Prabhu Miten - Lieder und Geschichten aus meinem Leben mit Osho

Immer wieder werden Deva Premal und mir Fragen über Osho gestellt, daher kam mir die Idee den Event „Songs und Geschichten aus meinem Leben mit Osho“ anzubieten. Während unserer Gruppen und Konzerte bleibt uns nie genügend Zeit für all die Fragen, die von: „Hast du wirklich für Osho gesungen?“ bis zu: „Wie war das denn mit seinen Rolls Royces?“ und einfach allem, was dazwischen liegt, reichen.
In Byron Bay beschloss ich dann, Osho einen Abend zu widmen und es offen zu lassen, was geschehen würde, also ganz im Sinne von Osho. Es war ein ganz besonderes Zusammensein, an dem Menschen vieler verschiedener spiritueller Orientierungen teilnahmen.
Daher glaube ich, dass es schön ist, dass wir jetzt auf dem Rainbow-Spirit-Festival die gleiche Art von Event anbieten. Ihr dürft aber nicht meinen, ich hätte Antworten auf die Fragen parat!
Mit einem Meister wie Osho oder überhaupt mit einem Meister zu sein, ist eine Lektion im Lernen von Vertrauen – zu vertrauen in etwas, das der Verstand nicht begreifen kann. Nennen wir es den „Weg des Herzens“. Je tiefer man in seinem Herzen ist, desto offensichtlicher wird es, dass Antworten nicht nur irrelevant und unnötig sind, sondern dass sie eigentlich gar nicht existieren!
Ich habe den Eindruck, dass mir dieser Abend in Byron Bay zu einem tieferen Verständnis für meine Verbindung mit Osho verholfen hat. Also freue ich mich darauf, dies beim Rainbow-Spirit-Festival noch einmal zu vertiefen.
Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, sehe ich, dass ich es ziemlich einfach hatte. Ich musste in meiner Jugend nicht große traumatische Rebellionen durchmachen. Ich schlängelte mich so durchs Leben, wuchs in einer liebevollen Familie in England zu Klängen des Rock and Roll auf und verputzte viel Fleisch und viele Kartoffeln! (Erst mit 25 wurde ich Vegetarier.) Nach der Schule spielte ich mit einem Freund zusammen Folk- und Beatles-Songs, und das nährte und befriedigte jede religiöse Sehnsucht, die sich eventuell bei mir meldete. Musik ist für mich immer eine Tür zu Spiritualität gewesen.
Zu der Zeit, als ich Osho entdeckte – durch eines seiner Bücher über Zen: „No Water No Moon“ –, war mein „leichtes“ Leben an einer frustrierenden Karriere als Rockmusiker und an einer gescheiterten Ehe zerbrochen. Die Musik fühlte sich wie eine Lüge an – tatsächlich fühlte sich alles wie eine Lüge an!
Ich beschloss, alle meine Gitarren zu verkaufen und mein altes Leben zu verlassen – und tauchte kopfüber in das Kommune-Leben der Menschen um Osho ein. Es war eine erstaunliche Offenbarung. Ich war nicht auf die heilende Kraft vorbereitet, die die Musik dort besaß. Das stellte alle meine Ansichten auf den Kopf, was wirklich geistige Musik sei. Von ihrem Stil her meist westlich modern, war diese Musik ihrer Natur nach höchst erhebend und spirituell, besonders in der „Musik-Gruppe“ und bei den Sufi-Tänzen.
Ich war süchtig nach Sufi-Tanz und verpasste niemals eine Gelegenheit daran teilzunehmen. All diese Musik, zusammen mit dem Leben in der Gemeinschaft der Kommune, tiefgehende Freundschaften und Oshos Diskurse und Meditationen heilten mich von den Wunden, welche auch immer ich hatte, die Musik betreffend und das Leben im Allgemeinen. Ich schloss mich den Musikern an, betrat eine neue Welt, in der vom Herz für das Herz Musik gemacht und gesungen wurde.
In diesem Heilungsprozess sank ich in einen Zustand tiefen Vertrauens, das durch nichts ins Wanken gebracht werden konnte, nicht durch die Skandale oder durch das Auseinanderfallen der Ranch in Oregon oder durch die schlechte Presse, die Osho immer hatte. Auch wurde dieses Vertrauen nicht durch die Besorgnis erregenden persönlichen Aspekte erschüttert, denen ich mich stellen musste. Nichts erschütterte das Vertrauen, dass ich hierher zu den Füßen meines Meisters geführt worden war und dass ich genau da sein sollte, wo ich war, und genau das tun sollte, was ich tat, bei allem, was auch immer geschah.
An diesem Vertrauen hat sich niemals etwas geändert. Jeden Tag ist es immer wieder ein neues Wunder. Versteht mich bitte nicht falsch. In Oshos Commune zu leben hieß nicht immer auf Rosen gebettet zu sein. Auch ich musste meinen Anteil an schwierigen Zeiten durchmachen. Auch ich war gezwungen, mir meine „Dämonen“ anzusehen. Aber in solch einer spirituellen Gemeinschaft konnte ich dies wagen mit dem Gefühl, jederzeit von meinen Sannyasin-Freunden unterstützt und verstanden zu werden.
Sannyas war – und ist es immer noch – eine wirkliche Mysterienschule, in der alles passieren kann und möglich ist. Es war sicherlich kein Leben für Kleinmütige, aber ganz bestimmt ein beeindruckendes Experiment für Menschen mit offenem Herzen. Tag für Tag beobachtete ich, wie sich Oshos Vision mit Leben füllte. Manchmal wollte er, bevor zu uns sprach, wilde Musik, an anderen Tagen sollte sie im Zen-Stil sein, am nächsten Tag war da nur Stille. Alles hing davon ab, welches Thema er zur Sprache bringen wollte. Er arbeitete wie ein Maler mit einer sehr breiten Farbpalette. Er zog Abertausende von Menschen an, aus allen Schichten und mit sehr unterschiedlichen kulturellen Traditionen und Hintergründen. Osho gehörte keiner bestimmten Segenslinie an, darum war er keiner Tradition verpflichtet. Man könnte sogar sagen, er war ein Anti-Traditionalist, obwohl er in Wirklichkeit gegen überhaupt nichts war.
Er erwachte im Alter von 21 Jahren, experimentierte weiter und ließ zu, dass sich sein Erwachen ohne Ende vertiefte, es ein Erwachen jenseits des Erwachens wurde, wie er es ausdrückte, ehe er im Januar 1990 seinen Körper verließ. Für uns war es ein Segen, die wenigen kostbaren Jahre seiner körperlichen Präsenz in seiner Gegenwart sein zu können. Einige von uns konnten an diesem Experiment teilhaben, andere gingen fort, vielleicht sogar enttäuscht und misstrauisch. Ich fühlte mich wie inmitten eines heiligen Feuers und sah, dass ich dadurch gereinigt und geläutert wurde. Dafür werde ich auf ewig dankbar sein.
Wie ihr wisst, gibt es auf dem Weg nicht so etwas wie „Fehler“. Jeder Schritt ist ein Untersuchen, eine Erfahrung, um daraus zu lernen. So wird alles, was auch immer auf unserem Weg geschieht, ein Segen.
Ich habe für mich herausgefunden, dass es wichtig ist, niemals eine Erfahrung als „gut“ oder „schlecht“, als „richtig“ oder „falsch“ zu etikettieren, egal wie bitter die Pille auch erscheinen mag, die man zu schlucken hat. Dies hilft mir dabei, dankbar zu sein für jede Lektion, die sich mir stellt.
Jetzt hat sich Oshos Commune in viele Bruchstücke aufgesplittert. Es gibt überall Osho-Sannyasins, aber nun weiß niemand mehr, wer sie sind, nicht einmal die Sannyasins selber! Das kann gut so sein. Ich bin nur manchmal traurig, dass wir es nicht geschafft haben, Oshos Vision von großen globalen Kommunen, in denen wir und unsere Kinder offen zusammen leben könnten, zu verwirklichen. Aber offensichtlich sollte es nicht so sein.
Stattdessen haben wir uns alle in ein riesiges globales Dorf von gleich gesinnten Seelen aufgelöst. Es gibt keine von anderen getrennte Commune der „Orange People“ mehr, sondern eine große Familie ohne Grenzen, ob du mit Papaji, mit Osho, mit Ramana, mit Neem Karoli Baba oder wem auch immer bist. Einige von uns sind zu dem Verständnis gelangt, dass alles Eins ist und dass jeder von uns seinen eigenen charakteristischen Duft beisteuert, gleichgültig von welchem Meister er inspiriert ist. Wir beginnen voneinander zu lernen – und schätzen die einzigartige Strahlkraft eines jeden! Das fühlt sich gesund für mich an!
Also bring deine Fragen, bringe die Liebe zu deinem eigenen Meister, bringe dein Lachen, bringe deine Tränen – all is welcome here! Wir können alle zusammen in unserer Herzensfreude singen. Und wir können einen Blick wagen in die Welt eines der rebellischsten und inspirierendsten „spirituell unkorrekten“ Mystikers unserer Zeit.
Namaste, Prabhu Miten (Freund von Gott).
Miten Osho Concert Mo. 5.6. 10.00 Uhr

Weitere Festivaltermine:
Deva Premal & Miten Sa. 3.6. 20.00 Uhr
So. 4.6. um 12.30 Uhr