Rebecca Rosing - Erleuchtung ist Nebeneffekt

Frage: Sind Sie schon hellsichtig geboren worden, wie muss man sich das vorstellen?
Rebecca Rosing: Auf eine Art ist es eine wundervolle Gabe, die mich mit einer Liebe und Präsens erfüllt, die ich sonst so nicht kennen würde, weil diese intensive Art meiner Hellsichtigkeit dafür sorgte, dass die geistige Welt mir vieles beigebracht und mich unterrichtet hat. Daher tauchten einfach all die Fragen, die ich bei anderen Menschen sah, bei mir gar nicht in dieser Form auf. Auf der anderen Seite war es als Teenager eher schlimm. Das Gefühl, dass man anders ist als die anderen, war in jener Zeit ziemlich unangenehm. Gerade in dieser Zeit ist es sehr wichtig zu wissen, wie man seine Fähigkeiten auf der einen Seite entfalten kann, auf der anderen Seite sich aber auch bei Bedarf vor zu vielen Einflüssen schützen kann. Kurz gesagt, man muss lernen seine Medialität zu öffnen und zu schließen, damit es einem damit auch gut geht.
F: Wie sind Sie in der Schule zurecht gekommen? Durch Ihre Hellsichtigkeit haben Sie doch bestimmt andere Dinge wahrgenommen als Ihre Mitschüler.
Rebecca Rosing: Ja, das stimmt. Leider war das nicht unbedingt das Wissen, das die Schule von mir verlangt hat. Aber kleine Vorteile hat es ab und an schon mit sich gebracht. Schon in meiner Kindheit haben einige Erwachsene, Lehrer und Schüler sich von mir beraten und behandeln lassen.
F: Frau Rosing, wie sehen die Wesen der geistigen Welt für Sie aus?
Rebecca Rosing: Oh ja (lacht), das ist ein schönes Thema. Die sehen ganz verschieden aus, sie können ihr Aussehen verändern. Für ein Kind zum Beispiel können sie ganz lustig aussehen. Sie können sich zu einem großen Flauschiwauschibären verändern, so wie es halt gerade passt, jedenfalls einige von ihnen. Es gibt ja ganz verschiedene, einige sehen aus wie wir und nehmen unsere Gestalt und Form an, sie müssen das aber nicht, es ist etwas, was sie annehmen können und dann reden sie einfach mit uns oder kommunizieren über Gefühle oder durch Bilder.
F: Sie sind nicht nur hellsichtig, sondern auch erleuchtet. Wie ist das?
Rebecca Rosing: Es ist wie das normale Leben - nur schöner und mit mehr Frieden. Die Grundstimmung ist einfach mehr Zufriedenheit und Ruhe.
F: Wie erreicht man es, erleuchtet zu sein?
Rebecca Rosing: Als erstes sollte man das Ziel erleuchtet zu sein loslassen, denn das spirituelle Ego setzt einen zu sehr unter Druck. Dann hascht man nach etwas und das erzeugt Druck, und Druck ist ja gerade das Gegenteil von loslassen. In dem Moment, wo man im Loslassen ist, von allen Vorstellungen, wie es sein sollte, von dem, was ist, wie die Zukunft sein sollte und sich voll und ganz hineingibt in das Hier und Jetzt, in dem Moment erreicht man Erleuchtung.
F: Das hört sich so einfach an.
Rebecca Rosing: Es ist einfach. Das ist ja gerade das Komische, es ist so einfach, dass es schon wieder schwer ist. Alles, was einem hilft aus eigener Kraft heraus loszulassen, zu sich zu kommen, präsent zu sein, in Frieden mit sich und allem anderen zu sein, das ergibt den Nebeneffekt der Erleuchtung.
F: Erleuchtung als Nebeneffekt?
Rebecca Rosing: Ja klar! Es geht ja darum, dass man in Frieden mit sich ist. Wie man es nennt oder dass dann die Zellen von dieser Wahrheit erleuchtet werden, ist ja nur die Auswirkung dieses Zustands.
F: Wie kann man sich das Erleuchtetsein vorstellen?
Rebecca Rosing: Man lässt sich so auf den Augenblick ein, das man voll und ganz loslässt und die Zellen von dieser Wahrheit des Seins und dem Vertrauen in alles leuchten. Ja, das einfach alles stimmig ist, alles seine Daseinsberechtigung hat. Diese Wahrheit lässt die Zellen so hell erleuchten. Das ist Erleuchtetsein. Das geht nie wieder weg, das bleibt. Man läuft aber nicht die ganze Zeit herum wie ein Heiliger, alles ist Friede, Freude, Eierkuchen und man ist superglücklich, aber es ist so ein inneres Gefühl und Wissen, das einfach immer da ist, sobald man sich darauf einlässt.
F: Können Menschen die erleuchtet sind auch wieder in alte Muster und Gewohnheiten zurückfallen?
Rebecca Rosing: Ja, die Möglichkeit wieder neben sich zu stehen, gibt es. Man bleibt nicht ständig in diesem Zustand. Die Person, die erleuchtet ist, kann auch wieder abgelenkt werden, aber sie kommt auch schneller wieder hinein, weil sie den Weg kennt, sie hat das KnowHow, sie hat es auch schon einmal gemacht. Deswegen kann diese Person auch anderen Menschen helfen, den Weg zu finden. Aber jeder einzelne Mensch hat seinen individuellen Weg und nicht jeder Lehrer ist für jeden der Richtige.
F: Heißt das, wenn Menschen zu Ihnen kommen, um auf ihrem Weg begleitet zu werden, dass Sie sie eventuell auch wegschicken?
Rebecca Rosing: Ja, auf jeden Fall. Das ist das Erste, wonach ich immer schaue. Kann ich dieser Person helfen? Passen wir zusammen? Ist das richtig? Ansonsten, wenn ich jemand anderen sehen kann, der zu diesem Menschen passt, gebe ich auch entsprechende Ratschläge.
Das Wichtige ist, wenn man bei einem Lehrer ist, dass man sich immer selbst treu bleibt und nicht in eine Abhängigkeit kommt, dass man darauf achtet, dass der Lehrer dieser Person hilft, in die Unabhängigkeit zu kommen.
F: Wissen die Erleuchteten denn nicht alle Antworten?
Rebecca Rosing: Jeder hat seinen eigenen Weg. Der Erleuchtete ist seinen Weg gegangen, deswegen muss er doch nicht gleich die Wege für alle anderen kennen.
F: Ja, aber Sie sind doch hellsichtig? Sie müssten doch die Wege der Anderen kennen? Sagen Sie es den Menschen, die zu Ihnen kommen auch?
Rebecca Rosing: Ja, es hilft auf jeden Fall, hellsichtig zu sein. Die Erleuchtung allein tut es nicht. Der Prozess, den ich in meinem Leben durchlaufen habe, sorgt dafür, dass ich mich darauf einlassen kann in meiner Hellsichtigkeit tiefer gehen zu können, den Weg der Person erkennen zu können. Aber es ist ja auch die Kombination aus beidem.
F: Was würden Sie sagen, wenn ich Sie nach meinem Weg fragen würde?
Rebecca Rosing: Nun ja, ich würde das sagen was für Sie richtig ist. Manchmal ist es nicht richtig, überhaupt etwas zu sagen. Es wäre vielleicht richtig, einfach in die Stille zu gehen und den Weg zu spüren, oder das, was denjenigen daran hindert seinen Weg zu gehen. Die Aufgabe eines spirituellen Lehrers oder Therapeuten ist es, den Klienten auf seinem Weg zu begleiten, ihm zu helfen und ihn zu unterstützen. Er sollte nicht alle Antworten auf einem Tablett präsentieren und damit schon mehrere Schritte auf einmal erklären, in denen sich die Person wieder verfangen kann, weil sie nicht im Augenblick ist und das löst, was ansteht.
F: Sie unterstützen die Menschen in dem Moment nur in ihrem Prozess?
Rebecca Rosing: Genau. Ich sehe mich als spirituelle Lehrerin und auch als Therapeutin, um mit den Menschen den Weg Schritt für Schritt gehen zu können.
Die ungekürzte Version dieses Interviews können Sie im
Online-Magazin unter www.rainbow-spirit.de lesen.

Festivaltermine: Sa. 3.6. 14.00 Uhr, So. 4.6. 11.45 Uhr
Mo. 5.6. 11.00 Uhr