Diese Seite ist der Arbeit von Heartkids e.V. und Ihrer Gründerin Judith Retz gewidmet.

Judith über sich selbst:
Menschen fragten, wer ich eigentlich bin... Hier der Versuch einer Antwort: www.heartkids.info/judith.html

„Es gibt weder große Entwicklungen noch wahre Fortschritte auf dieser Erde, solange noch ein unglückliches Kinde auf ihr lebt.“ (Albert Einstein)

Das ist Judith Christina Retz, 29 Jahre und Gründerin von Heartkids e.V.

Judith kommt aus Freiburg und lebt seit 2 Jahren in Indien. Sie begegnete uns auf dem Rainbow Spirit Festival in Baden Baden Anfang Juni 2006. Angezogen von den wunderschönen Fotographien indischer Kinder kamen wir ins Gespräch. So erfuhren wir ihre Geschichte, eine Geschichte, die uns tief berührte und seither nicht mehr loslässt.

Vor zwei Jahren wurde Judith, die zu diesem Zeitpunkt Sozialwesen studierte, plötzlich krank. Niemand wusste was ihr fehlte. Es ging ihr zusehends schlechter und sie wurde täglich schwächer. Dann, so berichtete sie, erinnerte sie sich an einen tiefen Wunsch, einen Traum, den sie sich nach Abschluss ihres Studiums erfüllen wollte: eine Reise nach Südindien, hin zu dem Heiligen Berg Arunachala (in Europa vor allem bekannt geworden durch den indischen Heiligen Ramana Maharshi (1879-1950), dessen Bescheidenheit und tiefe Weisheit auch heute noch viele Menschen berührt.

Entgegen der Warnung von Freunden und Eltern buchte sie den Flug nach Indien und machte sich auf die Reise – hin zu dem Berg, der seit langem eine große Anziehungskraft auf sie ausübte. Überraschenderweise fühlte sich Judith trotz der Anstrengungen der Reise nach wenigen Tagen gesund und von Tag zu Tag kraftvoller.

Sie erzählte uns von der Schönheit und Vielfalt Indiens und von dem Elend vieler Menschen, das ihr hier begegneten.

„Die große Armut der Straßen- und Waisenkinder erschütterte mich bis tief ins Herz“, so Judith. Doch nicht nur die Armut, auch die Schönheit dieser Kinder weckten in ihr den tiefen Wunsch etwas für diese Kinder zu tun, ihnen zu helfen. Zusammen mit einem Inder, den sie vor Ort kennen lernte, begann sie Pläne zu schmieden. Der Wille zur Hilfe war da, doch es fehlten die Mittel. Als sie Indien verlies versprach sie so bald als möglich zurück zu kommen. „Ich wusste nicht wie und ich verfügte über keine Mittel, doch ich wusste, dass ich hierhin zurück kommen musste – ich musste etwas tun für diese Kinder. Da lebten zum Teil zweijährige Kinder auf der Straße und sie hatten nichts und niemanden“.

Am Fuße des Berges gab es ein großes Angebot an spirituellen Workshops für Touristen. Die meisten von ihnen –vorwiegend Westler- auf der „Suche nach sich selbst“ besuchten teuere Workshops und wohnten für längere Zeit in Ashrams. „Es machte mich sehr betroffen,“ so Judith, „dass sie bereit waren teure Workshops zu bezahlen, und das sie umgebende Elend mehr oder weniger ignorierten“.

Zurück in Europa gewann sie einige Freunde für ihr Unternehmen und gründete im Frühjahr 2004 den deutsch-indischen Verein „Heartkids e.V.“ mit Hauptsitz in Tiruvannamalei/Tamilnadu am Fuße des heiligen Berges Arunachala. Sie fand einen ersten Sponsor, der ihr monatlich 100 € spendete. „Das ist in Indien sehr viel Geld“, so Judith. Sie reiste erneut nach Indien und wurde bereits sehnsüchtig erwartet.

„Es ist die Liebe zu den Menschen, die unsere Arbeit trägt“, so Judith. Liebe jenseits der Hautfarbe, der Kaste oder einer bestimmten Religion. Aus dieser Liebe entspringt das ganz natürliche Mitgefühl mit den Ärmsten der Armen, die oft ein Dasein in den Straßen Indiens fristen, das man sich in Europa nicht einmal annähernd vorstellen kann.

Unsere Schwerpunkte sind Häuser für Waisen- und Straßenkinder, Kidcenter mit kostenloser Nachhilfe, Spiel, Sport, Tanz, med. Behandlung und materieller Versorgung für besonders bedürftige Kinder usw.

Heute –nach zwei Jahren- ist einiges geschehen. Hier ein Auszug aus der homepage (www.heartkids.de)

Ich lebe jetzt vorwiegend vor Ort in Indien.

Wir haben ein wunderschönes Stück Land am Fuße des heiligen Berges Arunachala in Tiruvannamalai gekauft, auf dem gerade die ersten beiden Häuser für Waisen- und Straßenkinder entstanden sind: in jedem Haus leben momentan zehn Kinder im Alter von 2 - 14 Jahren und werden jeweils von  einer Hausmutter betreut.
Gekocht wird außerhalb in einem provisorischen Küchengebäude, so dass sich die Frauen in den Häusern ganz auf die Versorgung der Kinder konzentrieren können. Ein Drittel der Kleinen kommt aus dem Tsunami-Gebiet, etwa ein Drittel aus Tiruvannamalai und die anderen Kinder stammen aus den umliegenden Dörfern, wo die Lebensbedingungen teilweise extrem schlecht sind.

Am 17. April 2006 war die Einweihungsfeier.
Es ist ein ganz besonderer Ort, an dem noch mindestens Platz für fünf weitere Gebäude ist.

„Es ist unsere Vision, den Kindern eine glückliche Kindheit mit viel Geborgenheit und Zuwendung zu schenken, die es am allernötigsten haben. Bei der Auswahl der Kleinen wurden wir mit Schicksalen konfrontiert, die uns tief berührt haben und ein deutlicher Hinweis darauf sind, dass es unglaublich viele Kinder in Indien gibt, die dringend ein Dach über dem Kopf und eine dicke Portion Nahrung für den Körper und die Seele brauchen. Fast täglich bekommen wir neue Anfragen und müssen zur Zeit leider immer ablehnen mit dem Verweis darauf, dass unsere Häuser voll sind.


"Ihr Lieben
 
seit einiger Zeit verteilen wir an die Tsunami-Herzenskinder kleine in Deutschland genaehte Stoffherzen - als Zeichen der Liebe und des Mitgefuehls. Wir arbeiten jedes Wochenende mit 300-500 Kindern im Rahmen unseres "Heartkids-Days", um den Kindern zu helfen, wieder mit dem Meer Frieden zu schliessen, vor dem sie meist grosse Angst haben, um ihre zarten Herzen zu erleichtern, die so viel Schlimmes erlebt haben die letzten Wochen seit der Flut und um einfach froehlich mit ihnen zusammen zu SEIN.

Jetzt sind unsere Herzen aus - und wir brauchen Eure Hilfe!!!

Die Kinder lieben dieses Geschenk, gerade wenn sie Angehoerige verloren haben, ist das ein kleiner Trost, der sie sehr beruehrt. Im Gegenzug basteln die Kinder hier uebrigens auch Herzen fuer deutsche Kinder - sozusagen als Dankeschoen...

Wer sich angesprochen fuehlt, kann gerne unseren Flyer im Anhang lesen und gegbenenfalls auch weitergeben an Schulen, Kinderkrankenhaeuser, Altenheime oder Privatpersonen, die den kalten Winter nutzen moechten, um im Warmen Herzen fuer Heartkids zu naehen :-)...

HERZENSgruesse -

Judith Christina und die Heartkids-Crew"

Herzen für die Heartkids

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"IHR LIEBEN,

viel, viel hat sich getan seit meiner „Deutschand-Tour“, die zwar erst eine Woche zurückliegt, jedoch schon seit einer halben Ewigkeit vergangen zu sein scheint. In Deutschland hatte ich manchmal fast den Eindruck, dass der Tsunmai und seine Folgen schon fast wieder „out“ sind, doch das entspricht absolut nicht der Realität vor Ort und wir brauchen wohl noch jahrelang die Unterstützung der „reichen“ Welt, um den Opfern der Katastrophe zu einem freien und selbstbestimmten Leben verhelfen zu können. So bitte werdet nicht taub, stumm und blind!

...Heartkids erblüht....

 

1. Wir haben gestern unseren ersten offiziellen „Heartkids-Day“ in einem Zentrum für wohnungslose Kinder gestaltet und es war mehr als ein voller Erfolg! Unser Programm kam unglaublich gut an und die Kinder werden noch sehr lange von diesem wunderbaren Tag zehren können... In Kürze:

- „Kerzen-Herz“: Anzünden von Kerzen in Erinnerung an die Tsunami-Opfer bei besinnlich-lebendiger Musik.

- Tanzen: zu tamilischer Filmmusik, was die Kids total lieben (den CD-Player und die CDs werden wir dem jeweiligen Center immer schenken)

- Malen: die Kinder bekommen Papier und Stifte und werden dazu aufgefordert, ihre Erinnerungen an den Tsunami-Tag bildlich auszudrücken. Danach rufe ich sie einzeln zu mir und lasse sie erzählen (mit Dolmetscher). Es sprudelt nur so aus ihnen heraus... Es sind Geschichten, die wir uns nicht vorstellen können, die an Angst und Schrecken kaum zu übertreffen sind – und es berührt so tief. Besonders schwer getroffene Kids (Waisen und Halbwaisen) „adoptieren“ wir sofort als Patenkinder.

- Schmeichelherzen: jedes Kind bekommt ein kleines Herz aus Stoff geschenkt, in Deutschland genäht von Schulklassen, einem Internat für blinde Kinder, von Jugendlichen in der Psychiatrie und von anderen SchneiderInnen J. Alle fahren auf diese Herzen ab und es ist sehr süß zu beobachten, wie selbst coole 16-jährige Jungs sich das Stoffherz um den Hals hängen...

- Friedenstanz: alle Kinder (gestern waren es an die 200) machen einen großen Kreis und wir tanzen gemeinsam einen Friedenstanz („Walking tree“ von Kailash) und singen das Friedenslied „OM SHANTI OM“. Ich glaube, das war unser Highlight... So still. Und tief. Und voller Liebe füreinander.

- nach unserer Abfahrt bekommt jedes Kind ein neue Kleidung (haben wir bereits davor eingekauft in den passenden Größen) und das Zentrum bekommt unterschiedliches Spielzeug zur Verfügung (Springseile, Cricketschläger, Bälle, Autos...), das sich die Herzenskinder zukünftig ausleihen können. 

 

Wir werden in den nächsten Monaten jedes Wochenende an Indiens Ostküste sein, um an ganz unterschiedlichen Orten einen Heartkids-Day zu gestalten.

 

2. Neben dem Heartkids-Day, der Vermittlung von Patenschaften und dem Bilden von Heartkids-Familien für Waisenkinder in Tiruvannamalai haben wir mittlerweile ein viertes Heartkids-Tsunami-Projekt: das „Fischerfamilien-Empowerment-Programm“:

Problem ist, dass die arbeitslosen Fischer den von der Regierung gezahlten Schadensersatz vertrinken – Alkohol schon am morgen... Es gibt nicht genügend Holz, um die armen Familien mit den kleinen Holzbooten zu versorgen, so dass es nichts zu tun gibt für diese Menschen. Bevor die arbeitslosen Fischer als Alkoholiker enden, werden wir die Fischerdörfer an der Küste „abklappern“, dort jeweils ein großes Gemeinschaftszelt als Dorf-Treffpunkt errichten und eine Woche vor Ort bleiben (wir haben eine französische Freundin, die dies mit viel Freude tut), um sogenannte „Fischer-Gemeinschaften“ zu bilden: je 7 Familien, die sich mit dem Geld der Regierung ein großes Boot kaufen und dieses dann gemeinsam nutzen. Die Frauen werden die Gemeinschaften verwalten. Wir werden diese Dörfer danach regelmäßig besuchen um zu sehen, wie es läuft. Und wir werden die Meeting-Zelte auch als Anlaufstelle für die Kinder nutzen, so dass wir direkt auf ihre Bedürfnisse eingehen können.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wir fangen wohl noch diese Woche mit unserem neuen Projekt an.

 

3. Wir haben jetzt ein 12-köpfiges deutsch-österreichischen Heinzelmenschen-Team in eben diesen Ländern, das mich bei meiner Arbeit tatkräftig unterstützt. Bezüglich Spendenquittungen, Promotionsarbeit (Fotos, Slideshows, Flyer...), Begleitung von Veranstaltungen, Übersetzung u.ä. sind sie nun emsige Helfer und ich erlaube mir dann und wann, in Mails an sie weiter zu verweisen bzw. eure Anliegen direkt an sie weiterzuleiten. Sonst werde ich der täglichen Mail- und Arbeitsflut nicht mehr gerecht. Danke!

 

4. Wir haben jetzt einen Heartkids-Song! Er wurde von meinem lieben Freund und 2. Heartkids-Vorsitzenden Stephan komponiert, ist wunderschön, kommt hier bei jung und alt total gut an und ich wünschte, er wird bald ein Welthit – love rules the world J... Wer Interesse an dem Lied hat, kann sich gerne an stephanrau@gmx.de wenden.

 

5. Unsere Homepage wächst täglich und schmökert doch einfach mal ein bisschen darin herum, wenn euch nach merh Heartkids-Infos ist. www.heartkids.info

 

6. Ich werde ab Anfang Mai für ca. 8 Wochen in Deutschland sein, um von der Heartkids-Arbeit in Indien zu berichten. Mein Programm füllt sich bereits und ich würde euch bitten, mir rechtzeitig bescheid zu geben, wenn ihr mich gerne zu einem Foto-Vortrag oder sonst einem Happening J einladen möchtet!

 

7. Der Tsunami hat viel Schaden angerichtet. Doch zugleich sehe ich darin eine große Möglichkeit, dass wir endlich die EINE Welt werden, die wir sind. Es mag utopisch sein, doch das Potential  für eine große Menge mehr Mitgefühl und Sorgsamkeit füreinander ist da. Es ist so leicht, die Welt zu einem friedvolleren Ort zu machen, wenn wir nur den Mut dazu haben und unsere Faulheit überwinden... So, nun genug der Moralpredigt J.

 

VON HERZEN ALLES LIEBE!!!

 

Judith Christina
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Ihr Lieben bekannten und unbekannten Menschen,

WIR BRAUCHEN EURE HILFE!

Wie Ihr sicherlich durch die Presse mitbekommen habt, ist an Weihnachten in Asien ein grosses Unglück geschehen – und die Ostküste Indiens (100 km entfernt von Tiruvannamalai, wo ich seit September lebe und mich für die Ärmsten der Armen engagiere) ist ist stark davon betroffen.

DIE LAGE: Ich war gestern vorort, um die Lage zu checken, und ich bin tief betroffen: in Cuddalore kam das Wasser gegen morgens um 6.30 Uhr mit grosser Wucht ca. 1,5 km ins Landesinnere geströmt und hat alles mitgenommen, was nicht niet- uind nagelfest ist.

Ein Meer der Verwüstung: Fischerhütten wurden dem Erboden gleichgemacht, Hauswände eingerissen, Autos zertrümmert – und viele Tausend Menschen, viel mehr noch als in der Presse berichtet, getötet - vor allem die Fischerleute, die um diese Zeit auf dem Meer waren, und die Kinder, die morgens bereits am Strand spielten und der Flutwelle einfach hilflos ausgeliefert gewesen sind. Ich bin zwei Stunden am Ufer entlang gelaufen, um mir ein Bild des Ausmasses der Zerstörung zu machen: wo vorher Strassen waren, ist nun Sand. Im Sand stecken Küchenutensilien, Schuhe, Kleidung, Spielzeug. Es wird nicht geplündert, alle sind tief geschockt. Die Toten wurden bereits überwiegen geborgen, doch das Meer spült weiter Körper um Körper an.

Gestern war alles gespenstisch still, nur das Weinen einiger Frauen ist zu hören, die laut den Tod ihrer Ehemänner und/oder Kinder beklagen. Und die Kinder sitzen stumm mit leerem Blick. Noch bis Mittwoch ist es verboten, sich länger in Ufernähe aufzuhalten. Es besteht die Gefahr von Nachbeben und weiteren Flutwellen. Die Überlebenden befinden sich vor allem in den total überfüllten und dreckigen Krankenhäusern oder sitzen laut weinend vor den Hallen, in den all die vielen Leichen zur Identifizierung aufgebart sind. Wie oft hat es die Ärmsten der Armen am heftigsten getroffen - kaum eine Fischerfamilie ist verschont geblieben. Habe mit einigen schwer traumatisierten Frauen gesprochen, die nun nichts mehr besitzen als die Kleidung, die sie am Leibe tragen. Sogar die meisten Kinder wuren ihnen genommen.

 

UNSER PLAN: Wir, die indisch-deutsch Heartkids-Crew, wollen schnellst möglich helfen. Wir planen, am Donenrstag (30.12.) wieder nach Pondicherry, Caddalure und in weitere Dörfer der Umgebung zu fahren, um dorf so viel Kleidung und Decken wie möglich zu verteilen.

Bei dem Wiederaufbau der Hütten wird die Regierung behilflich sein und Reis wird bereits täglich von hilfsbereiten indischen Privatleuten verteilt. Medikamente sind anscheinend kaum notwendig, da die meisten entweder tot oder nur sehr leicht verletzt sind. Die meisten Menschen nutzen das Krankenhaus lediglich als kostenlose Unterkunftsmöglichkeit.

An Kleidung und Decken dagegen mangelt es sehr, das Wetter ist umgeschlagen, es ist kalt und windet. Vor allem Frauen und Kinder frieren, haben keine Möglichkeit, sich zu schützen.

 

EINE BITTE: Wer sich angesprochen fühlt von der Arbeit, die Heartkids e.V. leistet, ist herzlich willkommen auf das deutsche Konto zu spenden. Das Geld kommt schnellst möglich und DIREKT den Opfern zugute. Wir arbeiten ehrenamtlich!

Wenn Ihr mir zudem per Mail mitteilt, wieviel Ihr gespendet habt, weiss ich sofort, wieviel ich in Kleidung und Decken investieren kann... Wir haben leider noch kein Online-Banking, um den Kontostand ständig zu überprüfen.

 

SPENDENKONTO:

Heartkids e.V.
Kontonr. 12215955

BLZ: 680 501 01 (Sparkasse Freiburg)

 

IN DICKES DANKE an all die Menschen, die uns durch ihre Spenden und durch das Weiterleiten dieses Aufrufes helfen zu helfen!

 

Wir wissen Euer Vertrauen sehr zu schätzen.

 

Kontakt: www.heartkids.info

 

ALLES LIEBE!

 

Die Heartkids-Crew

Judith Christina...Viji...Raja...Lydia...Stephan...Ramesh...und die Herzenkinder

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HEARTKIDS-RUNBRIEF 04.01.05

IHR LIEBEN,

Es ist mal wieder Zeit fuer die Heartkids-News…

UNSER TRANSPORT

Gestern waren wir wieder an der Kueste, dieses Mal mit zwei Fahrzeugen, voll beladen: 1080 Seifen, 300 Schlafmatten, 130 Bettdecken, 250 Saris fuer Frauen, 40 Kleider fuer jugendliche Maedchen, 150 Kinder-T-Shirts, 100 Handtuecher (auch um Babies einzuwickeln) und eine ganze Menge gebrauchte Kleidung (von TouristInnen gespendet). Wir haben insgesamt an die 600 Menschen versorgt. …und es war ein langer Tag!

Mittlerweile wird davon abgeraten, die Waren persoenlich und direkt in den betroffenen Doerfern abzugeben - auch weil kuerzlich eine Helfer-Crew verpruegelt worden ist, nachdem nicht alle Betroffenen zufriedenstellend mit Nahrung und Kleidung versorgt werden konnten. Da man jedoch den indischen Behoerden nicht trauen kann, dass die Hilfsgueter tatsaechlich dort landen, wo sie hingehoeren, haben wir es vorgezogen, die Menschen trotzdem direkt aufzusuchen. Wir waren in zwei Hallen, in denen momentan die Menschen aus zwei Doerfern leben.

Besonders betroffen hat mich das Schicksal des Dorfes Tharhanguda, wo 100 Huetten und Haeuser dem Erdboden gleichgemacht worden sind. In der Halle lebten 60 Familien (insgesamt 250 Menschen) auf engstem Raum, jede Familie hat 1-2 Todesfaelle zu beklagen. Ich habe mit den Kindern gesprochen, sie gefragt, wie es war, als das Wasser kam. Schreckliche Geschichten, doch die Kinderherzen wirkten erleichtert, als sie ihre Erlebnisse erzaehlt hatten. Ein Maedchen war zum Beispiel gerade im ersten Stock, als das Wasser kam. Alleine. Die Mauern unter ihr sind zusammengebrochen, doch das Haus blieb stehen. Erst Stunden spaeter kamen ihre Eltern und retteten die Kleine vom Dach. Ein anderes Maedchen musste zusehen, wie ihre kleine Schwester ertrank, weil das Wasser zu tief fuer sie war. Und ein Junge erzaehlte, dass ihm das Wasser genau bis zur Nase reichte, nur auf Zehenspitzen stehend konnte er ueberleben. Und eine Frau hat ihr Baby hoch oben auf einer Mauer ablegen muessen, um es zu retten. Es macht so betroffen. Doch zugleich erbluehen die Kinderherzen, wenn man ihnen ein offense Ohr schenkt, ihnen ueber die zerzausten Haare streicht, in denen noch das Flutwasser klebt.

Schicke euch ein paar Bilder von den Kindern. Ab morgen oder uebermorgen gibt es dann auf unserer Homepage viele aktuelle Bilder, Berichte und Informationen von der Flut.

UNSERE PLAENE: Wir haben vor, nun noch ein paar weitere Hilfstransporte zu machen mit genau dem Material, was vorort fehlt. Morgen bringen wir beispielsweise Linsen, grosse Kochtoepfe, Oel, Taschenlampen, Matten, Seifen und Kleidung nach Nagaipattinam, wo bisher kaum Hilfe angekommen ist. Die Menschen haben Hunger, frieren und koennen sich weder waschen noch Kleidung wechseln.

Dann warden wir schnellst moeglich Plaene fuer langfristige Hilfsangebote erarbeiten. Wir haben bereits sehr wertvolle und kompetente Kontaktpersonen und ich werde darueber hinaus vom 13.01. bis 23.01. in Deutschland sein, um zum einen ein paar Vortraege zu halten, mit der Presse zu sprechen und mir Anregungen von meiner Fachhochschule zu holen (Evang. FH fuer Sozialwesen in Freiburg). Waehrend meinem Deutschlandaufenthalt (Koeln, Freiburg, Muenchen) wird die Arbeit vorort natuerlich fortgesetzt und ich werde in taeglichem Kontakt zu meinen HelferInnen hier stehen.

Mir liegen vor allem die traumatisierten Kinder am Herzen. Und die Waisenkinder.

So sehen die Heartkids-Plaene im Groebn  aus, ich fasse mich kurz, da ich niemanden mit Infos zuschuetten moechte. Und weil so viel Arbeit auf mich wartet :-).

Es ist unglaublich, dass nach 9 Tagen noch immer nicht alle Menschen versorgt sind. Doch die Regierung gibt zumindest Reis und sauberes Wasser – wobei den Menschen meist die Moeglichkeit fehlt, den Reis zu kochen…

Ich danke euch soooooooooooooo sehr fuer eure finanzielle und seelische Unterstuetzung!

Im Namen aller Opfer, HelferInnen – und aller Heartkids…

Es ist ein grosses Geschenk, hier sein zu duerfen.

Moegen alle Wesen in Frieden sein.

ALLES LIEBE AUS INDIEN!

Judith Christina

…und die Heartkids-Crew… zurück nach Oben

Ihr Lieben,
hier wieder ein Heartkids-Rundbrief...

1. TRANSPORT 05.01.05: Gestern haben wir einen weiteren HIlfs-Transport gestartet, dieses Mal in den Nagapattinam-Distrikt, den es besonders schwer getroffen hatte und wo bisher wenig Hilfe angekommen war. Das Ausmass der Katastrophe vorort ist unbeschreiblich: ganze Doerfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, nur die wenigen Steinhaeuser und Tempel haben die Flut ueberstanden. Selbst die grossen Fischerboote sind zertruemmert worden und nun zwischen Haustruemmern eingekeilt. Ich bin immer wieder bestuerzt.
Laut vieler Augenzeugen kamen insgesamt drei Flutwellen zwischn 8.30 und 9 Uhr, die sich kurz vorher durch ein lautes und unheimliches Pfeifen/Summen angeku! endigt hatten, so dass zumindest einige Leute noch wegrennen konnten. Erwischt hat es vor allem die Kinder, das hoeren wir in jedem Dorf. Immer wieder bin ich erstaunt, wie viele trotz allem ueberlebt haben - es ist ein Wunder. Teilweise stroemte das Wasser ganze fuenf km ins Landesinnere. Die Kinder sind von den Wellen mitgerissen worden und haben sich dann an Baeumen und Hausdaechern festgehalten, bis es um war. Natuerlich wusste keiner, was da geschieht, die meisten Fischer dachten, es wuerde sich um einen aussergewohlich starken Sturm handeln.
> Auch ich selbst werde den Katastrpohen-Morgen nie vergessen, als selbst hier in Tiruvannamalai (100 km entfernt von der Kueste) ein sehr kalter Wind wehte - bei sonst 25-30 Grad. Erst als ich ein paar Stunden spaeter ein Auto nach Pondicherry buchen wollte, habe ich von dem Unglueck erfahren. Weil mir natuerlich dringend davon abgeraten wurde, die Kueste zu besuchen.
Wir haben unsere Hilfsgueter gestern (Seife, K! leidung, Linsen, Bettlaken, Strohmatten, Wasserkruege, Gaskocher, Tasc henlampen, Muetzen) in ein Dorf namens Pudhapettai gebracht, in dem 352 Familien leben. Ueber 220 Hauser wurden voellig zerstoert. Erst seit gestern wird den Menschen dort von der Regierung geholfen (Trinkwasser, taegliche Reis-Rationen und einmal 70 EURO pro Familie), sie muessen sich davor von der Welt vergessen gefuehlt haben, so abgelegen das Dorf ist - auch aufgrund der zerstoerten Strassen. Wie gut, dass wir einen Lastwagen hatte, um die Sachen abzuliefern.

2. AKTUELLE LAGE: Seit gestern scheint ganz Indien mit Hilfsguetern unterwegs zu sein - ploetzlich sind die Strassen voll. Es ist gut, dass dies passiert. Und wir werden daher unsere Hilfstransporte stoppen (unsere mueden Koerper werden es uns danken - so eine Tour dauert an die 16 Stunden). Doch keine Sorge, wir werden natuerlich noch weiter helfen! Es wird wohl viele Jahre dauern, bis die Folgen der Flut "geheilt" sind.

Unsere Plaene:

A) Dorf-Patenschaft: Ein Dorf! mit 200 - 300 EinwohnerInnen auswaehlen und es intensiv betreuen (in enger Zusammenarbeit mit der Regierung): die Haeuser schnellst moeglich und so sicher wie moeglich wieder aufbauen, Fischerboote und Netze organisieren, die traumatisierten Kinder psychologisch betreuen etc. Ich habe bereits eine Idee, welches Dorf (die 250 Menschen leben derzeit in einer dunklen Halle in der Naehe von Cuddalore, in der wir bei unserem Montags-Transport Hilfsgueter higebracht haben). Ich werde in den naechsten Tagen alle notwendigen Informationen sammeln, um diese "Dorf-Patenschaft" ins Leben rufen zu koennen.

B) Betreuung von traumatisierten Kindern: in kleinen Gruppen (halb indisch - halb deutsch) in die Doerfer und Hallen fahren, mit Buntstiften, Papier, Spielzeug und Keksen im Gepaeck - und ein paar Stunden "Trauma-Arbeit" mit den Kids. Wie gut, dass ich Sozialarbeit studiert habe :-)! Das Material schenken wir den Kids im Anschluss...

C) "Flutkinder-! Patenschaften": wer Interesse hat, eine Patenschaft fuer eines der Kin der zu uebernehmen (10 EUR im Monat), kann sich gerne an mich wenden, ich werde das dann arrangieren mit Fotos, regelmaessigen Briefen - und einer Rundumversorgung fuer das jeweilige Kind (Kleidung, Schulmaterial, Medikamente). Mir macht es grosse Freude, die Menschen dieser einen Welt auf diese Art und Weise zu verbinden - falls Ihr versteht, was ich meine...
Auch in Tiruvannamalai, am Fusse des heiligen Berges Arunachala, warten noch viele Kinder auf PatInnen - Waisen, Strassenkinder, unterernaehrte und kranke Kids... Auch die moechte ich im Rahmen der Katastrophe nicht vergessen, schliesslich bin ich "eigentlich" wegen ihnen hier! Also wer ein "Arunachala-Kind" versorgen, erfreuen, umsorgen moechte, ist auch sehr willkommen!


So, das war mal wieder mehr als geplant, aber es scheint nicht anders zu gehen :-).
Ich selbst habe mir heute einen Tag Urlaub verordnet (nur Mails beantworten und die Homepage aktualisieren mit Texte! n und Fotos von unserer Katastrophen-Arbeit: mein Koerper schreit nach Ruhe nach 11 langen, intensiven und sehr schlafarmen Tagen.
Anbei noch ein aktueller Zeitungsbericht ueber Heartkids e.V.
Wir danken euch von Herzen fuer Euer Dasein. Es ist solch ein Geschenk!
In Liebe -Judith"

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Weiterer Rundbrief:

"Vorgestern haben wir uns erneut aufgemacht gen Kueste, dieses Mal mit Stiften, Papier und Spielzeug im Gepaeck. Unser Ziel war Dhalankuda, ein besonders schwer beschaedigtes Dorf.

 

Wir haben 50 Kids zwischen 3 und 16 Jahren zusammen getrommelt (in ein Klassenzimmer), ihnen Papier und Stifte geschenkt und sie gebeten, sich an den Tag zu erinnern, an dem das Wasser kam. Und das zu malen. Und sie haben gemalt und gemalt und gemalt.

Danach habe ich die Herzenskinder in die Mitte des Kreises gebeten und sie ihre Geschichte erzaehlen lassen. Es it nur so aus ihnen herausgesprudelt. Ein indischer Mitarbeiter meinte: „Danach sind ihre Herzen frei“. Es ist zumindest ein Anfang auf dem Weg der Heilung von diesem „Flut-Trauma“.

 

 

Anitha (13)

"Ich war allein daheim, als das Wasser kam. Draussen haben alle geweint und geschrien, da bin ich in den 1. Stock geflohen. Ich habe runter geschaut und es kam total viel Wasser! Ich hatte total Angst. Nach der ersten grossen Welle hat mich mein Vater abgeholt. Mit ihm und meiner grossen Schwester Vanika bin ich in das naechste Dorf gerannt. Danach kam noch mehr Wasser ins Haus und jetzt ist alles total nass. Immernoch."

 

Arun (14):

“Niemand war zuhause, als das Wasser kam. Nur ich. Ploetlich haben draussen alle geschrien, sind gerannt – ich hinterher. Doch das Wasser hat mich umgerissen. Mein Papa hat mich hochgezerrt und wir sind ins naechste Dorf geflohen. Jetzt ist unser ganzes Haus nass, doch wir haben keinen anderen Platz zu schlafen. Alles wurde weggeschwemmt. Immerhin habe ich das T-Shirt, das du mir letzte Woche geschenkt hast.“

 

Kalaivani (5):

„Meine Mama hat egrade gekocht, als draussen Laerm kam. Wir dachten, die streiten. Dann hat eine Frau geschrien: Wasser kommt! Dann bin ich ganz schnell weggerannt. Die ganze Kleidung ist weggeschwommen. Unser Kuechenzeug auch. Mein Papa war grad arbeiten. Meine Mama hat immer geschrien: Ich will leben! Papa lebt auch noch. Jetzt ist alles nass und voller Sand. Wir schlafen bei Oma.“

 

Varadha Rajan (14):

„Ich habe grad am Strand Fussball gespielt. Alle haben geschrien und ich habe sie gefragt warum. Niemand hat mir geantwortet. Dann sah, dass sehr, sehr schnell eine riesige Welle kam. Bin in irgendwein Haus gerannt, auf das Dach. Als das Wasser weniger wurde, bin ich in unsere Heutte, um Kleidung und Kuechensachen zu holen. Ploetzlich kam noch merh Wasser, bis zum Hals, Vier Maenner haben mich rausgezogen und in Sicherheit gebracht. Ich kann nur ein bisschen schwimmen.

Im Dorf sind ueber 40 Leute gestorben, aber in meiner Familie leben alle.

Erst nach zwei Tagen kam die Regierung und hat uns erklaert, was passiert ist. Wasser und Essen haben sie aber nicht gebracht.

Meine Mama kann nachts nicht schlafen, weil sie immernoch Angst hat. Das Haus ist auch noch total nass und wir schlafen davor auf dem Boden.“

Rajini (5):

„Ich war grad in unserer Huette, als das Wasser kam, Ploetzlich haben alle geschrien und meine Mutter kam angerannt. Sie hatte nur ein Nachthemd an. Dann sind wir ganz schnell ins naechste Dorf gelaufen. Da hat jemand meiner Mama was zum anziehen gegeben. Auf meinem Bild sind die drei grossen Wellen...“

Ich glaube, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Die Kinder haben sich sehr gefreut, als ich ihre Bilder geschenkt haben wollte. Und morgen werde ich wieder vorort sein und sie besuchen, um zu sehen, wie es ihnen jetzt geht.

Heute hat die Schule begonnen, eine Woche frueher als geplant – weil die Regierung die ueberlebenden Kinder zaehlen moechte, um neue Schulbuecher zu organisieren (viele Familien wurden ganz ausgeloescht, so dass die genauen Todeszahlen noch immer nicht feststehen).

Anbei ein paar Fotos und zwei englische Zeitungsartikel ueber Heartkids bzw. mich von einem amerikanischen Journalisten, den ich hier kennengelernt habe und der am Samstag dabei war.

Soviel fuer heute... danke fuer euer Dasein!

ALLES LIEBE AUS INDIEN!

Judith Christina

und die Heartkids-Crew"

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Aktueller Bericht vom 12.1.

Ihr Lieben,

also erst einmal bin ich gerade so beschaeftigt, dass ich es nicht einmal schaffe, einen ausfuehrlichen Bericht ueber meine letzte Tour an die Kueste nach Dharankuda (am Dienstag) zu schreiben. Hier die wichtigsten News in Kuerze:

1. Alles laeuft auf Hochtouren, um weiterhin Trauma-Arbeit mit den Herzenkindern zu machen. Habe Kontakt zum Koordinator (ein sehr feiner Mensch - ein indischer Pfarrer) von 11 "Child-Care-Centers", wo sich die obdachlosen Kinder abends und am Wochenende aufhalten koennen. Ich werde zum einen in allen Zentren mit den Kindern (insgesamt an die 1000) einen schoenen Tag verbringen (malen, erzaehlen, tanzen, singen etc.), zum anderen mit den dort ehrenamtlich beschaeftigten InderInnen eine Art "Training" durchfueren, damit sie den schwer traumatisierten Kids auch weiterhin seelisch zur Seite stehen koennen. Es sind noch immer nicht alle zurueck im Koerper...

2. Ich bin auf der Suche nach Paten fuer die Kinder in Dharankuda, wo ich mittlerweile 3x war. Dieses Dorf hat es sehr hart getroffen: es wurden 80 Haeuser voellig zerstoert, es sind 38 Menschen gestorben (davon 20 Kinder) und es werden noch 46 Menschen vermisst. Ich habe ganz unglaublich traurige Geschichten gehoert, dich ich euch ersparen moechte - auch aus Respekt vor den Opfern. Jedenfalls schicke ich Euch im Anhang ein neu erarbeitetes Spenden- und Patenschaftsformular. Danke!

3. Wir moechten uns ausserdem speziell den Waisenkindern widmen. Allein hier in Tamil Nadu gibt es aufgrund des Tsunamis 1744 Waisen unter 18 Jahen, 1450 Halbwaisen und 11 750 Kinder haben Angehoerige verloren. Ueber 15 000 Kinder und Jugendliche werden zudem noch vermisst - sie sind nicht unbedingt tot, sondern auch verletzt und unerkannt in Heimen und Krankenhaeusern...

4. Heute abend fliege ich nach Deutschland, wo ich auch einige Vortraege halten werde (mit Fotos). Jeder ist willkommen!

Dienstag, den 18. Januar 05 um 13 Uhr: Evangelische Fachhochschule Freiburg, Bugginer Str. 38, im AVZ.

Mittwoch, den 19.01.05, 20 Uhr im Hotel am Mühlbach, Heinrich-Nicolaus-Str.19 in Olching bei Muenchen (nähe S-Bahnhof). Dort findet die Kreisversammlung der Grünen statt. Der eigentlichen Kreisversammlung wird der Vortrag voran gestellt (ca. 1 Stunde) und dazu die Öffentlichkeit eingeladen.

Samstag, den 22.01.05 eventuell in Berlin, entscheidet sich wohl spontan (vielleicht ist es auch zu weit weg von Sueddeutschland :-)...).

4. Fuer dringende Fragen bin  ich ab Morgen Abend bis einschliesslich 23. Januar unter 0160-3537596 zu erreichen.

5. Waehrend meiner 10-taegigen Abwesenheit wir die Arbeit hier natuerlich von der Heartkids-Crew fortgesetzt...

6. Auf der Homepage findet Ihr neue Zeitungsartikel (jetzt weiss ich auch endlich richtig, warum meine Mutter sich ueber eine Woche lang nach dem Tsunami nicht gemeldet hat :-)...).

7. Hiermit mal ein oeffentliches Danke an meine indischen Heartkids-Vertreter Viji und Rajavel (hier in Tamil Nadu gibt es keine Nachnamen!), die ueber ihren 12-Stunden-Job im Interent-Cafe hinaus (taeglich und ohne Wochenende - fuer 40 EUR im Monat) noch 4-5 Stunden taeglich ehrenamtlich Heartkids widmen. Ohne Murren und ohne mir zu erlauben, mich je zu bedanken - "in friendship no thank you". Es ist solch ein Geschenk!.

...und ein DANKE an ALLE, die dazu beitragen, dass Heartkids diese Arbeit leisten kann!

IN LIEBE -

Judith Christina

...und die multikulturelle Heartkids-Crew...

P.S. Schaut euch mal die kleine Anushyia (4) an, wenn Ihr moegt, wie verschreckt und angstvoll sie anfangs war (sie war bereits kurz tot, weil zu lange im Wasser, kam aber im Krankenhaus "zurueck"...) und wie sie im Laufe unserer Begegnung aufgeblueht ist (Fotos 1-4). Das beruehrt mich so sehr! Am Anfang ist sie bewusst vor mir geflohen, am Ende ist sie mir alleine hinterher gelaufen und hat mir deutlich vermittelt, dass ich sie nochmal fotografieren soll :-)... Sie ist so wunderschoen.


www.heartkids.info

 

 

 
 
 
 


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Viele kleine Menschen,

die an vielen kleinen Orten

viele kleine Dinge tun,

können das Gesicht der Welt verändern...

 Süd-Indien, den 28.02.2005

Ihr Lieben,

zwei Monate ist es nun her, dass durch den Tsunami große Teile der südasiatischen Küste verwüstet wurden und die Folgen der Flut haben so tiefgreifenden Spuren im Land und in den Herzen der Menschen hinterlassen, dass die Not noch immer groß ist. Ich erzähle Euch einfach ein bisschen von dem, was mich berührt und bewegt – und wir brauchen Eure Hilfe (nicht nur in Form von Geld...).

 

1. Erst einmal ein ganz herzliches Danke an all die Menschen, die Heartkids mit ihrer Tatkraft, ihren Spenden, ihren kreativen Spenden-Aktionen der unterschiedlichsten Art, ihren (Stoff-) Herzen oder einfach mit ihrem liebevollen Dasein unterstützen. Ohne Euch wäre all das nicht möglich!

 

2. Die kleine Maha (4) ißt nicht mehr. Sie gehört zu den unzähligen Kindern, denen ich im Rahmen der Heartkids-Hilfstransporte in den ersten zwei Wochen nach der Flut begegnet bin und ich habe sie letzten Donnerstag erstmals wiedergesehen. Seit dem Tsunami muss sie zu jedem Bissen überredet werden, das Trauma sitzt sehr tief. Sie ist so dünn und zerbrechlich geworden in den vergangenen acht Wochen, dass sie dringend Hilfe braucht – Nahrung für die Seele und Nahrung für den Körper. ...und ich bin so dankbar und froh, dass wir (auch Dank Euch!) die Möglichkeit haben, uns den zarten Kinderherzen zu widmen. Ich habe bereits eine Patin für Maha gefunden und wir werden uns um die Kleine mit viel Liebe kümmern.

 

3. In Pudhupattai (Nagapattinam) gibt es noch immer nicht genug Reis! Ich war erschüttert, das zu erfahren, denn Nahrung ist in anderen Regionen kein Thema mehr. Doch anscheinend läuft bei der Verteilung so vieles schief, dass ganze Dörfer noch immer un- bzw. unterversorgt sind. In Pudhupattai sind an die 140 Familien obdachlos geworden durch die Flut, die über 3 km ins Landesinnere geströmt war und eine unbeschreibliche Verwüstung angerichtet hat – über 90% der Häuser wurden durch die Macht des Wassers zerstört. Die Menschen leben nun in provisorischen Blechhütten – viele der Einwohner stehen noch immer so unter Schock, dass nicht ansprechbar sind – auch Kinder...

Ab Dienstag wird daher ein Teil der Heartkids-Crew für eine Woche in Pudhupattai sein, um sich ganz den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bevölkerung zu widmen, in enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort – Hilfe zur Selbsthilfe. So wie unser Partnerdorf Dharankuda (Cuddalore) werden wir auch Pudhupattai zukünftig intensiv betreuen. Genauere Infos zu den Heartkids-Projekten findet ihr auf unsere Homepage: www.heartkids.info/tsunami/tsunami.html

 

4. Vom 24.April bis zum 1. Juli 05 werden der Leiter des indischen Partnerverein Heartkids TRUST Viji, unser Übersetzer und Web-Designer Thyiagu und ich für 10 Wochen in Deutschland und Österreich sein, um mit vielen Fotos, Bildern, Geschichten und von Herzenskindern gebastelten Herzen von unserer Arbeit in Süd-Indien zu berichten: an Schulen, in Universitäten, in Krankenhäusern, Firmen, auf dem Rainbow-Spirit-Festival in Baden-Baden – und wo man uns sonst noch einlädt J. Wir sind unter anderem in München, Freiburg, Baden-Baden, Stuttgart, Frankfurt, Marburg, Berlin, Wien und Köln und wer auch immer Interesse daran hat, uns kennen zu lernen, darf uns gerne zu Vorträgen und sonstigen Events einladen – ist natürlich kostenlos J. Wer mag, sollte sich bald bei mir melden, um einen Termin zu vereinbaren, da sich unser Programm schnell füllt. Zudem bin ich über Pressekontakte sehr dankbar, da ich dies für unsere Arbeit als sehr hilfreich empfinde. Wer kann uns helfen? judith.christina@web.de

 

 

 

Die Wunden der Flut sind so tief, dass es wohl noch Jahre dauern wird, bis sie verheilt sind. Bitte vergesst uns nicht! Das ist keine leere Floskel, sondern ein dringender Aufruf. Ich weiß, wie schnell und geschäftig die westliche Welt ist und ich weiß, wie schnell man inmitten der Probleme des Alltags vergisst, wie viele Menschen leiden, weil sie nicht einmal das Notwendigste haben. Doch wir sind alle Kinder EINER Welt und es ist notwendiger denn je, dass wir zusammenwachsen, uns an den Händen fassen und gemeinsam Frieden schaffen!

 

Wer auch immer sich angesprochen fühlt von unserer Arbeit, ist herzlich willkommen uns zu unterstützen – auf welche Art und Weise auch immer.

 

 

Die Tage sind lang, die Nächte sehr kurz, doch es ist ein Segen, hier sein zu dürfen ...

 

Alles Liebe – vom Fuße des Aruanachala...


Ihr Lieben,

erst einmal FROHE OSTERN an Euch alle – aus dem schokoeier-losen Indien J.

 

Drei Monate ist sie her, die Flut, uns es gibt viele gute Nachrichten - zumindest von hier... Heartkids ist wie ein großer bunter Teppich, an dem unzählig viele Menschen gemeinsam „knüpfen“ – der Teppich wächst beständig und bietet denen einen sanft-festen Boden, die ihn so nötig haben: den Herzenskindern...

 

1. Maha isst wieder. Schon eine Woche nach unserem letzen Einsatz dort vor Ort hat ihre Tante freudig berichtet, dass die Kleine wieder Nahrung zu sich nimmt. Wir hatten ihr einen „Schnabelbecher“, ein bei indischen Kindern sehr beliebtes Malz-Pulver zur Stärkung und eine dicke Portion Liebe und Zuwendung geschenkt... Vor allem letzteres wirkt oft Wunder. Ich war verblüfft, wie schnell sich Maha wieder in die kleine Prinzessin verwandelt, die sie nämlich eigentlich ist J.

 

2. Wie mit Mr. Victor von „Hope“ im Januar vereinbart, haben wir in seinen acht Zentren für Tsunami-betroffene Kids und zusätzlich in zwei weiteren Dörfern unseren „Heartkids-Day“ gestaltet. In diesem Rahmen habe ich in den vergangenen zwei Monaten mit ca. 3000 Kindern gearbeitet: wir haben unzählige Lichtlein entzündet, Bilder gemalt, Papierherzen gebastelt, Friedenstänze getanzt, Lieder gesungen und Herzen verschenkt. Es war jedes Mal wieder eine große Freude. In diesem Rahmen möchte ich mich bei all den ehrenamtlichen Helfern bedanken, die dies ermöglicht haben!

 

Jetzt ist die Zeit für langfristige Hilfe gekommen und so haben wir gestern ein...

 

3. „Kid-Center“ in Tharankuda eröffnet: es ist ein Kinder- und Jugendzentrum für die vom Tsunami betroffenen Kinder im Fischerdorf Tharankuda. Die Regierung stellt uns eine Art Gemeindehalle für fünf Jahre kostenlos zur Verfügung, wir haben diese renoviert und eingerichtet. Unter der Leitung von zwei indischen LehrerInnen und einer indischen Sozialpädagogin werden dort täglich 220 Kinder betreut:

Montag bis Freitag:

8 bis 14 Uhr: Kindergarten/Vorschule für 2-5jährige (2 Gruppen a 30 Herzenskindern)

16-18 Uhr: Nachhilfe, Sport und Spiel für 6-11jährige (2 Gruppen a 40 Kids)

18.20 Uhr: Nachhilfe, Sport und Spiel für 12-15jährige (2 Gruppen a 40 Jugendliche)

Samstag: 10-18 Uhr Spiel, Sport, Umwelterziehung, intensive Einzelbetreuung, Yoga und vieles mehr für alle Kids aus Tharankuda

Sonntag: Ruhetag

Wir haben die Kindern sorgsam und in Kooperation mit der Schule des Fischerdorfes ausgewählt: zum einen handelt es sich um Eure Herzens-Patenkinder aus dem Camp für obdachlose Familien, zum anderen um besonders „schulschwache“ und bedürftige Kinder.

Die Einweihungsfeier gestern war ein sehr spannendes Erlebnis, da der gesamte Dorf-Rat anwesend war und ich bisher wenig Erfahrung hatte im Umgang mit indischen Politikern - aber es war gut J... Wir sind höchst willkommen in Tharankuda und die Menschen schätzen unser Engagement sehr. Vor allem natürlich auch die Kinder, die mir so ans Herz gewachsen sind in den letzten drei Monaten.... Ihr hättet sie sehen sollen, wie sie sich gefreut haben, als wir ihnen als Willkommensgruss die wunderbaren Stoff-Herzchen geschenkt haben, die letzte Woche aus Deutschland hier eintrafen! Ein ganz dickes Dank an all die fleißigen Herz-BastlerInnen, ihr macht den Herzenskindern eine wahre Freude mit Eurem Geschenk!

 

4. Wir haben in den letzten 11 Wochen über 100 Herzenskinder an PatenInnen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und in den USA vermittelt und das stimmt uns alle soooooo froh!

 

5. In vier Wochen ist es so weit  und ein Teil der Heartkids-Crew kommt nach Deutschland und Österreich. Wir werden zunächst in München und Freiburg sein, dann in Rottweil, Bretten und über Pfingsten in Baden-Baden. Es folgt Berlin, noch mal München und dann Anfang Juni Österreich mit Linz, Graz und Wien. Ende Juni sind wir schließlich in Marburg, Bonn und Köln. Sobald der Tourplan ganz fertig ist, maile ich ihn rund. Ich freue mich darauf, im Rahmen unserer Dia-Vortrage zumindest einige von Euch persönlich kennen zu lernen!

 

Es geschieht so viel – so viel berührendes, schönes, faszinierendes, erheiterndes, bedrückendes, beglückendes, das ich ein ganzes Buch damit füllen könnte... Doch ich belasse es dabei und wünsche euch einfach von Herzen ALLES LIEBE!