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Madhukar - Ergründe wer Du bist
Madhukar führt als moderner Repräsentant
des Advaita, dem Wissen des Einssein, die Segenslinie Ramana
Maharshi / Sri Poonjaji fort. Hier ein Auszug aus einem Satsang
mit ihm:
Besucher: Ich glaube oft in einem Zustand von Verwirrung und
Faulheit zu sein.
Madhukar: Das ist unmöglich. (Lachen) Verwirrung ist kein
Zustand von Faulheit, Verwirrung ist höchst aktiv.
B.: Ich spüre oft Angst in mir, die mich nicht in Frieden
sein lässt und weiß nicht, wofür mein Leben
eigentlich steht.
M.: Das ist völlig normal, nur die meisten Menschen geben
es nicht zu. Sicher ist, dass Ihre Essenz ist. Und Essenz weiß,
wer sie ist. Weil Sie jedoch den Neigungen Ihres Geistes folgen
und sich gänzlich mit ihnen identifizieren, halten Sie
sich an Ihren Gemütszuständen fest. Darüber
hinaus nehmen Sie an, dass Sie das sind, was Sie empfinden,
wie erwähnt etwa Verwirrung, Faulheit und Unsicherheit.
Es ist erstaunlich, dass ein göttliches Wesen sich fühlen
kann wie ein Sklave, gebeugt unter Erlebnissen seiner Kindheit,
abhängig von den Urteilen anderer Menschen, gefangen in
negativen Zuständen. Haben Sie den Mut zu ergründen,
wer Sie in Wirklichkeit sind, und all das wird von Ihnen abfallen.
Und die essentielle, königliche Freiheit wird sich offenbaren.
B.: Es verwirrt mich, dass ich Zustände von Stille erlebe,
aber dann, wenn all die anderen Empfindungen auftreten, denke
ich, dass ich dies bin und dass die Zustände von Frieden
nur Ausnahmen sind.
M.: Es erscheint so, weil Sie nicht zweifelsfrei geklärt
haben, wer Sie sind. Die Erfahrung von Frieden sehen Sie genauso
als vorübergehende Erscheinung an, wie die Erfahrung von
Angst, und wissen nicht, was Wahrheit ist. Der Geist kreiert
eine Wirklichkeit, die nicht wirklich ist. Und oftmals leiden
wir unter dieser „Realität“ der Gefühle
so nachhaltig, dass wir uns von ihnen konditionieren lassen.
Deswegen gilt es zu ergründen, wer Sie sind! Selbstergründung
ist das wirkungsvollste und erleichtert das Leben. Deswegen
rate ich weder zu Übungen noch verbreite ich eine Philosophie,
an die Sie Jahre Ihres kostbaren Lebens verschenken könnten.
Schauen Sie sich die „großen Geister“ an,
die ob ihrer Erfahrungen zahlreiche Bücher schreiben und
spirituelle Lehren verbreiten. Nichts als zwanghafte Versuche
das Sein konzeptuell zu erklären. An dem was sie vermitteln,
sieht man, dass sie nicht wissen, wer sie sind.
Für mich geschah Gnade, nachdem ich zu meinem Meister
fand und schlicht angewandt habe, was er mir geraten hat. Papaji
ist ein Meister, der mich nicht verändern wollte und mich
nicht für eine Weltanschauung, für eine Idee missbrauchte.
Den meisten Menschen geht es nicht um wirkliche Freiheit. Wenn
ein Mensch sich selbst betrügt, wenn er vorgibt frei sein
zu wollen, aber in Wirklichkeit etwas anderes erstrebt, ist
es unmöglich, dass Das sich offenbart. Schon viele dachten,
dass sie durch eine gewisse Geisteshaltung und durch das Einhalten
moralischer Regeln die Wahrheit zwingen könnten sich zu
offenbaren, aber dem ist nicht so. Das Selbst küsst Sie,
es wählt Sie aus, wenn Sie sich unabdingbar auf Wahrheit
ausrichten. Diese Wahrheit beinhaltet auch die Authentizität
Ihrer Person, an der an sich nichts falsch ist. Es geht nicht
um die Person. Haben Sie sich aber nicht immerzu auf die Person
ausgerichtet?
B.: Die Wahrheit drückt sich doch durch Handlungen, durch
die Person aus.
M.: Wahrheit ist das, worin all das stattfindet. Spirituelle
Menschen versuchen meist durch gewisse Handlungen, durch bestimmte
Ausdrucksformen sich einem Vorstellungsbild anzugleichen. Klappt
das? Es führt nur zur Scheinheiligkeit. (Stille)
B.: Wenn ich in Ihre Augen sehe, fühle ich Stille.
M.: Genau das hat mich auch gerettet! Ich habe mich in größter
Verzweiflung immer wieder dieser Stille, meinem Meister zugewandt,
wenn ich in den Erscheinungen, in der Person, nicht Liebe und
Freiheit finden konnte. Und ich habe unablässig ergründet,
wer ich bin! Selbstergründung ist Erwachen aus jeglichem
Traum, so lange bis zweifelsfrei geklärt ist, wer ist.
Das beinhaltet, dass Sie alles verwerfen, was Sie jemals gelernt,
gelesen und angenommen haben.
B.: Das heißt, dass ich diesen zerstörerischen Zuständen,
wenn sie auftauchen, nicht mehr glaube?
M.: Warum sollten Sie? Als intelligenter Mensch sehen Sie,
dass diese Zustände aus Ihren Prägungen entstehen,
dass sie ihren Ursprung in den Zellen, den Genen, den Erfahrungen
des bisherigen Lebens haben. Es gibt unterschiedliche Konzepte
darüber. Selbst die Wissenschaftler, Psychologen und Neurologen,
wissen es nicht genau. Alle fünf bis zehn Jahre wird ein
anderes Erklärungsmodell als richtig angesehen. Und alle
Konzepte enden darin, dass in Wirklichkeit nichts ist. Das
ist uraltes Wissen und aktueller Wissenstand. Und in dem Nichts
ist Stille und Friede. Es gibt nicht einmal eine Person, die
entsteht erst durch den Ich-Gedanken. Wenn Sie sich also in
diesen als unangenehm empfundenen Zuständen befinden,
fragen Sie sich: „Wer bin ich?“. Danach auch wenn
Sie gut drauf sind, wenn Sie sich positiv fühlen. Sie
werden sehen, Sie sind absolut unberührt von allem.
B.: Manchmal fehlt mir in dieser Leere die Motivation zu leben.
M.: Nein, das ist ein Missverständnis. Dabei beziehen
Sie sich nicht auf die Leere, sondern auf Ihre Neigung zu Faulheit,
wie Sie es nennen. Leere ist sehr potent. Sie dürfen nicht
mental ergründen, denn der Verstand hat immer Tausende
von widersprüchlichen Erklärungen. Und darüber
hinaus hat der Geist die zwar wunderbare aber auch verfängliche
Fähigkeit, sich alles vorzustellen, was er will. Sie haben
bisher die Befähigung des Geistes nicht genützt,
um glücklich zu sein. Der Geist ist immer in der Dualität.
Wahrheit ist einfach. Nützen Sie den Verstand als Freund
und Diener. Wenn Sie den Geist freundlich behandeln, wird er
Ihnen willig dienen. Wenn Sie mit ihm ständig im Kampf
sind, wird Krieg daraus. Entscheidend ist zu ergründen,
wer Sie sind in all den Erscheinungen, die kommen und gehen.
Darin befriedet sich auch der Geist. Ja, er verschwindet. Ergründen
Sie mit der Frage „Wer bin ich?“. Das ist das radikalste
und effektivste. Fragen Sie jetzt! Berichten Sie mir davon!
B.: Da ist Präsenz, die wahrnimmt.
M.: Und wer nimmt die Wahrnehmung wahr?
(Stille) Zu dieser Schärfe müssen Sie sofort kommen,
alles andere ist Zeitverschwendung. Deshalb, schauen Sie gleich
jetzt, direkt! Wer nimmt wahr?
B.: Niemand.
M.: Gibt es in „Niemand“ ein Problem?
B.: Nein.
M.: Bleiben Sie in dieser Deutlichkeit, das ist wirkliche Präsenz!
Sie müssten wirklich dumm sein, wenn Sie daran keinen
Gefallen fänden. Denn hier ist Frieden. (Stille)
B.: (lacht) Ich danke Ihnen.
M.: Willkommen!
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