Sexualität ist ein Teil der Fülle Gottes

Nehmen wir einmal an, deine Aufgabe in dieser Existenz zu diesem Zeitpunkt wäre es, die spirituelle Fülle zu leben. Würde das nicht bedeuten, dass es für dich von großer Bedeutung ist, mit der Fülle und der Schönheit dieses Erdenlebens klar zu werden? Zu erkennen, dass es nicht nötig ist, diesen Planeten zu verlassen, um im Einklang mit dem Göttlichen zu leben? Wäre es nicht nötig zu erkennen, dass deine Sexualität nicht dein Feind ist, ebenso wenig wie dein Verstand dein Feind ist? Es geht um Integration aller Aspekte, d.h. du wirst nicht drum herum kommen, bestimmte Aspekte solange zu erforschen, bis du sie als einen nicht feindlichen Aspekt deines Selbst erkannt hast. Bis du existenziell erfahren hast, dass alles ein Aspekt des kosmischen Ganzen ist. Es gibt weder Gut noch Böse. Das zu erfahren, und zwar anhand deines eigenen Lebens, ist deine primäre Aufgabe. Deine Aufgabe ist es, ganz zu werden und zwar, indem du dich und deine verdrängten Aspekte lebst, und um sie anzunehmen und das was überflüssig wird loslassen zu können. Es ist also völlig sinnlos, zu werten, oder zu vergleichen. In deinem Leben geht es um das Sammeln von gelebten Erfahrungen. Je entspannter, je genussvoller und totaler du dies tust, umso intelligenter. Das ist der sichere Weg, um unnützes Leiden zu verhindern.

Nichts ist pervers oder krank, von einer höheren Warte aus betrachtet. Es gibt nur recht extreme Bahnen, die sich die Energie zuweilen schaffen muss, um nicht völlig abgetötet zu werden. So würde sich jegliche sogenannte Perversion augenblicklich auflösen, würden die Menschen aufhören, aus welchen Motiven auch immer, ihre Energien zu unterdrücken. Wie euch sicherlich bekannt ist, spielt da die "Spiritualität" leider eine besonders ungünstige Rolle. Dies beruht auf vielen Missverständnissen und auf Missbrauch. Spirituelle Suche war schon immer der Aspekt, der sich am meisten missbrauchen lies, und der am stärksten mit Angst und Schuldgefühl belegt wurde.

Intensiv ausgelebte Sexualität hält dich ganz gewiss nicht vom Göttlichen fern. Eher könnte ich sagen, du hältst dich von mir fern um nicht das Risiko einzugehen mit deiner wahren Sexualität konfrontiert zu werden. Wer sagt euch, dass euch Gott, wenn ihr ihm dann endlich begegnet, nicht zuerst einmal so richtig mit eurer Sexualität konfrontiert?

Glaubt bloß nicht an dieses Märchen, die Sexualität sei euch Menschen nur dazu gegeben worden, um sie abzulegen. Nein, sie ist erstens die Grundwurzel eurer Lebensenergie und zweitens ist sie euch gegeben um Freude zu erleben und darüber hinaus Gott nicht zu vergessen.

Es geht lediglich darum, in keinem Aspekt dieses Erdenlebens verloren zu gehen und eure göttliche Herkunft zu vergessen.

Aus: Herzensbriefe von Isamar / Mandala Verlag