ich bin das. Frage: Wieweit ist das Rainbow-Spirit-Festival an den Ort Baden-Baden gebunden und an das Kongress-Zentrum? Könnte das Festival auch an einem anderen Platz stattfinden? Mariam Sura: Letztes Jahr war das erfolgreichste und am besten besuchte Rainbow-Spirit-Festival und wir haben gemerkt, dass das Kongresszentrum voll ausgelastet war. Deswegen und weil für uns die Kosten in Baden-Baden ständig gestiegen sind, haben wir uns zeitweise nach einem anderen Platz umgesehen, auch weil an Pfingsten in Baden-Baden oft noch mehrere andere Großveranstaltungen stattfinden und dadurch das Angebot an Unterkünften eingeschränkt ist. Unser Wunschplatz ist und bleibt natürlich Baden-Baden, wegen der Schönheit der Umgebung, aber zum ersten Mal spüren wir die Bereitschaft, auch an einen anderen Platz zu wechseln, wenn das Festival wie die bisherige Entwicklung zeigt, immer größer wird. Auf jeden Fall ist es uns sehr wichtig, den Charakter des Festivals zu erhalten, d.h. wir wollen nicht wegen der Platzfrage in ein x-beliebiges Messezentrum umziehen. Dabei spielt natürlich auch die Kostenfrage eine Rolle. Es ist nicht so einfach, die Balance zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen zu halten. Wir bemühen uns die Eintrittspreise weiterhin erschwinglich zu gestalten, anderseits sollen der Platz und die Umgebung angemessen und schön sein. Es entstehen ja nicht nur während des Festivals selbest immense Kosten, sondern wir müssen für die Organisation das ganze Jahr ein Büro mit mehreren Mitarbeitern und ein Lager unterhalten. Es fallen Kosten an für Planung und Werbung und vieles mehr, was oft unterschätzt wird, das ganze Jahr über. Frage: Was ist für Euch persönlich in Verbindung zum Festival wichtig? Mariam Sura: Optimal wäre es für uns, wenn das Festival-Team so selbstverantwortlich arbeitet, dass mir und Teresa auch während des Festivals mehr Freiraum bleibt, um an Veranstaltungen, die uns am Herzen liegen, teilzunehmen. Am schönsten ist, wenn alle Beteiligten, einschließlich uns und Team, das Festival genießen können. Frage:Was für Neuerungen plant Ihr für das kommende Festival? Mariam Sura: Wir wollen dem Feiern und Tanzen miteinander noch mehr Raum geben, z.B. mit Live-Tanzmeditationen - und wir schaffen noch mehr Raum für die Festival-Familie der Besucher um sich zu treffen, beisammen zu sitzen, zu plaudern... Dazu haben wir eine Art Super-Lounge kreiiert, einen schönen, großen, aber gemütlichen Meeting-Point, wo man sich immer wieder treffen kann oder mit neuen Freunden zusammen sein und sich austauschen kann. Wir wollen in dieser High-Energy des Festivals, das Lebendige, Fröhliche, das Miteinander noch mehr fördern. Frage: Vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Devasetu W. Umlauf, ursprünglich für Jetzt-TV (www.jetzt-tv.net). |
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