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Komm, komm ...
wer immer du bist,
Wanderer, Götzen-
anbeter, du, der du
den Abschied liebst,
es spielt keine Rolle.
Dies ist keine Karawane
der Verzweiflung.
Komm, auch wenn du
deinen Schwur tausend-
fach gebrochen hast.
Komm, komm,
noch einmal, komm.
( Hazreti Rumi )

Sufismus  tasawwuf

Sufismus ist die Wissenschaft, der Weitergabe des Islam von Herz zu Herz oder wie das intimere Verhältnis zum Schöpfer erlangt bzw. erhalten wird. Sufismus ist ein Werkzeug zum tieferen Verstehen des täglichen Lebens im Einklang mit der Schr'ia. Sufismus ist auch als Bezeichnung für institutionalisierte " tariqas" (Pl. richtig: turuuq ) bekannt geworden, welche meist unter dem Namen einer ihrer Meister oder dessen Herkunft bekannt sind. Es ist notwendig für einen Muslim, dass er sich diesem Weg zuwendet, wenn er den Islam richtig leben will. Sufi ist der Name, welcher einmal dejenigen gegeben wurde, welcher sich von den Vergnügen der Welt mehr ider weniger abwandte, um am Weg zu seinem Schöpfer nicht zu stolpern. Tassawuf ist eine andere Bezeichnung für Sufismus bzw. für die maximale Lebensqualität oder maximale geistige Dimension des Muslim: "Dienerschaft" in Bezugung der Einheit. (M.A.B.M.)

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www.sufismus.de

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Dreh mich, wie ein Wasserrad den Mühlstein dreht.
Wasser in Hülle und Fülle, ein lebendiger Fluß.
Halt mich fest an einem Ort, und streu die Liebe ziellos aus.
Blätterregungen im Wind, Stroh, zu Bernstein hingezogen,
alle Teile der Welt sind verliebt,
aber sie verraten ihre Geheimnisse nicht: Kühe, die auf einem
Altartisch grasen, Ameisen, die in Salomos Ohr flüstern,
Berge, die ein Echo murmeln. Himmel, friedlich-still.
Wäre die Sonne nicht verliebt, dann hätte sie keine Helligkeit,
der Hang des Hügels keine Grasdecke.
Der Ozean würde allmählich irgendwo zur Ruhe kommen.

Sei ein Liebender wie sie, damit du allmählich deinen GELIEBTEN kennst.
Sei treu, damit du vielleicht die TREUE kennenlernst.
Die übrigen Teile des Universums nahmen nicht
die nächste Verantwortung der Liebe auf sich, wie du dies vermagst.
Sie hatten Angst, sie könnten einen Fehler begehen
mit ihr - der erleuchteten Kenntnis,
die dem Verliebtsein entspringt.

Rumi: Die nächste Verantwortung nach dem Verliebtsein

Sufismus (arabisch tasawwuf ), Sammelbezeichnung für unterschiedliche Gruppierungen einer bedeutenden islamischen Glaubensrichtung, mit mystischen Traditionen und Riten.

Ursprung

Obwohl die Sufis ihre Bewegung auf Mohammed und ihm vorhergehende Propheten zurückführen, ist der Begriff Sufi erst relativ spät bezeugt (in Kufa im Irak, zur Zeit der Abbasiden im 9.   Jahrhundert n.   Chr.). Möglicherweise stammt er von dem arabischen Wort suf ab, was soviel heißt wie "grobes wollenes Gewand". Die Bewegung als solche wurde erst im frühen 10.   Jahrhundert begründet, breitete sich allerdings bis Ende des Jahrhunderts bereits über den heutigen Irak (Basra und Bagdad, der Hauptstadt des Abbasidenreiches) sowie die restlichen islamischen Gebiete (Iran, dem Hedjas und Ägypten) aus. Anhand dessen, was über Lebensweise, Doktrin und Ritus der Bewegung bekannt ist, lässt sich eine bemerkenswerte Ähnlichkeit des Sufismus und mit älteren nichtislamischen asketischen, mystischen Bewegungen, wie z.   B. Nestorianismus, Gnostizismus, Neoplatonismus, Manichäismus und Buddhismus, feststellen. Diese Traditionen existierten bereits lange bevor die ersten sufistischen Gruppen in denselben Gebieten erschienen. Der Überlieferung zufolge standen die traditionellen Muslime dem Auftauchen der Sufis zunächst feindlich gegenüber. Ihre Anerkennung, die erst im 11. und 12.   Jahrhundert erfolgte, verdankten sie den Bemühungen und Schriften bedeutender Mitglieder der sunnitischen Gelehrtenschicht, wie z.   B. Al Ghazali .

Begriffserklärung

Der Begriff Sufismus umfasst eine Vielzahl von Bedeutungen. Der Sufismus verfügt über kein festgeschriebenes Glaubensbekenntnis, keine orthodoxe Lehre, Traditionen und Praktiken seiner Anhänger weichen beträchtlich voneinander ab. Einige Gelehrte teilen die Sufis nach ihren wichtigsten theologischen Anschauungen in theistische, monistische oder pantheistische Gruppen ein. Unabhängig davon teilen die meisten Sufis den Glauben an eine besondere Freundschaft (Walaya) mit Gott. Auch glauben sie an ihre Fähigkeit, eine Art geistige Einheit, Gemeinschaft oder Verbindung mit Gott und der Gnosis, d.   h. der unmittelbaren Erkenntnis der göttlichen Wahrheit (Haqiqa), eingehen zu können.

Die Sufis erkennen die geistige Autorität ihrer Meister und deren Bund mit Gott in der Meditation an und glauben, dass es in jeder Generation einen "vollkommenen Meister" gibt, von dessen Anwesenheit das Weiterbestehen der Welt abhängt. Seine Gegenwart erschließt sich jedoch nur demjenigen, der die volle sufistische Erfahrung erreicht hat, und zwar die Überwindung des eigenen Selbst (Fana), das Überleben mit Gott (Baqa) und die Gnosis (marifa). Der "vollkommene Mensch" des Sufismus besitzt viele Züge, die auch dem Imam des traditionellen Schiismus eigen sind.

Bestimmte islamische Praktiken werden auch von Sufis befolgt, wie z.   B. ein nicht an das Zölibat gebundenes Mönchstum, die Verherrlichung der Armut und folglich das Vertrauen an ein Überleben ausschließlich durch Gottes Gnade (Tawakkul), öffentliche Selbsterniedrigung (wie vorgetäuschte Zügellosigkeit), rituelle Wiederholung formelhafter Wendungen, die Gottes Namen enthalten (Dhikr), sowie die Gleichstellung von Gott und Liebe. Musik und Dichtung (Sama) sind im Leben eines Sufi häufig von größter Bedeutung, wobei sie gewöhnlich vom Islam verbotene Themen wie weltliche Liebe und Alkoholrausch als Symbole für die göttliche Liebe und die Ekstase aufgreifen ( siehe Derwisch ).

Die Sufis gehen davon aus, dass sie sich aufgrund ihrer höheren Erkenntnis über die bloß die Uneingeweihten betreffenden Einschränkungen des islamischen Gesetzes ( siehe Scharia ) hinwegsetzen könnten, deshalb werden sie häufig des Antinomismus beschuldigt.

Seit dem 13.   Jahrhundert gründen die Sufis Bruderschaften oder Tariqas (derselbe Begriff bezeichnet auch den Weg zur Erkenntnis). Zu den bedeutenderen heutigen Bruderschaften zählen die der Marabuten und der Senussi (im arabischen Nordafrika) sowie die Nimatullahi, Bektashya, Naqshbandis und Chishtis (im Iran, der Türkei, Zentralasien und Indien).

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