Satyam Nadeen: Guten Morgen! Willkommen beim Satsang. Heute Morgen sprechen wir über den Geliebten - den einzigen, den es gibt. Peter Makena bezog sich folgendermaßen darauf: "Ich habe dich letztendlich gefunden, und ich weiß, dass wir eins sind." Das ist vielleicht eines der großen Geheimnisse - jetzt ein offenes Geheimnis - bezüglich der ganzen spirituellen Suche. Wir verwenden all unsere bewusste und unbewusste Energie darauf, nach dem zu suchen, was uns glücklich macht. Das ist universal. Das trifft auf Menschen zu, die in einem Zen-Kloster leben, genauso wie auf Selbstmordattentäter, einfach auf alle. Wir alle suchen etwas: das Glück. Was meint ihr, warum es so viele Spiele gibt auf dieser kleinen Welt? Videospiele, Computerspiele und alle Arten von Spielen, Dramen. Die Sucht zu spielen ist unermesslich, auch mich hat sie noch nicht losgelassen. Ich liebe Videospiele. Der Grund ist, dass die Quelle, wenn sie sich als das Universum oder die Welt manifestiert, es liebt zu spielen. Sie liebt Spiele! Alles, was wir als Menschen in uns tragen, ist eine Reflexion unseres reinen Bewusstseins als die Quelle. Es gibt nichts, was nicht Teil der Quelle wäre, Teil des reinen Bewusstseins. Das allumfassende Spiel geht so: Die Quelle im Ruhezustand - Satchitananda, die ewige Wirklichkeit oder das Selbst im reinen Glückszustand - weiß, was sie ist. Sie beschert der Welt der manifesten Realität das Spiel, das darin besteht, dass sie so tut, als hätte sie vergessen, was sie ist, und zwar bedient sie sich hierzu eines Verstandes, der Trennungen und Illusionen kreiert. Der Verstand sagt: "Gut, ich werde vergessen, wer ich bin, und dann werde ich dieses 100-jährige Spiel spielen, in dem ich versuche herauszufinden, wer ich bin; und dann gehe ich wieder in meine ursprüngliche Satchitananda-Glückseligkeit ein, indem ich mir meiner selbst wieder bewusst bin. Als Teil dieses Spiels werde ich all diese Tausende von Ablenkungsmanövern erschaffen, die so erscheinen, als könnten sie Mittel zum Glücklichsein darstellen, die aber in Wirklichkeit alle in Sackgassen enden." Eine der Haupt-Ablenkungsarten bei der Suche nach dem Glück ist Thema "Beziehungen", das so viel Raum einnimmt. Es ist so zentral wie das Streben nach Sicherheit. Hier handelt es sich um einen Bereich, in dem wir alle schon gesucht haben, in dem wir alle Enttäuschungen erlebt haben, und hier liegt für mich der Schlüssel für die ganze Suche: die Beziehung zur Liebe. Solange wir noch unbewusst, nicht-wissend sind, denken wir, wir könnten die Liebe in unserem Seelenpartner finden, der irgendwo auf uns wartet. Wir suchen also an allen möglichen Orten nach diesem Seelenpartner und finden ihn nie wirklich - weil dies nur ein Köder ist, ein Ablenkungsmanöver in diesem riesigen Spiel, diesem Tanz zurück in die Einheit des Bewusstseins. Ich möchte euch erzählen, wie ich die Liebe fand und wie einfach wir alle das erreichen können. Ich weiß nicht, ob ich es in Worten ausdrücken kann. Hier wird es schwierig - wenn man über Eins-Sein spricht. Wir müssen auf Wörter zurückgreifen, die aus der Dualität stammen, um Einheit zu beschreiben, und das ist eigentlich unmöglich. Aber das Schöne an Satsang ist: Man braucht keine Worte, um das, worum es geht, weiterzugeben. Es ist Energie vorhanden, die es transportiert. Dass ihr einfach hier und bereit seid, eurer eigenen Weisheit gegenüber offen, ist alles, was wir brauchen, damit diese Botschaft ankommt. Denn es ist Bewusstsein, das zu Bewusstsein spricht. Diese grundlegende Sehnsucht, die wir alle haben, ist nichts "Hoch-Spirituelles", "Hoch-Geistiges". Es kann sowieso nicht darum gehen, mit Gott eins zu werden , denn das sind wir schon. In Wirklichkeit gibt es niemand in diesem Körper, der von dieser Einheit getrennt wäre, so dass er überhaupt nach Eins-Sein suchen könnte. Es gibt nur reines Bewusstsein, das sich manifestiert. Im Verstand, diesem Vehikel, das die Quelle für das Erleben von Göttlich/Menschlich benutzt, findet ein Spiel statt: Der Verstand hat einen Filter, der alles automatisch als "getrennt", als "der, die oder das Andere" interpretiert. Und dann richtet er sein Streben darauf, das Glück in der Liebe zu finden - wo auch immer man die Liebe, das Liebenswerte, das Erstrebenswerte zu sehen meint. Das beginnt bei Liebesbeziehungen; geht weiter mit Geld, mit Macht, mit einer Karriere; es geht um den Sinn des Lebens, es geht um all diese Dinge, in denen man die Liebe finden könnte, und letztendlich stellt sich immer wieder heraus, dass es das nicht war. Nun, und da wir dieses eine, reine Bewusstsein sind , ist ES jederzeit und unmittelbar da: Um ihm zu begegnen, es zu umarmen, in Liebe diese 80 bis 100 Jahre zu feiern, die wir in einem Körper haben. Wenn wir jetzt nicht dahin gelangen, dann im Moment des Todes. Wann, spielt keine große Rolle. Es spielt jedoch eine Rolle, ob du dadurch leidest, dass du die Liebe an verschiedenen falschen Orten suchst. Hier kommt das offene Geheimnis. Es ist jetzt gelüftet, es ist kein Geheimnis mehr. Es steht nun jedem zur Verfügung, jeder ist eingeladen, daran teilzuhaben, zu feiern. Die Liebe, der Geliebte, Satchitananda, das, was du wirklich bist, manifestiert sich auf eine einzige Art, und es gibt nur eine Art, es zu finden: Es existiert als Beziehung zu jedem einzelnen Moment, so, wie der Moment gerade ist! Bei diesem ganzen Spiel der Schöpfung, der Manifestation, der Suche, der Sehnsucht, der Erfüllung geht es letztendlich darum zu verstehen, dass jeder einzelne Moment, den wir erleben, eine Wiedervereinigung zwischen dem Eins-Sein, deiner Seelen-Essenz, und dem Vehikel ist, das bis zu diesem Moment der Wiedervereinigung ein unbewusstes und unwissendes Vehikel war. Denn in jedem Moment ist das einzige, was zählt, die Umarmung mit der Liebe - immer jeweils für diesen Moment, für einen Atemzug. Das ist kein ständiger Zustand. Es kann jedoch fast permanent werden, je nach der Intensität deiner Sehnsucht, bedingungslos jeden Moment bewusst zu erleben. Jeder Moment ist ein solch unvorstellbares Geschenk, wenn du bewusst bist, wenn du dich dem Moment wirklich hingibst. Und da ist kein Handelnder, der das tut , es geschieht aus deiner Seelen-Essenz heraus. DU hast alles erschaffen, was du siehst. Du hast jegliches Szenario erschaffen, das in deinem Leben vorkommt. Alles geschieht für dich aus deiner Seelen-Essenz heraus. Wenn du jeden Moment, hier, jetzt, so wie er ist, umarmst, gleichgültig, was er beinhaltet: einen Verkehrsstau, den Verlust eines Menschen, einen Schreibfehler am Computer, irgendjemanden, der gerade "Nein" sagt - dieser Moment kann jetzt bewusst umarmt werden als ein Geschenk an die Liebe! Das ist die wahre Umarmung. Dein Verstand sollte dich nicht mehr leiden machen, indem er behauptet, das Leben sollte anders sein, als es ist. Das ist einfach eine Erinnerung, ein Liebes-Ruf: eine Einladung der Liebe, in die Umarmung zu kommen. Umarme diesen Moment, akzeptiere ihn, und er wird in deine Seele aufgenommen. Es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich wie ein Nachhausekommen an. Es fühlt sich wie ein süßer Frieden voller Liebe und Mitgefühl an. Zeitweise kann es ekstatisch werden, aber das sind "Gipfelerlebnisse", die nur hin und wieder einmal vorkommen. Die normale, "alltägliche" Umarmung ist einfach ein tiefer Frieden. Und alles im Leben, das der Verstand benutzt, um eine Trennung von diesem Moment zu schaffen, hält dich von der Liebe fern. Das beginnt bei all den Religionen, Kastensystemen, sozialen Systemen und ähnlichen Unterscheidungen. Jede Unterscheidung zwischen Menschen ist eine Trennung von der Liebe. Schauen wir uns unsere so genannten spirituellen Kreise an. Wir haben Lehrer und Gurus, die von diesem Eins-Sein sprechen. Gleichzeitig sitzen sie auf einem Thron mit Blumen, die Schüler zu ihren Füßen. Da ist dieser Bewunderungs-Effekt, und das führt zu einer enormen Trennung. Das ist schon bei den "innersten Kreisen" um die Lehrer so. Ich erinnere mich an eine Veranstaltung in San Diego, zu der ungefähr zehn bekannte und beliebte Lehrer, Gurus eingeladen waren, und einer davon sagte, er könne hier nicht auf die Bühne gehen, da er das zusammen mit Leuten tun müsste, die nicht seiner spirituellen Linie oder Tradition angehörten. Was ist das bloß für eine Abspaltung? Es geht um die Liebe! Alles, was uns voneinander trennt, jegliche Unterscheidung, wie: "Du bist der Chef, ich bin die Angestellte", entfernt uns von der Liebe. Wenn du die Liebe in jedem Objekt, das du siehst, in jedem Moment, den du erlebst, erkennst, kannst du das nur im Hier und Jetzt erfahren, genau so, wie dieser Moment gerade ist. Wenn du jetzt hier sitzt und dir ist kalt oder dein rechter Fuß schläft gerade ein, und du bist dir dessen bewusst, und da ist eine Macht jenseits deines Verstandes, die sagt: "Das ist in Ordnung. Das ist, was gerade ist. Gut. Ja!" - dann hast du gerade die Liebe umarmt und bist von ihr umarmt worden. Und wie alle Liebesgeschichten wird es tiefer und tiefer und tiefer. Letztendlich machst du die Erfahrung, dass es nichts gibt, was außerhalb von dir wäre, was außerhalb deines innersten Kerns wäre, was nicht in diesem Moment da wäre, was du jemals, unter irgendwelchen Umständen, brauchen könntest. Du brauchst gar nichts. Es gibt nichts "Anderes", keine "Anderen". Und wenn du einmal in dieser Umarmung mit der Liebe bist, dann passt dort einfach alles hinein. Der Partner, die Kinder, die Arbeit, all das - es passt jetzt alles! Es passt in dein Spiel namens "Feiern" hinein. Du feierst. Das Spiel ist vorbei. Du hast gewonnen. Du bist verbunden. Die Quelle hat sich selbst gefunden. Aber wir befinden uns weiterhin in der Mitte der Manifestation. Lasst uns also feiern! Lasst uns tanzen! Lasst uns das tun, was wir wirklich tun wollen. Tun wir etwas, was wir eigentlich nicht machen wollen? Warum machen wir das? Wir müssen das nicht tun! Das ist eine alte Konditionierung, eine alte Programmierung. Das ist vorbei. Wir sind jetzt in den Flitterwochen. Und in den Flitterwochen tun wir nur, was uns wirklich Freude bereitet, und wir lassen es zu, dass wir von der Liebe zu jeglichem Zweck benutzt werden. Denn es ist alles das Gleiche, es spielt für uns keine Rolle. Wenn du einmal der Liebe begegnet bist und sie umarmt hast, ist es egal, was du tust oder nicht tust, es ist egal, was du für Worte benutzt, wie bei all diesen Überlegungen: "Bin ich der Handelnde? Bin ich nicht die Handelnde?" - Wen kümmert es? Es ist vorbei! Das sind alles nur Gedankenspiele. Du hast gelernt, jeden Moment so zu umarmen, wie er ist. Das ist das Einzige, was du für den Rest deines Lebens wissen musst, was die so genannte spirituelle Suche angeht. Es gibt sonst nichts, was du über Gott wissen müsstest. Gott ist ein Konzept, Erleuchtung ist ein Konzept, Erwachen ist ein Konzept. Das Eins-Sein mit der Liebe, das Sich-Verbinden mit der Seelen-Essenz, kann nur in jedem Moment geschehen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Das ist kein Tun, da gibt es keine Technik. Es geschieht etwas, wenn du in den Raum jenseits des Machtbereichs des Verstandes vorstößt - des Verstandes, der die Realität verzerrt und als "der/die/das Andere" interpretiert. Du siehst, fühlst, kennst, verstehst einfach alles als eins! Das muss es sein, was der heilige Franz von Assisi empfand, als er sich mit der Natur, mit den Vögeln eins fühlte und sie alle zu ihm kamen. Das war diese Liebe. Er brauchte keine Ehefrau, keine Freundin, keine Arbeitsstelle, er war einfach - mit weltlichen Augen gesehen: arm. Mit anderen Augen gesehen war er einer der reichsten Menschen, die jemals gelebt haben. Denn er lebte völlig einfach und glücklich. Er hatte alles, was er brauchte. Er fand es in sich. Er hat es nicht in solchen Worten ausgedrückt wie ich gerade. Aber es ist dieses Verschmelzen mit der Liebe. Er nannte es vielleicht "Jesus" oder wie auch immer. Es macht keinen Unterschied, wie wir es nennen. Ich nenne es "unsere Seelen-Essenz". Ich nenne es "unser Satchitananda". Die gesamte geheimnisvolle Suche der Menschheit nach einer göttlichen Macht außerhalb des Menschen - angefangen bei Höhlenmenschen, die Elemente, Feuer und Tiere anbeteten und irgendwie eine Verbindung zu dieser Macht herstellen wollten - sie ist abgeschlossen! Wir waren auf der Suche nach unserer Seelen-Essenz. Das ist es, wer wir sind. Dieses Glück, das wir jetzt erleben - das haben wir schon immer erlebt. Außer manchmal, wenn wir in dem Traum sind, dem Albtraum, nämlich dem Verstand, der eine Vorstellung von Trennung erschaffen hat, der sich in diesem Wahn befindet. Wie könnte das noch einfacher erklärt werden? Es gibt sonst nichts, bezüglich dessen ich euch erleuchten könnte, wenn es um Glücklichsein, die wahre Liebe oder auch diese Sehnsucht geht, die unser ganzes Leben begleitet hat. Auch indem ich dies mit euch teile, liegt eine unglaubliche Freiheit. Absolute Freiheit in jedem Moment: Freiheit davon, den anderen zu brauchen. Was auch immer außerhalb deiner inneren Seelen-Essenz liegt, brauchst du nicht. Das gehört zum Spiel dazu. So bist du jahrelang, jahrzehntelang hinter etwas hergejagt - und letztendlich hast du den Weg nach Hause gefunden. Du hast herausgefunden, wer du wirklich bist, du hast herausgefunden, dass das Geheimnis des Glücklichseins für dich und für die ganze Welt darin liegt, sich jedem Moment hinzugeben, in dem Wissen, dass es deine Seelen-Essenz ist, der du dich hingibst. Wissend, dass diese Liebe allmächtig und allwissend ist - ein Überfließen. Du brauchst nichts außer dieser Liebe. Nichts! Jetzt ändert sich alles im Außen. Es ist wie der ultimative Drogenrausch mit Farben und Klängen, wie du es noch nie erlebt hast. Ich erinnere mich, wie Pauline und ich vor 25 Jahren einmal am Strand saßen und psychedelische Pilze genommen hatten. Der ganze Ozean, der ganze Himmel bestand auf einmal aus Energiefeldern, die jeder von uns sehen konnte. Wir waren 12 oder 15 Leute, die dort die Nacht verbrachten. Wir sahen auf den Ozean und sahen ihn atmen, pulsieren. Bäume waren lebendig und bewegten sich, es war, wie wenn ein Schleier entfernt worden wäre, und so ist es wirklich. Alle sahen das Gleiche. Es waren keine Halluzinationen. Dann ging das vorüber und wir konnten nicht mehr so sehen, aber die Erinnerung blieb. Und das ist das Erlebnis, das ich vor einiger Zeit hatte, von dem ich euch erzählt habe: das Erleben der absoluten Einheit mit der Liebe. So mächtig, es gab nichts anderes. Ein solcher Frieden, wie man ihn nicht in Worten ausdrücken kann. Wenn es nichts anderes mehr gibt, kann man diesen Frieden, dieses Glück nicht in Bezug auf irgendetwas beschreiben. Wir können das mit dem Verstand nicht interpretieren. Aber diese Erfahrung ist so mächtig, dass du sie nie vergisst. Sie bringt dich immer wieder zum jetzigen Moment zurück. Hier habe ich es gefunden: im jetzigen Moment. Hier, jetzt, genau so, wie dieser Moment gerade ist. Es ist gleichgültig, wie er ist. Es kommt alles auf das Gleiche hinaus. Du lernst, der Liebe nicht nur hier und da in einzelnen Momenten zu begegnen, nicht nur, wenn du morgens in Meditation sitzt, sondern dieses Sitzen dehnt sich auf den ganzen Tag aus, und auch bis in deine Träume hinein. Du verlierst das Gewahrsein, dass du reines Bewusstsein bist, nie mehr. Das bleibt. Der Verstand ist weiter sehr aktiv. Er wird weiterhin dem Leben Widerstand leisten, jedem Moment, so wie du ihn erlebst. Aber auch das ist Teil des Spieles. Auch das ist jetzt . Du bist auf einem Aussichtspunkt und siehst jeden dieser Gedanken. Und wie die Gedanken so ankommen, läuten sie eine laute Glocke. Sie schwingen eine rote Fahne. Denn sie schleudern dich aus deinem friedlichen Zustand hinaus. Es ist wie: "Warum empfinde ich Angst?" - "Aha, ich denke gerade an morgen!" Was es auch immer ist, woran du denkst, du erkennst: Es hat die Umarmung mit der Liebe unterbrochen. Es hat dich aus dem Moment herausgeholt. Und dann kommt: Danke, ah, danke! Denn es ist die Liebe, die dich aus dem Spiel wieder herausruft. Komme in diesen Moment zurück, sei präsent. Sei bedingungslos bewusst. Erlebe deine Seelen-Essenz, erlebe das Glück. So ist es immer: flipp-flopp, rein und raus, zwei Dimensionen, von der dritten in die vierte, von der vierten in die dritte. Das gehört zum Spiel dazu. Aber wenn du einmal die Liebe gefunden hast, wenn du einmal die Macht dieser Hingabe an jeden Moment wahrnimmst, dann nehmen die Intensität und die Dauer immer weiter zu. Das Verstehen vertieft sich. Du bemerkst, dass deine innere Weisheit ständig zu dir spricht und dir jeden Aspekt der Schöpfung erklärt, den du vielleicht noch nicht verstehst. Die Fragen hören auf jeden Fall auf, aber das Verständnis wird immer tiefer. Es ist, als sei es dir gleichgültig, warum Israelis und Palästinenser gegeneinander kämpfen, das spielt nicht wirklich eine Rolle, aber es ist ein Verständnis dessen da. Selbst wenn du dazu gar keine Frage hattest, selbst wenn es dir gleichgültig ist. Alles, was du siehst - die Liebe erklärt es dir, aber in Begriffen des kosmischen Bewusstseins. Du vertraust diesem universalen, kosmischen autonomen Nervensystem so, dass du es nie in Frage stellst und ihm nie Widerstand leistest. Du lässt einfach zu, dass es in deinem Leben die Überhand gewinnt, in dem Wissen, dass die Liebe so mächtig und so allwissend ist. Du kannst keinen Fehler machen. Es kann kein Elend und kein Leiden mehr geben. Es können Dinge in deinem Leben vorkommen, die normalerweise bei dir Leiden verursacht hätten. Es wird weiterhin solche Ereignisse geben. Sie werden sich nicht ändern. Du musst weiterhin Rechnungen bezahlen, du erlebst, wie Menschen sterben, es gibt Verkehrsstaus. Aber wenn du jeden Moment in der Umarmung mit der Liebe erlebst, siehst du diese Ereignisse wie etwas außerhalb deines Glücksgefühls. Sie wirken sich auf dein Glück nicht aus. Sie beeinträchtigen deinen tiefen Frieden nicht. Es ist so, dass du ein Ozean reinen Bewusstseins bist und dass nur kleine Wellen auf der Oberfläche sind. Es gibt keinen Unterschied zwischen einer Welle, bei der sich etwas im Körper zusammenzieht, und der Welle eines Lotteriegewinns. Ein neues Auto kaufen, dein neues Auto zu Schrott fahren - das sind nur Wellen! Sie haben nichts mit dem Ozean reinen Bewusstseins zu tun, der du bist. Für dich ist jede Welle gleich. Jede ist eine Einladung, bei der Umarmung noch mehr in die Tiefe zu gehen. Dies ist also das Ende meiner 50 Jahre langen Suche nach dem Glück, nach Gott, nach dem Wissen um die Gedanken Gottes, nach meinem Zuhause, wonach auch immer ich gesucht habe, es ist geschehen, vollständig. Es ist auf solch einfache Art und Weise geschehen, dass es kaum zu glauben ist, dass nicht jeder es die ganze Zeit sieht. Es ist so einfach. Ein Philosoph des Mittelalters sagte, wenn man vor einer komplizierten Situation mit vielen möglichen Lösungen steht, sei die einzig wahre Lösung immer die allereinfachste - in jedem Fall! Es ist ein kunstvoll ausgeführtes Spiel, und es gab viele Sackgassen und Ablenkungsmanöver bei diesem Spiel, aber die Quelle hat sich einmal mehr selbst wieder gefunden. Sie wusste, es muss so kommen, und es kam so. Lehrer haben diese völlig verrückte Vorstellung, sie hätten eine Wahrheit weiterzugeben. Auf der ganzen Welt kann niemand etwas hören, was er oder sie nicht schon als die eigene Wahrheit erlebt. Denn es ist offensichtlich so, dass die Quelle es liebt, hier für Verwechslungen zu sorgen. Schaut euch all die Wahrheiten an, die es so gibt. Angehörige verschiedener Religionen, die sich im Namen ihres Gottes gegenseitig umbringen; der Wahn einzelner kleiner Egos, die versuchen, die Realität unter ihre Kontrolle zu bekommen, wodurch unendliche Konflikte und Gewalt und Depression und alles Mögliche verursacht wird. Es war jemand mit mir im Satsang, und etwas, was ich sagte, führte bei ihm zu diesem Übergang, diesem Umschalten, zu Tränen, zu... - und ich hatte das, was bei ihm ankam, gar nicht gemeint! Es kam dem, was ich gesagt habe, noch nicht einmal nahe. Aber er hat das durch seine innere Weisheit gehört. Er musste es so hören. Und es hat ihn in diesen Raum des Verbundenseins mit dem Eins-Sein, mit seiner Seelen-Essenz gebracht. Glaubt nicht, die Selbstmordattentäter seien nicht so sehr mit ihrer Seelen-Essenz verbunden, wie ihr es seid, die ihr hier sitzt. Für sie ist es nur eine ganz andere Wahrheit. Die Quelle liebt auch den Kontrast solcher Extreme, sie liebt alle Gefühle. Alles, was in einem Traum nur möglich ist. Denn es geschieht nicht wirklich. Es sieht aus und es fühlt sich an, als geschehe es, aber es geschieht nicht wirklich. Wenn ich morgens aufwache, habe ich im Traum vielleicht Schlachten geschlagen, Tausende umgebracht, bin selbst immer wieder getötet worden, und ich wache auf mit der Frage: "Ist das wirklich geschehen? - Nein!" Und es fühlt sich so gut an, in meinem warmen, bequemen, weichen Bett zu liegen, sicher, ohne das Schlachtengetümmel. Ich bin dann froh, dass ich die Schlacht erlebt habe, denn der Kontrast fühlt sich so gut an. Klebe also nie an den Worten, die irgendein Lehrer sagt, die in irgendeinem Satsang vorkommen, die in irgendeinem Buch stehen. Wenn du jemand zuhörst, tue das mit der Absicht, dass sich dir deine innere Weisheit offenbart. -------------------------------------------------- Den vollständigen Satsang mit Satyam Nadeen können Sie im Internet nachlesen unter:
Nicht im Magazin veröffentlichter zweiter Teil:
Fragende: Ich habe einen Kommentar und eine Frage. Mein Kommentar ist: Du sagst, dass alles nicht wirklich geschieht. Ich glaube, dass eine Mutter, die ihren Sohn im Krieg verloren hat, dir da nicht zustimmen würde. Meine Frage lautet: Sagst du, dass all das Schreckliche, das in der Welt geschieht - Bomben, Folter, all der Schmerz - aus dem Grunde passiert, dass die Quelle dieses jeweilige Gefühl erleben will? Nadeen: Das ist genau, was ich sage. Es gibt nur eine Energie. Für den dualistischen Verstand, der in Polaritäten denkt, muss es immer Gegenpole geben, damit er irgendetwas versteht. Er kann "kalt" nicht verstehen, wenn er "warm" nicht kennt. Es würde für ihn keinen Sinn ergeben. Er kann "Liebe" nicht verstehen, wenn er nicht "böse" oder "Angst" versteht. Das sind Polaritäten. So funktioniert der Verstand einfach, man kann nichts daran ändern. Es gibt aber nicht zwei Energien, die über die Welt herrschen! Doch so denkt der Verstand: "Es gibt Gott und es gibt den Teufel!" Darum beruhen alle Religionen auf diesem dualistischen Ansatz. Es gibt nichts als eine Einheit, die sich manifestiert. Und genau dies gehört zum Spiel dazu: Die Quelle verliert sich in der Dualität, weil sie das Spiel liebt, sich wieder zu finden. Es ist ein Versteckspiel. Die Quelle findet den Weg zurück zu ihrem ursprünglichen Angesicht, das da war, ehe das Tragen einer Maske ins Spiel kam, sie findet zu ihrer Seelen-Essenz. Der Verstand erschafft all das Leiden, die Folter, denn er ist gegen das, was ist, im Widerstand. Sei im Widerstand und du wirst leiden. Widerstand ist nutzlos - in jeglicher Hinsicht! Du wirst leiden, ein wenig oder sehr viel. Wenn eine Mutter ihren Sohn verliert, wird sie das natürlicherweise als Verlust erleben. Da ist nicht unbedingt Widerstand im Spiel, es sei denn, sie interpretiert diesen Verlust in ihrem Verstand, dass es nicht so sein sollte, dass sei verkehrt ist, was passierte: "Mein Sohn sollte mich überleben. Kinder sollten nicht vor ihren Eltern sterben." Was sich der Verstand auch immer zurechtlegt, es ist eine Geschichte. Die Quelle, die vor der Manifestation der Welt im Ruhezustand ist - das, was ich erfahren habe, wie ich erzählte -, die Quelle ist nichts als reines Bewusstsein, es gibt nichts anderes, es ist einfach die absolute Liebe und eine Explosion von., - ich kann es nicht beschreiben! Es ist jenseits allen Glücks, das ihr euch vorstellen könntet. Dann, irgendwann, will die Quelle offensichtlich etwas verändern, sonst würde sie es so belassen, wie es ist, und es würde nie eine Welt der Manifestation geben. Schon im Altertum gab es Erkenntnisse über dieses Pulsieren zwischen der Ruhe einerseits und der Bewegung in der Welt der Manifestation andererseits. Sie lauten ungefähr so: Die Quelle im Ruhezustand - da gibt es offensichtlich Raum und Zeit nicht. Sobald aber die manifeste Welt erschaffen wird, gibt es Raum und Zeit. Es heißt, dass bei diesem Zyklus jeder dieser Abschnitte ungefähr 360 Billionen und 40 Milliarden Jahre dauert. Solche Zeitspannen können wir uns nicht vorstellen. Aber für die Quelle ist es vielleicht nur ein Moment, ein Atemzug - einmal Ein- und Ausatmen. Das sagte man im Altertum darüber. Die Schöpfung im Ruhezustand - die Manifestation im Ruhezustand: Seit Ewigkeiten schwingt die Existenz wie ein Pendel hin und her, und es wird ewig so weitergehen. In dieser jetzigen Periode der Manifestation gibt es den Verstand. Das Motto des Spiels lautet ungefähr so: "Wie gelangen wir nach Hause? Wie können wir nach Hause kommen, obwohl wir einen Verstand haben?" Den Verstand wirst du selbst durch eine Lobotomie nicht los. Er ist weiter da. Du kannst das Glück nicht finden, wenn du nicht jenseits der Fähigkeit deines Verstandes, deine Seelen-Essenz zu verzerren, gehst. Es gibt also nur ein Eins-Sein, das der Verstand seinerseits als Gut versus Böse interpretiert, Leiden versus Glücklichsein. Darum kommt bei jedem irgendwann die Frage auf: "Wenn es einen Gott gibt - warum gibt es dann Leiden in der Welt? Warum gibt es das Ego? Da muss es doch auch einen Teufel geben." Vergiss jegliches "Warum?", denn jede Antwort, die du darauf bekommen könntest, die deinen Verstand zufrieden stellen würde, wird zu zwei weiteren Fragen führen. Es ist wie bei einem Ungeheuer - wenn man ihm einen Kopf abschlägt, wachsen zwei neue nach. Die Antworten sind nicht im Verstand zu finden. Der Verstand kann nur Leiden finden. Das ist die einzige "Lösung", die du im Verstand finden wirst. Du musst jenseits des Verstandes gehen. Wenn du das tust, und zwar indem du in jedem Moment präsent bist - bedingungslose Bewusstheit! -, dann verschwinden als erstes alle Fragen, und wenn sie verschwunden sind, kommen alle Antworten: Du verstehst total. Das ist ein solches Aha-Erlebnis - ich würde sagen: Als bei mir dieser erste Übergang stattfand und ich erkannte, dass ich Bewusstsein bin, hatte ich drei oder vier Wochen lang jeden Tag enorme Aha-Erlebnisse - einfach dadurch, dass ich die Realität jetzt mit anderen Augen sah, die gleiche Realität aus einer anderen Perspektive. In meinem Fall war es die Gefängnisrealität. Nichts hatte sich geändert, die Wärter nicht, meine Mitgefangenen nicht, aber aus schlimmstem Leiden und aus Gewalt wurde die wunderschönste friedliche Freude, die ich jemals erlebt hatte. Wie ist das möglich? - Höre auf, Widerstand zu leisten, fange an zu umarmen. All die Fragen, die ich über das Leben hatte, verschwanden, und statt Fragen gab es nur noch Antworten. Das war einfach Weisheit, die im Satsang ihren Ursprung hatte - im inneren Satsang. Dies ist also ein Teil deiner Hingabe. Wenn du eine Frage zum Bösen, zum Leiden, zu Folter oder was auch immer hast, dann anerkenne, dass es das ist, was gerade ist. Dagegen kann auch der Verstand nichts sagen. Das ist das erste Geschenk, das du der Liebe machen kannst. "Ich verstehe nicht, also unterwerfe ich mich einfach, und ich gebe dir dies." Sieh das Ganze einfach als eine unglaubliche Liebesaffäre! --------------------------------------------------- Fragende: In meinem Verstand gibt es gerade zwei Gedanken oder Fragen. Das Erste ist: Während ich dir zuhörte, formulierte sich bei mir eine Frage als Reaktion auf das, was du gesagt hast. Aber sobald ich diese Gedanken in Worte fasste, erkannte ich, dass es mir eigentlich egal ist, wie die Antwort lautet. Es spielt keine Rolle, denn die Situation ist so, wie sie ist. Nadeen: Ja, das ist sie! (Lachen) F.: Und das Zweite war: Wow, das klingt ja wie die Mythologie der alten Griechen! Damit habe ich mich gerade die letzten Monate über beschäftigt. Ich erkenne zunehmend, und dies heute Morgen ist ein weiteres Beispiel dafür: Wenn ich eine Frage habe, ist es eigentlich egal, wie die Antwort lautet. Bis vor kurzem hätte es noch passieren können, dass ich dir überhaupt nicht zugestimmt hätte, nach dem Satsang hinausgegangen wäre und gedacht hätte: "Ich habe Recht und er hat Unrecht." Jetzt wird mir klar, dass ich gar nicht reagieren muss und dass ich nicht Recht haben muss. Es spielt keine Rolle. N.: Jeder hat immer Recht. Es gibt niemanden, der nicht Recht hätte. Denn jeder macht seine eigene Erfahrung der Realität im Rahmen des Bewusstseins. Jeder hat immer Recht! Niemand hat jemals nicht Recht! Niemand hat jemals einen Fehler gemacht, niemand hat jemals irgendetwas außerhalb des göttlichen Schicksalsplanes getan. Den Verstand treibt das in den Wahnsinn. Darum gehst du an diesen mächtigen Ort jenseits des Verstandes, wo du die Realität einfach so siehst, wie sie ist. Du verstehst sie vielleicht nicht, aber du siehst sie so, wie sie ist, umarmst sie und bist glücklich. Was ist besser: Recht haben oder glücklich sein? - Ganz wie du willst! (Zwischenruf): Beides! N. (lachend): Du willst Recht haben und glücklich sein? - Gut, warum nicht? ------------------------------------------ Fragende: Ich habe festgestellt, dass ich umso mehr Empathie mit dem empfinde, was ich sehe, je stärker ich mich damit verbinde. Aber irgendwie führt das zu einem Konflikt. Nadeen: Warum ist da ein Konflikt? F.: Ich bin mir nicht sicher, außer dass es sich oft so anfühlt, als bringe dieses Einfühlungsvermögen ein Gefühl von Traurigkeit mit sich. Ich stelle fest, dass ich mich der Natur verbundener fühle als jemals zuvor. Aber ich höre auch Geschichten von Menschen oder beobachte Situationen, wo sie sich über irgendetwas beklagen, und ich fühle so viel Mitgefühl und Empathie mit ihnen, und ich fühle den Schmerz, den sie fühlen. N.: Mein liebstes Gedicht ist das von Rumi zum Null-Kreis. Kennst du es? Ich will sehen, ob ich mich daran erinnere. Es beginnt: "Lasst uns hilflos und sprachlos sein." Das ist das ganze Geheimnis um die Liebe zu finden. Es beginnt mit einem Gefühl von Hoffnungslosigkeit, das Rumi "hilflos und sprachlos" nennt. Es war das zweite Mal, dass dieser Übergang, dieses Umschalten, bei mir stattfand: Es war vor ungefähr einem Jahr, als ich dieses tiefe "hoffnungslos, hilflos und völlig verblüfft Sein" empfand. Nichts, was ich mittels meines Verstandes tat, funktionierte - nichts! Mein ganzes Leben, all diese Jahre voller Erfahrungen - und nichts klappte. Rumi sagt: "Lasst uns also hilf- und sprachlos sein, unfähig, ja oder nein zu sagen. Dann wird ein Gnadenstrahl kommen Und uns aufheben. Wir sind zu blind, um diese Schönheit zu sehen. Zu sagen, wir könnten sie sehen, wäre eine Lüge. Wenn wir sagen: ,Nein, wir können sie nicht sehen', wird uns das enthaupten und uns das Fenster zur Weltenseele hin verschließen. Lasst uns uns also nichts sicher sein, außer unserer selbst. Und nur das. Dann werden wundersame Wesen uns zur Hilfe eilen. Hingerissen, in einem Null-Kreis daliegend, stumm, werden wir letztendlich laut ausrufen: Führe uns! Und wenn wir uns dann letztendlich dieser Schönheit total hingegeben haben, sollen wir zu großer Güte werden." Bei diesem letzten Satz geht es um den Grund dafür, dass du diese Empathie fühlst: Immer stärker, je tiefer du dich hingibst, je lauter du in deiner hilflosen, hoffnungslosen Position des "Ich bin mir nichts mehr sicher" ausrufst: "Führe mich!". Du rufst die Liebe an: "Führe mich! Ich gebe mich dir hin. Total. Führe mich." "Wir sollen große Güte sein.": Das ist Mitgefühl, das ist Liebe, das ist Empathie. Es ist natürlich. Darum ist dir für den Rest deines Lebens nur noch Harmlosigkeit möglich, wenn du einmal herausgefunden hast, wer du bist. Du kannst dir selbst oder jemand anderem keinen Schaden zufügen. Das ist dir einfach nicht möglich. Die Menschen flippen aus, wenn ich sage: Es gibt keine Moral. Es gibt kein "Richtig" oder "Falsch". Es gibt keinen Verhaltenskodex, der besagt: "Du solltest dies tun oder nicht tun". Trotz aller kirchlichen Gebote und gesellschaftlichen Gesetze - es kann keine Moral geben, niemals! Du erwiderst: "Das öffnet ja Gewalt, Plünderung usw. Tür und Tor!" - Wenn du einmal verstanden hast, wer du bist, kannst du dir oder anderen nichts antun. Du kannst das einfach nicht! Wenn ein Schmetterling im Zimmer ist und nicht hinausfindet, treibt dich irgendeine seltsame Kraft dazu an, dem Schmetterling den Weg nach draußen zu ermöglichen. Und dann fragst du dich: "Warum habe ich das überhaupt gemacht? - Diese kleinen Viecher, die ich immer mit den Händen tot geklatscht und weggeblasen habe!" Es geht nicht mehr. Irgendetwas anderes hat das Spiel mit den Marionettenfäden übernommen. Der Marionettenspieler bewegt die Fäden jetzt anders, als ich es tat. Und die Verbindung mit der Natur ist sehr, sehr stark, denn da ist Eins-Sein ohne den Verstand. Das ist das ursprüngliche Angesicht - kein Verstand, einfach nur reine Manifestation des Bewusstseins ohne irgendeine Verzerrung! Darum lieben wir die Natur. Darum lieben wir Kinder, Haustiere., weil es da keine Verzerrung durch den Verstand gibt! Nur Menschen haben ein Hirn, das die Dinge verzerrt. Darum hassen sich Menschen. Die Hölle ist "der Andere". Das ist die ursprüngliche Definition von "Hölle". Wenn du denkst, es gäbe "Andere", bist du in der Hölle. Wenn sich also jemand von euch hilflos, hoffnungslos und sprachlos fühlt und nicht in der Lage ist, "ja" oder "nein" zu sagen, könnt ihr euch glücklich schätzen. Dann seid ihr da. Wenn ich mit meinem jetzigen Wissen auf der Suche nach einem Lehrer wäre, würde ich jemanden suchen, bei dem ich mich völlig hilflos und verblüfft fühlen würde, nachdem ich mich ihm erklärt habe. Es würde so ablaufen: "Dieser Lehrer kann mir gar keine Antwort geben. Ich fühle mich so hilf- und sprachlos, dass ich nach innen gehen und dort nachschauen muss!" Ich würde gar nicht darauf hoffen, dass mir der Lehrer Schritt für Schritt den Weg zeigt. Wenn ich das tue, bin ich wieder mitten in der Trennung. "Hilflos und völlig verblüfft", das ist das Größte, was dir ein Lehrer geben kann. Du gehst hinaus und hast keine Ahnung, was du tun sollst, du weißt nicht, was du sagen sollst, du weißt gar nichts mehr. Dein Verstand ist angehalten, er weiß einfach nichts mehr. Du musst dich darauf verlassen, diesen Moment des Nicht-Wissens einfach zu umarmen. F.: Rumi sagte: "Nur noch Verwirrung". N.: Das ist es. Rumi hat verstanden. Ich habe für meine Bücher auf verschiedene andere Bücher zurückgegriffen - um zu zeigen, dass ich da gar nichts Neues sage. Zwei dieser Bücher waren 3000 Jahre alt, Bücher voller Verse. Für mein drittes Buch, an dem ich jetzt zu schreiben beginne, habe ich die Idee, mich an Coleman Barks zu wenden, der das Gesamtwerk von Rumi übersetzt hat, und ich will das, was Rumi über Hingabe, Eins-Sein und Sehnsucht gesagt hat, verwenden und Zitate von ihm zur Unterstützung der Botschaft dieses meines dritten Buches benutzen. Denn ich liebe diesen Mann so sehr. Er war da, er fühlte es, er sprach es. Niemand hat es jemals so gesagt wie er. Er ist ein Meister darin, diese leidenschaftliche Sehnsucht in Worte zu fassen. ------------------------------------------------------------ Fragende: Mein Leben nimmt einen so schönen Verlauf, es plätschert sehr schön dahin, und ich frage mich hin und wieder: Wenn ich einmal in einer Krise sein sollte, werde ich dann das anwenden, was ich jetzt lerne und erlebe, so dass ich weiter eine Art Distanz wahren kann, während ich durch diese Krise hindurchgehe? Wird da ein Sich-Zurücklehnen und Beobachten sein? Nadeen: Wenn du sagst, dass du dich manchmal fragst, ob du in der Lage sein wirst, das, was du weißt, in deiner eigenen persönlichen Krise anzuwenden, würde das bedeuten, dass es eine "richtige" Art gibt, mit einer Krise umzugehen. Es wird nie mehr die "richtige" Art geben, irgendetwas zu tun. Du bist reines Bewusstsein. Du bist die Quelle aller Energie, und du wirst mit deiner nächsten Krise auf die perfekte Art umgehen. Die Quelle will, dass du genau so damit umgehst, wie du damit umgehen wirst. Du bist eben gerade in deinen Verstand gegangen und hast gesagt: "Ah, jetzt weiß ich, wie ich damit umzugehen habe: Akzeptiere es! Umarme es! Das ist die richtige Art." Der Verstand braucht einfach irgendeine Form, an der er sich festhalten kann. Du bist formlos. Es gibt keine Form. Es gibt keine Art, wie du reagieren solltest oder nicht reagieren solltest. Wenn du mit Hingabe reagierst: So sei es! Wenn du um dich schlägst und fluchst und jammerst: So sei es! Und es gibt einen Teil von dir, der sich einfach dessen bewusst sein kann, was der Moment ist. Widerstand oder Hingabe - wie auch immer, da ist ein Teil, der beobachtet. Das ist es, wer du wirklich bist. Wenn du den Verstand beobachtest, bist du nicht der Verstand. Der Verstand kann sich nicht selbst beobachten. Das "Ich" kann sich nicht selbst sehen. Es wird geschehen, was auch immer geschehen soll. Und jetzt, in diesem Moment: Bleibe einfach im Frieden. ---------------------------------------------- Im Englischen: "the beloved". "the beloved" ist in der Sufi-Tradition ein feststehender Begriff, der vom Geschlecht unabhängig der/die/das Geliebte bedeutet, und er wird von Satyam Nadeen in diesem Sinn verwendet. Im folgenden Text ist er je nach dem Sinnzusammenhang auch mit "die Liebe" übersetzt. Anm. d. Hrg.) www.satyamnadeen.com Nadeens Resort Pura Vida auf Costa Rica (Artikel aus der New York Times lesen....) |