Von Anusati Thumm

 

Ätherische Öle

Körperliche Wirkweise

Ätherische Öle wirken einerseits durch die Haut auf den gesamten Organismus, so bei Bädern, Massagen und gezielten Einreibungen.

Noch schneller werden sie über die Schleimhäute vom Körper aufgenommen. Hierbei ist die Wirkung eine besonders intensive.

Wenn bei der Anwendung von ätherischen Ölen in der Duftlampe beispielsweise die ätherischen Öle

verdampfen, gelangen sie so durch Einatmen zur Lunge und über das Blut in den Kreislauf. Mit Inhalationen, Sitzdampfbädem, Spülungen, Gurgeln und Tampons erzielt man eine noch stärkere Wirkung.

Seelische Wirkweise

Der zweite Weg der Wirkweisen ätherischer Öle führt über den Geruchssinn direkt zum Gehim - und zwar dorthin, wo unsere Gefühle und unser Schmerzempfinden gesteuert werden. Denn die Nase ist direkt mit dem "limbischen System", einer Art Schaltzentrale im Gehirn verbunden.

Von hier aus steuert unser vegetatives Nervensystem alle unsere seelischen Regungen. Die Duftstoffe der ätherischen Öle wirken also als Informationsträger direkt auf das Gehirn.

Saubere Qualitäten

Durch diese beiden Wirkweisen - körperliche und seelische - wird eigentlich erst richtig klar, welchen Stellenwert und Wichtigkeit eine saubere Qualität von ätherischen Ölen für die ganzheitliche Behandlung besitzt.

Jetzt wird auch verständlich, inwieweit die Anbaumethode, ein idealer Standort und die schonende Gewinnung die Ölqualität beeinflussen. Denn ähnlich wie bei einem guten Wein spielt die Pflanzenart, Herkunftsland, Anbauweise, ja sogar die Reifung bei sorgfältiger Lagerung eine große Rolle.

Idealer Standort und botanische Zuordnung

Es existieren sogenannte historische Anbaugebiete, wo bestimmte Pflanzen von den spezifischen Boden- und Klimabedingungen her optimal gedeihen und dadurch einen besonders feinen Duft entwickeln beziehungsweise eine größere Heilwirkung entfalten.

Beispiele: Lavendel aus der "Haute Provence" Frankreichs, Orangenblüten von der Küste Siziliens oder aus Marokko, Rosen aus Bulgarien, Marokko und Türkei, Sandelholz aus Mysore, Zeder aus dem Libanon oder dem Atlasgebirge.

Idealer Ursprung

Der Lavendel aus dem Hochland beispielsweise enthält ca. 160 verschiedene Heilstoffe, der blllige Lavandin aus der Ebene in Monokulturen geerntet, nur noch ungefähr 40. Ebenso unterscheiden sich die verschiedenen Rosenarten in ihrer Schwingungs- und Duftqualität.

Verwechslungen besser ausschließen

Die Angabe der genauen Pflanzenart (Nomenklatur lateinische Namensgebung) ist ebenfalls von Bedeutung, da es bei manchen Pflanzen auch recht aggressive Sorten gibt. Zum Beispiel die "Poleiminze", sollte nicht für therapeutische Zwecke eingesetzt werden.

Einzelne Pflanzen unterschelden sich zum Teil in der Wirkungsweise: Kamille römisch für den psychischen Bereich; Kamille blau für die rein körperllche Anwendung.

An der Nase herumgeführt ?
Qualitätsunterschied von natürlichen und naturidentischen Ölen. von Anusati Thumm ...Im Alltag jedoch werden wir heute überall mehr und mehr "an der Nase herumgeführt", oft so subtil, dass wir dies nicht einmal mehr wahrnehmen. Die Industrie weiß sehr wohl um die tiefe Wirkung der Düfte und nutzt sie gezielt zur Beeinflussung der Menschen. Mehr Schein als Sein So ist die Mehrzahl der Produkte in Supermärkten parfümiert, Duftstoffe sorgen dafür, dass Kunststoff nach Leder riecht, Zahnpasta nach Pfefferminze, Wurst nach Wurst. Für Gebrauchtwarenhändler gibt es "Neuwagensprays", durch die Kunden zum Kauf eines Autos verleitet werden sollen. Eine britische Firma besprüht ihre Mahnschreiben mit Androsteron, einem Hormon, das im Unterbewusstsein des Empfängers Angst auslöst! Und mehr !... In Amerika wird in Verkaufsräumen, die gezielt beduftet werden, mehr Umsatz gemacht, und in Japan sollen Duftstoffe - unterhalb der Wahrnehmungsgrenze über die Klimaanlage verteilt - die Arbeitslust der Angestellten steigen. Zweifelhafte Neuerung Die Herstellung sogenannter "naturidentischer", sprich synthetischer Duftstoffe gelang 1884 erstmalig, dem deutschen Chemiker Eilhard A. Mitscherlich. Etwa 3 000 bis 4 000 dieser Duftstoffe, so schätzt der Verband der Deutschen Riechstoffhersteller sind heute auf dem Markt.

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