Interview mit Rebecca Rosing

Warmherzig werde ich von Frau Rosing begrüßt und in ihr Wartezimmer geführt, da sie noch einen Klienten hat.

Eine angenehme, lockere Atmosphäre umfängt mich. Man spürt das Besondere, das von Rebecca Rosing ausgeht, schon in diesem Zimmer, ohne das sie selbst anwesend ist. Ich fühle mich hier wohl, aber gleichzeitig fühle ich eine innere Unruhe und Unsicherheit. Mir wird bewusst, dass es daran liegt, dass Rebecca Rosing hellsichtig und erleuchtet ist. Mir ist etwas unbehaglich, gleich einem Menschen gegenüber zu sitzen, der mich wie ein Buch lesen kann. Was kann sie sehen? Sieht sie meine Vergangenheit? Meine Zukunft? Was ich denke und fühle wenn ich sie befrage?

Jetzt bleibt mir keine Zeit mehr, darüber nachzudenken. Frau Rosing führt mich in ihr Sprechzimmer. Ein behaglicher Raum, ganz in beige, erwartet mich. Rebecca Rosing nimmt mir durch ihre Natürlichkeit und Wärme meine Unsicherheit.

Das erste, wonach ich Rebecca Rosing frage, ist ihre Hellsichtigkeit.

F: Sind Sie schon hellsichtig geboren worden?

Rebecca Rosing: Ja, das bin ich.

F: Wie muss man sich das vorstellen?

Rebecca Rosing: Auf eine Art ist es eine wundervolle Gabe die mich mit einer Liebe und Präsens erfüllt die ich sonst so nicht kennen würde, weil diese intensive Art meiner Hellsichtigkeit dafür sorgte, das die geistige Welt mir vieles beigebracht und mich unterrichtet hat. Daher tauchten einfach all die Fragen, die ich bei anderen Menschen sah, bei mir gar nicht in dieser Form auf. Auf der anderen Seite war es als Teenager eher schlimm. Das Gefühl, dass man anders ist als die anderen, war in jener Zeit ziemlich unangenehm. Gerade in dieser Zeit ist es sehr wichtig zu wissen, wie man seine Fähigkeiten auf der einen Seite entfalten kann, auf der anderen Seite sich aber auch bei Bedarf vor zu vielen Einflüssen schützen kann. Kurz gesagt, man muss lernen seine Medialität zu öffnen und zu schließen, damit es einem damit auch gut geht.

F: Wie sind Sie in der Schule zurecht gekommen? Durch Ihre Hellsichtigkeit haben Sie doch bestimmt andere Dinge wahrgenommen als Ihre Mitschüler.

Rebecca Rosing: Ja das stimmt. Leider war das nicht unbedingt das Wissen, das die Schule von mir verlangt hat. Aber kleine Vorteile hat es ab und an schon mit sich gebracht. Schon in meiner Kindheit haben einige Erwachsene, Lehrer und Schüler sich von mir beraten und behandeln lassen.

F: Frau Rosing, wie sehen die Wesen der geistigen Welt für Sie aus?

Rebecca Rosing: Oh ja (lacht), das ist ein schönes Thema.

Die sehen ganz verschieden aus, sie können ihr Aussehen verändern. Für ein Kind zum Beispiel können sie ganz lustig aussehen. Sie können sich zu einem großen Flauschiwauschibären verändern, so wie es halt gerade passt, jedenfalls einige von ihnen. Es gibt ja ganz verschiedene, einige sehen aus wie wir und nehmen unsere Gestalt und Form an, sie müssen das aber nicht, es ist etwas was sie annehmen können und dann reden sie einfach mit uns oder kommunizieren über Gefühle oder durch Bilder.

F: Sie sind nicht nur hellsichtig, sondern auch erleuchtet. Wie ist das?

Rebecca Rosing: Es ist wie das normale Leben - nur schöner und mit mehr Frieden. Die Grundstimmung ist einfach mehr Zufriedenheit und Ruhe.

F: Wie erreicht man es, erleuchtet zu sein?

Rebecca Rosing: Als erstes sollte man das Ziel erleuchtet zu sein loslassen, denn das spirituelle Ego setzt einen zu sehr unter Druck. Dann hascht man nach etwas und das erzeugt Druck und Druck ist ja gerade das Gegenteil von loslassen. In dem Moment wo man im Loslassen ist, von allen Vorstellungen wie es sein sollte, von dem was ist, wie die Zukunft sein sollte und sich voll und ganz hineingibt in das Hier und Jetzt, in dem Moment erreicht man Erleuchtung.

F: Das hört sich so einfach an.

Rebecca Rosing: Es ist einfach. Das ist ja gerade das Komische, es ist so einfach, dass es schon wieder schwer ist. Alles was einem hilft aus eigener Kraft heraus loszulassen, zu sich zu kommen, präsent zu sein, in Frieden mit sich und allem anderen zu sein, das ergibt den Nebeneffekt der Erleuchtung.

F: Erleuchtung als Nebeneffekt?

Rebecca Rosing: Ja klar! Es geht ja darum, dass man in Frieden mit sich ist. Wie man es nennt oder dass dann die Zellen von dieser Wahrheit erleuchtet werden, ist ja nur die Auswirkung dieses Zustands.

F: Wie kann man sich das Erleuchtetsein vorstellen?

Rebecca Rosing: Man lässt sich so auf den Augenblick ein, das man voll und ganz loslässt und die Zellen von dieser Wahrheit des Seins und dem Vertrauen in alles leuchten. Ja, das einfach alles stimmig ist, alles seine Daseinsberechtigung hat. Diese Wahrheit lässt die Zellen so hell erleuchten. Das ist Erleuchtetsein. Das geht nie wieder weg, das bleibt. Man läuft aber nicht die ganze Zeit herum wie ein Heiliger, alles ist Friede, Freude, Eierkuchen und man ist superglücklich, aber es ist so ein inneres Gefühl und Wissen das einfach immer da ist, sobald man sich darauf einlässt.

F: Können Menschen die erleuchtet sind auch wieder in alte Muster und Gewohnheiten zurückfallen?

Rebecca Rosing: Ja, die Möglichkeit wieder neben sich zu stehen, gibt es. Man bleibt nicht ständig in diesem Zustand. Die Person, die erleuchtet ist, kann auch wieder abgelenkt werden, aber sie kommt auch schneller wieder hinein, weil sie den Weg kennt, sie hat das KnowHow, sie hat es auch schon einmal gemacht. Deswegen kann diese Person auch anderen Menschen helfen, den Weg zu finden. Aber jeder einzelne Mensch hat seinen individuellen Weg und nicht jeder Lehrer ist für jeden der Richtige.

F: Heißt das, wenn Menschen zu Ihnen kommen, um auf ihrem Weg begleitet zu werden, dass Sie sie eventuell auch wegschicken?

Rebecca Rosing: Ja, auf jeden Fall. Das ist das Erste wonach ich immer schaue. Kann ich dieser Person helfen? Passen wir zusammen? Ist das richtig? Ansonsten, wenn ich jemand anderen sehen kann, der zu diesem Menschen passt, gebe ich auch entsprechende Ratschläge.

F: Machen das andere Erleuchtete auch so wie Sie?

Rebecca Rosing: Das weiß ich nicht. Ich bin noch bei keinem gewesen.

Das Wichtige ist, wenn man bei einem Lehrer ist, dass man sich immer selbst treu bleibt und nicht in die Abhängigkeit kommt, dass man auch darauf achtet, dass der Lehrer dieser Person hilft, in die Unabhängigkeit zu kommen.

F: Wissen die Erleuchteten denn nicht alle Antworten?

Rebecca Rosing: Jeder hat seinen eigenen Weg. Der Erleuchtete ist seinen Weg gegangen, deswegen muss er doch nicht gleich die Wege für alle anderen kennen.

F: Ja, aber Sie sind doch hellsichtig? Sie müssten doch die Wege der Anderen kennen? Sagen Sie es den Menschen die zu Ihnen kommen auch?

Rebecca Rosing: Ja, es hilft auf jeden Fall, hellsichtig zu sein. Die Erleuchtung allein tut es nicht.

Der Prozess, den ich in meinem Leben durchlaufen habe, sorgt dafür, dass ich mich darauf einlassen kann in meiner Hellsichtigkeit tiefer gehen zu können, den Weg der Person erkennen zu können. Aber es ist ja auch die Kombination aus beidem.

F: Heißt das, wenn ich Sie nach meinem Weg fragte,   dass Sie mir sagten, wie mein Weg aussähe?

Rebecca Rosing: Nun ja, ich würde das sagen was für Sie richtig ist. Manchmal ist es nicht richtig überhaupt etwas zu sagen. Es wäre vielleicht richtig, einfach in die Stille zu gehen und den Weg zu spüren, oder das was denjenigen daran hindert seinen Weg zu gehen. Die Aufgabe eines spirituellen Lehrers oder Therapeuten ist es, den Klienten auf seinem Weg zu begleiten, ihm zu helfen und ihn zu unterstützen. Er sollte nicht alle Antworten auf einem Tablett präsentieren und damit schon mehrere Schritte auf einmal erklären, in dem sich die Person wieder verfangen kann, weil sie nicht im Augenblick ist und das löst was ansteht.

F: Sie unterstützen die Menschen   in dem Moment nur in ihrem Prozess?

Rebecca Rosing: Genau. Ich sehe mich als spirituelle Lehrerin und auch als Therapeutin, um mit den Menschen den Weg Schritt für Schritt gehen zu können.

F: Sie bilden Menschen zum ReConSat-Therapeuten aus. Können Sie in kurzen Worten erklären was ReConSat bedeutet?

Rebecca Rosing: ReConSat bedeutet Zurück in das Bewusste Sein und genau darum geht es. Dort vermittle ich eine Therapieform, die den Menschen des heutigen Bewusstseins entgegenkommt. Beim energetischen Heilen z.B. wird nicht, wie es bisher üblich war, durch Licht oder Liebe von außen geheilt, sondern es wird die Kraft in den Klienten geweckt. Man unterstützt sie, durch Aufmerksamkeit und eine dualitätsfreie Sichtweise, die Blockaden zu lösen. Das bewirkt, dass der Klient in seine göttliche Kraft kommt und es auch lernt sie anzuwenden. Durch mediales Erkennen seiner persönlichen Wahrheit und seines Weges wird der Klient in die wahre Unabhängigkeit und die Liebe zu sich selbst geführt.

Er ist doch ein ganzes Universum in sich selbst, warum soll er etwas von außen zugeführt bekommen? Ihm stehen dadurch doch alle Möglichkeiten zur Selbstheilung zur Verfügung. Jeder hat alles was er braucht in sich und kommt somit in seine Liebe, Schöpferkraft und Unabhängigkeit hinein. Das ist die Lebensphilosophie von ReConSat.

F:   Wenn ich z.B. Schmerzen habe, muss ich sie dann annehmen statt sie zu verdrängen?

Rebecca Rosing: Ja. Ein Schmerz ist immer das Bedürfnis eines verdrängten Problems, das auf einer bestimmten Ebene nach Aufmerksamkeit schreit. Erst wenn wir bereit sind uns mit diesem Schmerz im Augenblick einzulassen, um alles was es wirklich mit sich bringt zuzulassen, also anzunehmen, erst dann hat es überhaupt die Möglichkeit sich aufzulösen.

Durch unsere Blockaden und Probleme können wir lernen, in unsere wahre Kraft zu kommen, welche die allumfassende Akzeptanz im Hier und Jetzt und Liebe für alles beinhaltet.

Glauben Sie mir, es ist gar nicht so schwer. Am Anfang, wenn die Menschen in den ReConSat Seminaren anfangen dies zu praktizieren, gehen sie rein kognitiv durch die sieben Phasen die ich erstellt habe und zu diesem Zeitpunkt ist es für sie noch Prozessarbeit. Mit der Zeit kommen sie mehr und mehr in den Genuss durch die Blockaden hindurchzugehen und im Augenblick zu landen und einfach alles zu geniessen was da ist.

All das, was ich heute in meinen Seminaren weitergebe, hat mir die geistige Welt schon in meiner Kindheit beigebracht und ich habe es immer als ein wunderbares Spiel angesehen.

Es liegt alles immer nur in der Sichtweise des Betrachters.  

Der nächste Klient klingelt und ich verabschiede mich von Frau Rosing.

Das Gespräch mit ihr war ein Interview, aber irgendwie auch mehr als das... Der erste Eindruck war, sie sieht aus wie ein Engel, jetzt aber weiß ich, sie ist eine Powerfrau die mit ganzem Herzen und voller Liebe hinter den Dingen steht, die sie tut. Eine Frau, die tief verwurzelt in ihrer Wahrheit ist.

Etwas von dem Frieden und der Ruhe die von ihr ausgehen, nehme ich mit nach Hause.