Eli Jaxon Bear: Die größte Angst des Ego ist, ein Niemand zu sein. Aber da ist immer noch ein Glaube an einen Niemand. Du bist unsichtbar, das ist die Wahrheit. Unsichtbarkeit ist so ein kostbares Geschenk, so eine Freude, so eine Liebe. Doch für deine Vorstellung, daß du ein Jemand sein solltest, ist sie sehr erschreckend. Jedes Ego hat dieselbe Struktur, die auf der Angst basiert, ein Niemand zu sein. Tief innerlich verbirgt sich Verzweiflung darüber, denn wenn du ins Zentrum des Ego gehst, ist nichts da. Und jedes Ego ahnt, daß nichts da ist. Darum entwickelt es verschiedene Strategien, um damit umzugehen, z. B. Selbsthaß und den Versuch, diesen Selbsthaß zu vermeiden, indem du versuchst, von anderen die Liebe zu bekommen. Bei manchen ist es Angst und der ständige Drang, immer etwas zu tun. Andere jagen der Wollust. dem Vergnügen hinterher, um nicht zu spüren, daß nichts da ist. Das ist der große Witz. Da ist wirklich nichts da, und das ist eine gute Nachricht! (Lacht). Und dann erkennst du: Dieses Nichts ist Totalität. Es ist alles. Es hat keine Grenzen. Dann erfährst du dich selbst als absolute Leere, als absolute Weite, die alles liebt. Keine Grenzen, kein Raum, keine Zeit, Nichts. Wenn du dich als Das erfährst, ist dasWeisheit. Tatsächlich ist diese Leere voll. Sie füllt alles. Alles ist aus ihr gemacht. Alles schwimmt in ihr. Alles atmet Es. Es ist voll, homogen, überall. Das ist Liebe. Die Erfahrung deiner selbst, als kleines Teilchen, leer und voll, eine Rolle spielend, scheinbar in einem Körper inkarniert, das ist Lila. Wenn wir hier über das Enneagramm sprechen, dann nur deshalb, um die verschiedenen Stile des Tuns aufzuzeigen. Die verschiedenen Arten, sich vorzustellen, es gäbe einen Jemand, der etwas tut. Du nimmst das Auftauchen von emotionalen und mentalen Wellen wahr und nennst es Ich. Wenn du realisierst, daß du die Quelle bist, aus der alle Wellen aufsteigen, dann können die Wellen kommen und gehen. Sie berühren dich nicht. Wenn du glaubst, daß du eine Welle bist, dann baust du eine Menge Energie auf und bewegst dich sehr schnell. Du fühlst, wie du dich schneller und schneller drehst, bis du zusammenbrichst und dich zurückziehst. Dann ziehst du dich wieder zurück ... Und dann fragst du dich: "Gibt es denn so etwas wie einen Ozean?" Deine Fixierung kennenzulernen, dient nur der Möglichkeit, das zu erkennen, was du nicht aufgeben willst. Wenn du bereit bist, alles anzuschauen und dich nicht zu bewegen, dann gibt es keine Fixierung. Fixierungen sind nur verschiedene Arten des Weglaufens. Wenn du aufhörst wegzulaufen, dann legst du alle Werkzeuge nieder. Du stoppst all deine Strategien, all deine Visiualisierungen, all deine Mantras, all deine Schutzgötter. Alles. Wenn alles aufhört, bist du nackt und allein. Das macht Angst. Deshalb nähern sich die meisten dieser Stille nie. Oder wenn sie es tun, laufen sie schnell wieder zurück. Wenn du nackt und allein bist, stellst du dich deinem Selbst. Du lädst alles ein, was im Weg ist, um zu zeigen, daß du dich nicht bewegen läßt. Dann wirst du sehen, was tiefer ist. Das bedeutet für alle Fixierungen, dem Zweifel abzusagen. Der Zweifel bringt dich nirgendwohin. Er führt dich nur im Kreis herum. Er hat keine Weisheit. Er ist die Verdeckung der Weisheit. Alles, was wir hier tun, ist, den Mythos des Persönlichnehmens zu zerstören. Alles, was du willst, wird entdeckt, wenn du nichts persönlich nimmst. Dann findest du alles, wonach du suchst. Du entdeckst dein Zuhause. Du entdeckst wahre Liebe ohne ein Objekt. Wahre Erfüllung. Dann nutzt du dein Leben auf wundere Art. Als ich zum ersten Mal meinen Lehrer traf, war ich ein Workshop-Leiter, der das Enneagramm lehrte. Ich dachte: "Das kann ich nicht weitermachen. Was soll das für einen Sinn haben? Jeder soll einfach nur meinen Lehrer treffen, und seine Suche ist beendet." Aber Papaji sagte zu mir: "Nein, mach damit weiter. Zeig, daß sich nichts veränden muß." Du mußt nicht deine Karriere verändern oder deine Beziehungen. Du mußt nur der Wahrheit treu bleiben. Sei bereit, daß sich alles verändert und daß sich nichts verändert. Auszug aus das Lied der Freiheit - Lüchow Verlag |