Geld - eine bestechende Angelegenheit
von Horst von Hasselbach

Ja, weil Vollbeschäftigung unaufhörlich den Zins senkt und die Banken krachen läßt wie verarmte Adelsleut, denen niemand mehr die Pacht zahlt, so daß sie ihr Schlösser nicht halten können.. Deswegen wird Vollbeschäftigung nicht gewollt, sondern nur scheinheilig bejammert.

Weswegen regiert Geld die Welt? Weswegen fällt es dem Gelde sehr viel leichter, die Welt zu regieren, als den Politikern? Weil das Geld Geld bringt. Es kennt die wundersame Vermehrung.

Sie leihen jemandem Geld zu 7 % Zinsen.
Nach 25 Jahren hat Ihre Geldanlage sich mehr als verfünffacht.
Nach 50 Jahren bereits verdreißigfacht.
Nach 60 Jahren fast versechzigfacht.

Wer also nach dem 2. Weltkrieg im zerstörten Deutschland sein Geld zu 7% angelegt hätte, hätte nächstes Jahr sechzig mal so viel daraus gemacht.. gemacht? Nein, erpreßt und erschlichen.
Damals aber zahlte man 12 %.
Wer seine Geld so hoch verzinslich fest angelegt gehabt hätte, hätte statt das Sechzigfache das Neunhundertfache zurück erhalten.

Ich fürchte, das übersteigt das Fassungsvermögen aller Menschen, die nur eine einzige Möglichkeit kennen, Geld zu verdienen, nämlich bis zum Umfallen zu arbeiten.

Geld sechzig Jahre fest anzulegen setzt einen Schuldner voraus, der, was er sich geliehen hat, sechzig Jahre nicht zurückzuzahlen vermag.

Sehen wir uns nach einem so tumben Schuldner um, finden wir nur eine einzige Adresse, die infrage kommt: eine demokratisch-republikanische Staatsregierung. - Es kommt nicht darauf an, daß es in diesem Staat wirklich Demokratie gibt oder daß alle öffentlichen Angelenheiten wirklich publik sind (Re-publik), sondern darauf, daß die Schulden, die gemacht werden, im Namen des Volkes gemacht wurden. Dann haftet nicht die Regierung, sondern das Volk, also der Steuerzahler, gleich welche Parteirichtung die letzte Wahl gewonnen hat.

Oh weh. Ich fürchte, diese Erkenntnis tut so weh, daß Sie lieber aufhören zu denken und auf Wunder hoffen.... Ich könnte Sie verstehen.

Darum müssen Regierungen immer weiter Schulden machen: Damit sie die alten Schulden nicht vorzeitig zurückzahlen können. Nur dann laufen die Zinseszinsen so hoch auf. Aber das ist ja bei fast allen Demokratien der Fall. Gleich welcher Nation....

Nation... nationales Denken ist Opium für das Volk. Gleiche welche Nation, sie sind alle zinspflichtig gegenüber Leuten, die sie gar nicht kennen.

Das hat nichts mit Heimatliebe, mit altem Brauchtum, mit Liedern und Tänzen, mit der vertrauten Muttersprache zu tun. Der Begriff Nation wurde nur erfunden, um einen sicheren Schuldner zu haben, durch den sich das Vermögen der Gläubiger wie im Traume vermehrt. Je nationaler der Schuldner, desto blinder ist er. Eine Nation ist die beste Geldanlage.

Verstehen Sie jetzt, warum der Sozialstaat jedes Jahr mehr abgebaut wird? Die Zinsen fressen alles auf. Daher die chaotischen Reformen, die niemand versteht, deren monatelange Diskussion die Leute einfach daran gewöhnen soll, daß demnächst weniger Geld in der Kasse ist.

Aber wir, das Volk wurden überhaupt nie gefragt.

Deswegen sind wir auch nicht daran gebunden, was Leute, die sich durch unaufhörliche Propaganda, bezahlt von unsern Steuergeldern, Regierungsämter erschlichen haben, denen versprochen haben, die sie dabei (durch schwarze Koffer...) unterstützt haben.

Wer macht sich schon klar, daß in den viel gepriesenen Demokratien über alles gequatscht, getalkt und abgestimmt wird, nur über Währung und Geldwesen nicht. Wer ist sich schon bewußt, daß das, worum es allen letztlich geht, von privaten Geschäftsleuten auf eigene Rechnung gehandhabt wird: Die Währung ist das, was von allen Demokratien von Anfang an und als erstes privatisiert wurde...

Ein wunderbares Geschäft: Die Völker arbeiten fleißig und streben nach Wachstum, und für jedes zusätzliche Geschäft ist zusätzlich Geld notwendig. Das dürfen aber nur ganz Wenige drucken. Die schreiben auf die Scheine drauf, was sie wollen, und sagen dann den Regierungen, sie müßten das bezahlen, was drauf steht. - Wären die Währungen staatlich, käme es uns nur die Druckkosten. - Die Regierungen können aber nicht bar bezahlen. Sie dürfen ja selbst nicht Geld drucken. Also müssen sie alles Geld, was sie brauchen, auf ewig verzinsen, bis die wundersame Vermehrung sich heiß läuft.. Am Ende steht Krieg oder Umsturz und Bürgerkrieg. Und dann fängt alles wieder von vorn an...

Und die verblendeten Nationen zerfleischen sich, weil sie meinen, die anderen seien schuld. Oh Gott.. Mehr Licht!, sagte Goethe im Sterben.

21. März 2004 Horst v. Hasselbach

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