Soami Divyanand wurde 1932 in einer kleinen Stadt in Nordindien geboren. Die unterschiedlichen Religionsbekenntnisse seiner Eltern - einerseits orthodoxer Hinduismus, andererseits die rationalistische Reformbewegung des Arya Samaj, die im 19. Jahrhundert ins Leben gerufen wurde - erwiesen sich für ihn als unbefriedigend, wenngleich die tiefe Frömmigkeit seiner Mutter wie auch die Disziplin und Schriftkenntnis seines Vaters ihre positive Wirkung nicht verfehlten. Dennoch musste Soami Divyanand, der schon als Kind innere Visionen von großer Schönheit erfuhr und stundenlang in Meditation verweilte, bis zu seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr warten, bevor er den Lehrer und die geistige Schulung fand, die endlich seinen Wunsch nach einem praktischen Zugang zur Religion erfüllen soll- ten. Nachdem er 1957 den Arya Samaj aus Enttäuschung darüber, dass er für die persönliche Lebenspraxis eines Menschen keine Hilfe bot, verlassen hatte, besuchte er eines Tages den Vortrag jenes Mannes, der über die künftige Richtung seines Lebens entscheiden sollte: Sant Kirpal Singh fesselte seine Aufmerksamkeit mit den Worten: ,,Jeder Heilige hat eine Vergangenheit und jeder Sünder eine Zukunft." - Dieser Heilige lehrte den Pfad des Surat-Shabd-Yoga - der Meditation des göttlichen Lichts und Klangs, wie sie der Seele offenbart werden und zur mystischen Vereinigung mit Gott führen. Hier war ein Lehrer, der statt anderen seine Theorien und Glaubensartikel aufzudrängen, jeglichen blinden Glauben durch das Prinzip ersetzte: ,,Sehen ist Glauben." Soami Divyanand, der mit einem tiefen Misstrauen gegen Gurus aufgewachsen war, konnte seine Skepsis erst überwinden, als er nach der Initiation durch Sant Kirpal Singh überwältigende innere Offenbarungen erfuhr. So real, tiefgreifend und beseligend waren jene Offenbarungen, dass sie an der Fähigkeit seines Meisters und an dem praktischen Gewinn der Meditation, wie er sie lehrte, auch nicht den Schatten eines Zweifels ließen. Während der Jahre spiritueller Schulung nahm er sein Studium der Veden wieder auf und stellte zu seiner Begeisterung fest, dass die Rishts, die Weisen der fernen Vergangenheit, dort ganz genau seine eigenen inneren Erfahrungen beschrieben. Später erkannte er, dass seine mystische Erfahrung der angemessene Schlüssel auch zu anderen Offenbarungsschriften war, von denen er die Bibel am gründlichsten studierte. Er kam zu dem Schluss, dass Misstrauen und Verachtung, wie sie die Weltreligionen einander entgegenbringen auf einen Mangel an praktischen inneren Offenbarungen seitens jener Menschen zurückzuführen waren, welche die Schriften auslegten und die religiöse Lehre verkündeten. Das Jahr 1974 sah den Tod seines geliebten Meisters Sant Kirpal Singh und als Folge dieses traurigen Ereignisses den Wandel von Schüler zum Meister. Durch innere göttliche Offenbarung wurde Soami Divyanand beauftragt, praktische spirituelle Führung auf dem Pfad, der die Seelen zu Gott zurückbringt, zu gewähren. Die ersten Menschen, die ihn um Initiation baten, kamen aufgrund von Träumen und Visionen. Wie einstmals Soami Divyanand, so erkannten jetzt seine Schüler die unendliche Überlegenheit der ,,Anbetung im Geiste" gegenüber Ritualen und Opfergaben. Als Soami Divyanand 1979 seine erste Vortragsreise durch zahlreiche Länder in Europa und den USA unternahm, wurde auch bei dieser Gelegenheit der erste Kontakt zwischen westlichen Schülern Sant Kirpal Singhs und dem spirituellen Nachfolger ihres Meisters durch innere Offenbarungen hergestellt. Er überraschte seine Zuhörer dadurch, dass er seine Botschaft nicht auf der Tradition des Hinduismus begründete, sondern auf der Bibel, wobei er die Botschaft Jesu Christi so eindringlich und einleuchtend erklärte, dass Christen hierin den Unterschied zwischen intellektueller Spekulation oder blind übernommener Doktrin einerseits und der inspirierten Auslegung eines wahren Propheten andererseits erkannten. In den folgenden Jahren nahmen auch im Westen viele Sucher unter der Anleitung Soami Divyanands die Meditation auf und machten große spirituelle Fortschritte. Schon bald wurde in der Bundesrepublik Deutschland ein Zentrum zum Zweck der Meditation und des vergleichenden Studiums der Religionen gegründet. Seine Vorträge sind seit vielen Jahren für viele Menschen eine tiefe innere Bereicherung. |