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Widerspenstigkeit und Negativität liegen in der Sicht des Urteilenden Aneeta Makena teilt mit uns einen Traum, der Licht auf die Natur unserer Reise in die (der) Gegenwart wirft. „Es geschieht nur selten, dass ich mich an einen Traum in voller Länge erinnere oder das Gefühl habe, dass ein Traum mir etwas zeigen soll. Neulich wachte ich aus einem Traum auf, an den ich mich vollständig erinnerte, und wusste, dass ich da etwas verstehen, etwas in mein Bewusstsein aufnehmen sollte. Dieser Traum erscheint mir auf mehreren Ebenen als wertvoll: enthält er für mich die ,Lektionen' des Wochenendes, von dem Peter und ich gerade zurückgekehrt waren; 2. erkannte ich durch diesen Traum, wie wertvoll es ist, meine Gefühle wirklich mitzubekommen und sie ohne Widerstand zuzulassen, und meine Gefühle als eine Art, in Bewusstheit hinein geführt zu werden, anzunehmen; 3. zeigt mir dieser Traum so deutlich, wie es mir noch nie bewusst war, den kurzlebigen Charakter von Angst: dass das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein von Angst meiner Erfahrung nach (ich wage sogar zu sagen: völlig!) davon abhängt, was ich zum Gegenstand meines Interesses, meiner Aufmerksamkeit mache. Eine Anmerkung: in Klammern eingeschlossen ist jeweils, was ich jetzt über diesen Traum schreibe - nicht das, was mir im Traum selbst bewusst war. Ich hatte den Traum in der Nacht, nachdem Peter und ich von einem Wochenend-Retreat bzw. -Workshop in den Bergen nördlich von Phoenix/Arizona zurückgekehrt waren. Die Menschen, die an diesem Workshop teilnahmen, hatten sich vorher bei ihrem wöchentlichen Treffen mit Eckhart Tolle's Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ beschäftigt. Das Wochenende mit dem Titel „Real werden“ war eine Einladung, als Gegenwart zu leben. Es war eine gleichzeitig kraftvolle und sanfte, transformierende Erfahrung intensiver Selbst-Erforschung und eine erhebende, freudvolle Feier von Herz, Seele und Selbst durch Peter's Lieder. Ich weiß, dass wir alle gemeinsam auf einer Reise in die Bewusstheit und in ein Leben in der Gegenwart sind. Ich weiß auch, dass wir im Laufe unserer Leben füreinander bei unseren Prozessen und Entdeckungen Spiegel darstellen und uns gegenseitig unterstützen. Vielleicht kann dir dieser Traum auf deiner Reise in ein Leben, das als Gegenwart gelebt wird, einen Spiegel und Unterstützung bieten, so wie er das für mich getan hat. Der Traum: Ich war in einem Haus in einer Stadt zusammen mit Peter und vielen weiteren Leuten, von denen ich einige kannte und einige nicht. Es herrschte eine Mischung aus konzentrierter geschäftlicher Atmosphäre und einer Party. Wir waren engagiert, um in einem Film mitzuspielen, und dieses Haus war der Drehort. Uns wurde mitgeteilt, worum es in dem Film gehen sollte: es sollte eine Kombination aus Horror, Abenteuer und Science Fiction sein. Wir sollten ganz normal unser Leben leben und würden dann plötzlich und unerwartet von Orks wie den Monstern in ,Herr der Ringe' angegriffen werden. Diese sähen aus wie dicke, flache schwarze Eidechsen, die fliegen können, sich auf einem niederlassen und sich wie Blutegel festsaugen. Als ich das hörte, sagte ich zum Regisseur: „Ich will nicht in diesem Film mitspielen. Ich sehe mir noch nicht einmal solche Filme an, und mit Sicherheit will ich nicht in einem solchen Film SEIN.“ Er sagte: „Du bist dafür engagiert und du kannst nicht gehen. Du BIST SCHON in diesem Film. Es ist deine Aufgabe, herauszufinden, wie deine Persönlichkeit auf das, was passiert, reagiert, und deinen Weg durch diese Geschichte hindurch zu finden. Du musst es BEGREIFEN.“ Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, wovon er sprach. Ich war mit meiner Angst vor diesen fliegenden schwarzen Eidechsen beschäftigt, die mich da unerwartet angreifen sollten. Das Haus war voller ängstlicher ,Schauspieler/innen', die nach Ecken suchten, in denen sie sich verstecken könnten, während gleichzeitig Fernseher all die schrecklichen Dinge heraustrompeteten, die uns in diesem Film widerfahren würden. Unter anderem wurde uns auch gesagt, dass wir, wenn wir dann einmal gelernt haben, wie wir mit den fliegenden schwarzen Echsen umzugehen haben, von weiteren schrecklichen Kreaturen angegriffen werden würden. Diese Aussichten erschreckten mich. Voller Angst sagte ich zum Regisseur: „Ich verlasse dieses Haus. Ich fühle mich hier nicht gut.“ Er sagte: „Gut. Du kannst gehen wohin du willst. Es spielt keine Rolle, denn du bist auserwählt, um in diesem Film dabei zu sein. Du bist ,markiert'. Wir werden immer wissen, wo du dich gerade aufhältst, so dass die Ork-Echsen dich finden werden, wo du auch hingehst.“ Erleichtert, dass ich gehen durfte, verließ ich das Haus und kam auf eine brasilianische oder mexikanische Straße voller Leben: Hochzeiten, Beerdigungen, Menschen, die einkauften, freundlich miteinander sprachen und lachten, spielende Kinder - alles gleichzeitig. Ich ging unbeteiligt mitten hindurch. In dieser lebendigen Atmosphäre, in der die Menschen um mich herum nicht Angst vor den angreifenden Echsen hatten, fühlte ich mich wohler. Ich konzentrierte mich darauf, einen sicheren Ort zu finden, und dachte die ganze Zeit: „Wo kann ich mich verstecken?“ Dann ging ich plötzlich mit einigen anderen Menschen, die auch am Filmdrehort gewesen waren, eine enge, spanisch anmutende Straße hinunter. Wir gingen in ein Geschäft, wo wunderschöne, handgefertigte, phantasiereiche Masken verkauft wurden. Jemand sagte, dass wir uns mithilfe solcher Masken besser verstecken könnten. Wir waren alle der Meinung, dass das bestimmt hilft. Es waren ganz unterschiedliche Masken, aus feinen Materialien, mit Gold und Juwelen, wunderschön. Die Verkäuferin sagte: „Es ist noch eine Totenmaske da. Möchten Sie die haben?“ Ich sagte sofort: „Oh ja, möchte ich“ - in der Hoffnung, dass ich vor den Monstern sicher sein würde, wenn es schiene, wie wenn ich schon tot sei. Ich erwartete, dass mir eine skelettähnliche Maske gezeigt wird, aber es war eine ganz besonders schöne mit roter Seide und echten roten Rosen. Ich war erstaunt, dass eine Totenmaske so wunderschön ist. Dann waren wir in einem großen See - halb gehend, halb schwimmend. Es war ein bisschen gruselig, da all die Steine und Bäume und selbst das Wasser voller Leben zu sein schien (wieder wie in ,Herr der Ringe'). Jemand aus der Gruppe sagte: „Ja, es IST lebendig. Alles ist lebendig.“ Das war unangenehm, und es war uns zu viel - vielleicht waren all diese lebendigen Dinge die anderen Monster, die uns auch noch ,kriegen' sollten. Wir hatten alle Angst, wo wir auch waren. Jemand sagte: „Lasst uns in ein volles Restaurant gehen. Da werden zu viele Leute sein, als dass die Monster uns finden könnten.“ Also gingen wir die Straße entlang, an der ein solches Restaurant sein sollte. Während wir dort entlanggingen, sagte jemand, dass Adyashanti (ein spiritueller Lehrer und Freund von uns) diesen Film, in dem wir sind, sehr mag. Das war für mich überraschend und interessant. Ich dachte, „wenn Adya diesen Film mag, muss er gut und bedeutsam sein und nicht blöd und furchterregend, so wie es für mich aussieht und sich anfühlt. Was ist da wohl, was ich bezüglich dieses Films nicht sehe, was mir entgeht?“ (Das war der erste Moment im Traum, in dem ich eine gewisse Distanz zu meiner Identität als ,ängstlich seiend' hatte.) Im Restaurant sollten wir uns eigentlich in der Masse sicher fühlen; es war mir dort aber zu laut und grob, also ging ich allein hinaus, nicht mehr so ängstlich wie vorher, fragte mich: „was geht hier vor sich?“ und fühlte mich verloren und verwirrt. Dann fand ich mich sofort bei einem einsamen Haus am Rande des Ozeans wieder, umgeben von Felsen und Zypressen mit gebogenen Stämmen, wie ein Haus, in dem Peter und ich einmal gelebt haben. Ich kletterte unter den untersten Zweigen der Zypressen auf Felsen umher, die wie ein Baum waren, den ich eine Zeitlang immer beschnitten habe. Mein Blick fiel auf verschiedene Objekte: eine knorrige Wurzel, ein Fels, ein Zweig … Mir fiel auf, dass meine Augen wie ein Mikroskop sahen: die Objekte waren so groß, dass sie nicht mehr ,sie selbst' waren, sondern ich sah sie von so nah, dass ich nur noch Farben, Oberflächen, Formen wahrnahm, ohne Identität. Ich bemerkte, dass ich mich friedlich fühlte. Meine Gedanken und Gefühle, meine Aufmerksamkeit waren NUR auf den gegenwärtigen Moment fokussiert. Ich schaute in das tiefe Dunkelblau. Ich identifizierte es nicht als ,Ozean'. Mir fiel plötzlich auf, dass ich keine Angst hatte, und stellte den Zusammenhang her zwischen der Abwesenheit von Angst und dem Aufgehen im Moment. (Meine Angst vor schwarzen Echsen und sonstigen schrecklichen Dingen, die ich noch gar nicht gesehen hatte, war nicht in meinem Bewusstsein.) Ich dachte, „das ist interessant“. Dann war ich wieder absorbiert im BLAU des OZEANISCHEN, fühlte etwas wie ekstatischen Frieden und hörte wie einen Glockenschlag LAUT und DEUTLICH im Kopf: „SOLANGE DU NICHT IN DIE BEWUSSTHEITS-SCHWINGUNG DER GEGENWART EINGEHST, WERDEN ALLE BEZIEHUNGEN, VOR ALLEM DIE MIT AM MEISTEN NÄHE, ZUTIEFST UNVOLLKOMMEN UND LETZTENDLICH DYSFUNKTIONAL SEIN.“ Wow!!! Ich dachte, im Traum: „Ein Zitat von Eckhart Tolle in meinem Traum! Erstaunlich! Kein Wunder, dass Adya diesen Film mag.“ Und immer noch im Traum sagte ich zu mir: „Das ist ja wirklich ein toller Traum.“ Und dann: „ICH BEGREIFE ES! ALLE Beziehungen sind nahe Beziehungen - z.B. die, wenn ich auf den Baum, den Ozean, den Felsen, den Zweig schaue; ich erkannte, dass ich nicht „auf“ etwas schaute, sondern es ein Sehen als „Teil dessen sein“ oder „nicht getrennt davon sein“ war, und dass es bei dieser Art von Sehen keine Angst gab. Ich fühlte, dass diese Art des Seins und Sehens ganz klar mit der Abwesenheit von Angst zusammenhing. Ich fragte mich: „War es denn möglich, diese gruseligen Dinge, die in diesem Film auf mich zukamen, auf die gleiche Art zu sehen?“ Ich WUSSTE, dass es möglich war, aber ich war mir nicht sicher, ob ich ,bereit' war, ihnen schon zu begegnen … Und ich dachte: „Ich brauche noch Übung darin!“ (Ich sehe jetzt, dass ich sofort wieder von der Gegenwart des Seins abgeschnitten war, indem ich dachte, dass ich noch Übung brauche, um mich in der Zukunft etwas Furchterregendem zu stellen.) Ich fand mich dann auf einem Felsen sitzend am Rande der Bläue (Ozean), darin absorbiert, einfach präsent, einfach dort sitzend, in völliger Zufriedenheit; ich fing an, laut zu lachen, und dadurch wachte ich auf. Ich habe diesen Traum mehreren Freunden erzählt, und einer schrieb etwas, was mir wirklich half: „Du bist bereit und du brauchst keine Übung (was nichts als eine Art des Widerstands durch den Verstand ist, wodurch Zeit und Raum erschaffen wird). Wir sind schon in dem Film, also können wir es genausogut genießen, außer unsere Rolle scheint vorübergehend Angst oder Widerstand zu beinhalten. Wir können genausogut (oder sogar besser) anfangen, selbst das zu genießen! In Liebe, Rick“ Ich konnte die Wahrheit und das Geschenk dessen, was Rick mir schrieb, fühlen. Ich sah und konnte ja sogar im Traum erleben, dass keine Übung nötig ist. Von einem Moment zum nächsten ist da entweder Frieden und Offenheit oder Angst und ein innerliches Sich-Zusammenziehen. Man beachte, wovon das abhängt! Vor allem traf mich, was Rick sagte, „wir sind schon in dem Film, also können wir es genausogut genießen, außer unsere Rolle scheint momentan Angst oder Widerstand zu beinhalten“. Ich empfinde das Mitgefühl, ohne jegliches Urteil, die liebevolle Sanftheit, die in seinen Worten liegt, und mir wurde klar, dass wenn wir den Film (unser Leben) nicht genießen, der einzige Grund dafür darin liegt, dass wir wieder einmal mit einer Rolle identifiziert sind … momentan.“ (Text aus dem Englischen übersetzt von Ulli Berndt - ulllli@yahoo.com) |