„Du bist bereits DAS, was du suchst.....“von Thorsten Albert
Es war einmal ein Mann. Er stand auf einem hohen Berg inmitten einer wunderschönen Landschaft voller Täler, mit kleineren und größeren Bergen, verschiedenen Wäldern, Flüssen und kleinen Bächen. Der Berg, auf dem der Mann stand, war der höchste von allen. Da der Mann nun die Täler und ihre Umgebung kennen lernen wollte, nahm er ein Fernglas und schaute hinunter. Es war ein spezielles Fernglas, mit dem er sich an die Stelle, wo er hinsah, projizieren konnte. Der Blick durch dieses Fernglas war so intensiv und faszinierend, dass er mit dem, was er darin erblickte, eins wurde. Er wurde zu dem Bild, das er sah, und vergaß alles um sich herum, den Berg, auf dem er stand, und wer er wirklich war. Auf diese Art verlor er sich in einer Menge von Abenteuern und Erfahrungen. Er traf auf seinem Wege andere Wanderer, unterhielt sich mit ihnen und tauschte Erfahrungen aus. Er traf auch Tiere, beobachtete sie und lernte von ihnen. Er sah den Fluss im Tal und die Bäche, die in ihn hinein flossen. Der Mann ging auf vielen Wegen und erlebte dabei so manche Freude, aber auch so manchen leidvollen und angsterfüllten Augenblick. Eines Tages hatte der Mann ein Gefühl, das ihm sagte, dass es noch mehr außer diesem Tal gäbe. Er verspürte eine Sehnsucht nach hohen Bergen, nach grenzenlosem Überblick, nach Freiheit, weg von den beengenden Tälern. Er sah den ersten hohen Berg und bestieg ihn. Er lief voller Eile und Begeisterung hoch, konnte es kaum erwarten. Oben angekommen, fühlte er sich sehr gut. Er hatte es geschafft. Er setzte sich hin und genoss sein Ziel. Doch schon bald entbrannte in ihm aufs Neue die Sehnsucht, die ihm sagte, dass es noch einen höheren Berg gebe und er ihn erklimmen müsse. Er begab sich erneut auf die Suche, seiner Sehnsucht folgend. Schon bald fand er den nächsten Berg, und der schien auf den ersten Blick auch tatsächlich höher zu sein. Der Mann bestieg ihn und kam auf der Bergspitze mit großer Freude an. Siegreich setzte er sich dort hin, in dem Glauben nun den höchsten aller Berge bestiegen zu haben, bis erneut die Sehnsucht nach einem höheren Berg in ihm aufstieg. Erneut machte er sich auf den Weg und somit auf die Suche. Das ging dann noch einige Male, immer wieder suchend, sich freuend und schließlich verzweifelnd darüber, dass es nicht der höchste Berg gewesen war. Doch diese Sehnsucht, gemischt mit der Gewissheit, dass es den höchsten Berg geben müsse, war da und dies hielt ihn gefangen in der Suche. Nach vielen Versuchen brach der Mann verzweifelt und weinend zusammen. Er gab die Suche auf. In diesem Moment fiel dem Mann das Fernglas zu Boden. Er erkannte, dass er bereits auf dem höchsten Berg stand und er den Berg in Wirklichkeit niemals verlassen hatte. Es waren nur das Fernglas und seine Projektion, die ihm vorgemacht hatten, dass er den Berg verlassen habe, dass er ein anderer gewesen sei, in einer anderen Umgebung. Er erkannte sich als das, was er war, und war überglücklich. Kennst du das? Bist nicht auch du auf der Suche? Vielleicht schon bewusst, vielleicht noch unbewusst? Besuchst du nicht vielleicht genau aus diesem Grunde, der Suche wegen, unzählige Seminare, Kurse, Trainings, Einweihungen? Lässt du dir nicht vielleicht genau aus diesem Grunde in der Aura, in den Händen, im Gesicht verschiedene Dinge lesen? Verbringst du nicht genau aus diesem Grunde mehrere Stunden am Tage mit Yoga und Meditation? Liest du nicht vielleicht genau aus diesem Grund Hunderte von Büchern, hältst bestimmte Regeln ein, gehst zu Satsangs und Vorträgen, besuchst Heilige und bittest um ihren Darshan? Doch was suchst Du? Ist es nicht die Suche nach der Wahrheit des Lebens, Glücksseligkeit, Ananda, Befreiung, Moksha, Mukti, Unendlichkeit, wahres Selbst, Christus....? Aber frage dich einmal: WER sucht? Und vor allem: WEN und WAS ? Der Suchende und das Gesuchte sind ein und dasselbe. Solange du suchst, suchst du... – und kannst nicht finden, weil du es selber bist. Das einzige, was du machen musst, um die Wahrheit zu erkennen, um DICH zu erkennen, ist die Illusion aufzugeben, etwas anderes zu sein. Die Illusion von dem, was du glaubst zu sein. Es sind die falschen Vorstellungen und Konzepte, die dich von der Erkenntnis der Wirklichkeit abhalten. Und das spielt sich nur im Verstand ab. Da brauchst du keine neuen Affirmationen, selbst wenn sie vielleicht „positiv“ sind. Auch brauchst du keine Informationen über die Stärken und Schwächen oder Details aus der Vergangenheit der Geist-Körper-Einheit, wie du sie vielleicht durch Aura-, Hand- und Gesichtlesen erhältst. Auch brauchst du keine stundenlangen Yogaübungen oder Vorträge über Edelsteine, Chakren oder sonstiges. Dies alles baut wiederum neue Konzepte auf. Es ist nicht nötig, um zur Wahrheit „zurück“ zu gelangen. Du bist bereits das, was du suchst. Und das macht es für viele Menschen anscheinend so schwierig und doch ist es so einfach. Wenn wir uns nur nicht immer wieder von so vielen Leuten erzählen ließen, wie schwierig es doch sei, was alles notwendig dafür wäre, wie lang der Weg doch ist, oder dass es überhaupt erst nach dem Tode erreichbar wäre, aber auch nur, wenn man sich so oder so verhält. Alle die Techniken und Praktiken spielen sich im Verstand, im Geist ab und halten diesen noch weiter in Bewegung. Außerdem halten sie die Illusion eines persönlich Handelnden aufrecht, was die Erkenntnis weiter behindert. Und genau der Geist ist es ja, der die Wirklichkeit vernebelt. So kommt es, wie es in den Veden genannt wird, zu Maya (Illusion, Enttäuschung), und der Geist und die Welt, welche eins sind, entstehen. Genau dieser Geist muss zum Stillstand kommen, um die „dahinter liegende“ Wahrheit zu erkennen. Das Denken muss beendet werden – nichts weiter. Denn du, die Wahrheit, bist jenseits des Geistes, jenseits des Körpers. Wie wird der Geist zum Stillstand gebracht? Das Denken wird durch unaufhörliches Beobachten des Geistes beruhigt und beendet, indem du erkennst, wer du NICHT bist, und somit letztendlich, WER DU BIST. Der Beobachter oder das „Ich Bin“ ist das „Erste“, das aus der Wirklichkeit entsteht und somit der Beginn der Illusion und doch der Schlüssel, die Tür zu DIR, zu deinem wahren und einzig wirklich existierenden SEIN. Auch erkennst du dann, dass du DAS schon immer warst und immer sein wirst. Der Irrglaube, eine bestimmte Person zu sein in einer bestimmten Umgebung, ist die Wurzel allen Übels und veranlasst dich irgendwann auf die Suche zu gehen. Doch wie lange willst du suchen? Die Suche spielt sich nur im Verstand ab, im Geist, wie auch die ganze Welt. Es ist wie ein Traum. Du musst nur aufwachen. Doch das kannst du nur, wenn du es wirklich willst, wenn du nicht mehr träumen willst. Und das ist auch schon alles. Nur das wirkliche Wollen – und sich nicht durch verschiedene Wege in die Irre führen lassen – ist dafür notwendig. Wege implizieren einen Start und ein Ziel, einen Anfang und ein Ende, doch die Wahrheit ist jenseits von Anfang und Ende. Das wahre, unendliche Sein muss nicht erst produziert werden, durch Transformationen des Geistes oder durch Affirmationen erschaffen werden, auch brauchst du nicht deine Vergangenheit zu ändern oder deine Zukunft zu wissen, damit die Quelle entsteht. Sie ist allgegenwärtig, zeitlos, nicht mit Worten beschreibbar oder mit Gedanken und Vorstellungen erreichbar. Und doch jederzeit erkennbar, wenn du bereit bist die Illusion und die Suche aufzugeben. Dann bleibt nur noch die Wahrheit. Und die Wahrheit bist DU. Thorsten Albert: „Ich“ bin 25 Jahre alt und wohne in Plittershagen bei Freudenberg / Siegen. Dort lebe ich mit meiner Frau und drei Kindern in einem schönen Haus am Waldrand. Ursprünglich habe ich Krankenpflege gelernt und arbeite auch noch in diesem Beruf. Außerdem bin ich Heilpraktiker und arbeite hauptsächlich mit der Psycho-Kinesiologie (Arbeit mit dem Unterbewusstsein über den kinesiologischen Muskeltest), Meditation, Yoga, Reiki, Gesprächstherapie, Lichtnahrung. Durch den starken Impuls, dass es noch mehr gibt außer dem, was wir mit den fünf Sinnen wahrnehmen können, machte ich mich schon früh auf die Suche nach der Wahrheit des Lebens, nach dem Ursprung und dem natürlichen Zustand des „Mensch-Seins“. Auf diesem Weg traf ich u.a. meinen späteren Meditations- und Yogalehrer Dada Pranakrsnananda, einen Mönch indischer Tradition, und erhielt verschiedenste Einweisungen. Auch Lehrer von Reiki und Psycho-Kinesiologie, sowie verschiedenster anderer Bereiche, traf ich auf meinem Weg. Viele Praktiken und Techniken folgten daraufhin und die Suche schritt voran. Eine der intensivsten Erfahrungen bis dahin war der 21-Tage-Lichtnahrungsprozess (nach Jasmuheen). Doch auch danach war ich weiterhin auf der Suche nach der Wirklichkeit, und die Frage „Wer bin ich?“ ging mir nicht mehr aus dem Kopf. So plante ich ein Jahr später den 1. Teil des Lichtnahrungsprozesses, wo es darum geht sieben Tage nichts zu trinken, alleine in einer kleinen Hütte zu wiederholen (beim ersten Mal hatte ich es in einer Gruppe gemacht). Doch schon nach kurzer Zeit in der Hütte fragte ich mich: „Was suche ich eigentlich?“, brach den Aufenthalt und somit die Suche ab und fuhr nach Hause. In der Nacht fiel dann der letzte Schleier, das Denken stoppte und der Verstand stand still. Ich erkannte, wer ich bin, immer war und sein werde, als die Illusion als solche erkannt wurde und die Wahrheit des Lebens sich enthüllte. Eigentlich kann ich es nicht als Erfahrung bezeichnen, da es jenseits des Verstandes ist und Erfahrungen Teil des Geistes, des Verstandes sind. |