Samarpan - Kann ich Dir vertrauen

Fragende:
Ich bin hier, um zu sehen, ob ich dir vertrauen kann. Tief in mir ist dieses Misstrauen Menschen gegenüber.
Samarpan:
Das ist weise! - Du kannst niemandem vertrauen. Ich vertraue mir auch nicht, weißt du. (lacht)
Fragende: Das ist traurig!
Samarpan:
Das ist wirklich traurig. – Du hast dein ganzes Leben lang nach Menschen gesucht, denen du vertrauen kannst - aber Niemand ist vertrauenswürdig. Auch keine Umstände, noch nicht einmal dein eigener Körper! Aber gerade weil du so enttäuscht wurdest, fordert es dich auf, nach dem zu suchen, was vertrauenswürdig ist. Nach dem, was immer hier und verlässlich ist, was du bist und was ich bin.
Wenn du in mir eine Person siehst, kannst du ihr nicht vertrauen. Aber wenn du in mir das Göttliche siehst – dem kannst du vertrauen. Du kannst dem Göttlichen in jedem Menschen vertrauen.
Wenn ich mich von Gott nicht wegbewege, bin ich total vertrauenswürdig. Und hier bin ich höchst wachsam, denn ich bin genau wie jeder andere in der Lage, mich vom Göttlichen wegzubewegen. Das war Petrus’ Lektion. Erinnerst du dich an die Geschichte seines Verrats? „Was, ich könnte dich verraten? - Nein! Niemals!“ Das war für ihn wie für uns alle eine großartige Lektion. Wir alle sind zu Verrat und Verleugnung fähig. Wir müssen wachsam sein und uns nicht von der Wahrheit wegbewegen. Ich bitte nie jemandem darum mir zu vertrauen. Ich zeige euch in euch selbst das, worauf ihr vertrauen könnt. Da begegnen wir uns. Alles im Außen ist unwichtig. Die Geschichten, die Persönlichkeiten, die äußeren Umstände spielen keine Rolle. Es sind nur Geschichten. Sie kommen und gehen - sind also nicht vertrauenswürdig. Das gleiche gilt für Gefühle, Erfahrungen, Menschen, Jobs, Geld. Wenn du glaubst, dass etwas davon dauerhaft ist, wirst du enttäuscht werden. Das ist die große Lüge! Politiker sagen, ‚Vertraue mir!’ (Lachen). Versicherungen und Banken sagen: ‚Vertraue mir!’ Sie alle kommen und gehen. Ihnen allen kann man
nicht vertrauen.

Fragende:
Es ist aber wichtig für mich, Menschen, denen ich nahe bin oder denen ich gern nahe wäre zu vertrauen. Andererseits habe ich große Angst davor verletzt zu werden.
Samarpan:
Oh, du wirst verletzt werden! Du wirst immer wieder verletzt sein. So muss es auch sein - so lernen wir, dass wir niemandem vertrauen können. (Lachen) Verstehst du, es sind nicht die Menschen. Es ist die Geschichte! Wir kommen zum Beispiel als Mann und Frau zusammen. Wir fühlen uns zueinander hingezogen, weil wir ineinander Gott sehen. Und es kann auch sexuelle Energie entstehen. Was dann jedoch geschieht ist, dass wir uns gegenseitig Geschichten erzählen und Dinge versprechen: ‘Ich werde für immer mit dir zusammen sein!’ Ich habe früher auch solche Versprechen gegeben, weil ich daran glaubte. Und meine Partnerin hat es geglaubt, weil sie es glauben wollte. Und als sich die Umstände änderten, fühlten wir uns betrogen. Wir hatten uns Dinge versprochen, die wir nicht halten konnten. Wer weiß schon, was in zehn Jahren geschieht! Ich kann versprechen, dass ich so gut ich kann der Wahrheit, diesem Moment gegenüber, treu sein werde. Aber ich kann keinerlei Umstände versprechen. Ich kann sagen, dass ich dich in diesem Moment für immer liebe. Aber das bedeutet nicht, dass wir irgendeinen bestimmten Tanz miteinander tanzen werden. Es bedeutet nur, dass ich dich für immer liebe. Liebe ist ewig und Geschichten sind kurz. Umstände ändern sich, das ist die Natur des Lebens! Wir bekommen Probleme, wenn wir das glauben, was wir glauben wollen! Wenn wir dieser Liebesgeschichte Energie geben und darauf unsere Hoffnungen bauen. Ein darauf erbautes Schloss muss einstürzen. Hoffentlich! Wenn du Glück hast, stürzt es immer wieder ein. (Lacht) Das nennt man „aus dem Traum erwachen“. So lernen wir. Wir werden immer wieder auf das zurückgeworfen, auf das wir vertrauen können – auf unser eigenes wahres Selbst. Das ist der Plan, das ist die Absicht. Es gibt Paare, die sich mit zwanzig Jahren kennen lernen und mit achtzig immer noch zusammen sind. Aber das sind nicht die Glücklichen. Glücklich sind die, die einen Partner nach dem anderen verlieren... (Lachen)... und die noch Glücklicheren haben gar keinen Partner. (Noch mehr Lachen) Es geht um dein Erwachen. Es geht darum, desillusioniert zu werden. Es ist schmerz
haft. Aber das ist es wert. Das ist es wirklich wert. Ich
kenne diesen Schmerz. Und genau deswegen kann ich es leicht nehmen. Ich bin durch diesen Schmerz gegangen und habe Freiheit gefunden. Und für dich sehe ich das gleiche. Es ist unvermeidlich. Du bist bereit!

 

Fragende: Vielleicht.
Samarpan:
Ich bin mir da sicher.
Du musst dir nicht sicher sein.
Fragende:
Ich habe solchen Herzschmerz.
Samarpan:
Das ist in Ordnung. Nutze auch das.
Schließe deine Augen und richte ganz
freundlich deine Aufmerksamkeit auf
diesen Schmerz. Ganz sanft. Nicht um
irgend etwas zu verändern … Atme
sanft in diesen Schmerz hinein.
Lasse deinen Atem ihn wie eine sanfte
Brise berühren. Denke an nichts.
Hier gibt es keine Geschichte,
nur eine Empfindung. Entspanne dich
da hinein. Was siehst du hier?
Fragende:
Nichts.
Samarpan:
Erzähle mir von diesem Nichts.
Fragende:
Es ist warm. Ein Geschmack von Weite.
Samarpan:
Kannst du ein Ende dieser Weite finden?
Fragende:
Nein.
Samarpan:
Kannst du zwischen dir und dieser
Weite eine Trennung finden?
Fragende:
Nein.
Samarpan:
Fehlt hier irgend etwas?
Fragende:
Hm, nein.
Samarpan:
(Lacht) Darauf kannst du vertrauen.
- Immer!