Der denkende Geist ist der Teufel der Moderne Auszug aus einem Interview von Joachim E. Berendt (JEM) mit OM. C.Parkin (OM) aus der aktuellen Ausgabe des Magazins "Advaita". JEB: OM, es hat mich gewundert, dass Du manchmal das Wort "Teufel" benutzt. Ich habe es eigentlich nur bei Dir gehört, bei keinem anderen SATSANG-Lehrer. Und für mich, der ich auch aus der christlichen Tradition komme, die durchsetzt ist mit dem Teufelsspuk, war das wie ein Schock... OM: Nun, Hunderte von Jahren hat uns das Christentum gelehrt, dass wer das Böse in der Dunkelheit der Unterwelt finden. Das sei die Welt, in welcher der Teufel haust, waltet und lehrt, während die Oberwelt die Welt Ist, in der Gott lebt, herrscht und waltet. Gott habe seine Wesen, seine Helfershelfer, die sich Engel nennen, und auch der Teufel habe seine Werkzeuge, die sich Dämonen nennen. Der Teufel ist ja auch im Mittelalter immer wieder als ein Ziegenbock dargestellt worden. Und seitdem die Aufklärung und damit auch die Lehre der Psychologie im Westen immer mehr Einzug gehalten hat, können wir erkennen, dass dieses Konzept des Teufels ein Konzept war, das der denkende Geist selbst entworfen hat, um sich seiner eigenen animalischen Seite, seiner eigenen dunklen Seite, seiner Tiernatur, seiner Triebhaftigkeit usw. zu entledigen. Mit anderen Worten: Der Teufel war nichts anderes als bloße Schattenprojektionen des denkenden Geistes. Und heute sind wir evolutionär an einem Punkt angelangt, wo wir das, was wir früher den Teufel nannten, in seiner Essenz erkennen können. Die Essenz des Bösen ist nicht in den dunklen Kräften zu finden, sondern das Böse durchsetzt sowohl die lichten, als auch die dunklen Kräfte. JEB: Vieles, was Du über den Teufel sagst, kommt dem nahe oder gleich, was Du über den denkenden Geist sagst. So erfahre ich es auch. Wenn ich tief in der Stille bin, schlägt er plötzlich zurück. Ich empfinde diesen Rückschlag durch den Geist immer wieder als etwas Dämonisches. Ich wage nicht zu sagen "Teuflisches", aber es kommt in diese Nähe. Was ist die Beziehung zwischen Teufel und Geist? OM: Ich weis, dass es sehr gravierend ist, diesen Begriff des Teufels überhaupt zu verwenden, weil er im Unterbewusstsein einen Schock auslösen kann. Den Schock, den Jahrhunderte kirchlicher Lehre im kollektiven westlichen Unterbewusstsein hinterlassen haben. Aber ich benutze diesen Begriff ganz bewusst immer wieder, um diese Last ans Tageslicht zu bringen, anstatt ihr auszuweichen. Denn nur so kann sie verbrennen. Der Begriff "Geist" ist ein Begriff, der sowohl für Gott, als auch für den Teufel stehen kann. Im ursprünglichen Sprachgebrauch gab es diese Ausdifferenzierung nicht. JEB: "Geist" kann sich sowohl auf Gott als auch auf den Teufel beziehen? OM: Natürlich! Es gibt spirituelle Lehrer, die das Wort Geist für Gott verwenden: Der All-Geist, der allmächtige Geist, der Heilige Geist das ist Gott. Und gleichzeitig arbeite ich mit dem denkenden Geist als dem Quell menschlichen Elends. Das ist ein harmloser, aufgeklärter Begriff für den Teufel. Der denkende Geist und der Teufel ist ein und dieselbe Kraft. Der westliche, aufgeklärte Mensch hat die Evolutionsstufe bereits durchschritten, in der Teufel als böse Kraft außerhalb des Menschen erschien, die den Menschen in Versuchung führte. JEB: Das ist ja alles diese Projektion. Und jetzt besteht die Möglichkeit, dem Bösen in dir zu begegnen. Nicht dem Bösen, dem Verwerflichen, dem Niederträchtigen im Gegensatz zum Guten, dem moralisch und ethisch Einwandfreien. Der denkende Geist kann nichts darüber aussagen, was gut und was böse ist, weil es dieser Geist selbst ist, in dem sich diese Kraft, die man früher Teufel nannte, verbirgt. Der Teufel ist im Denken! Stell dir vor, der Teufel verkleidet sich als "ich". Er ist dir so nah, dass du ihn nicht mehr sehen kannst. Früher haben wir geglaubt, da draußen müssen wir vorsichtig sein, da ist der Teufel. Da draußen kann er uns in Versuchung führen, da draußen kann er uns gefährlich werden. Aber wer hätte gedacht, dass diese Kraft so nah an Dir selbst ist, das Du sie eben nicht mehr sehen kannst? Das heißt, der Teufel, der denkende Geist, sagt "Ich". Er ist so nah an mir dran, das ich ihn nicht mehr erkennen kann, weil er ich sagt .(lacht) Das vollständige Interview lesen Sie in der Ausgabe 1/99 des Magazins Advaita. Erhältlich in spirituellen Geschäften oder direkt über Satsang-Allionce e.V., Tel:040-4108585, Fax:-30 |